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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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»in getichte von den Centauds verfertiget, unterschieden»raltii dial. IV. Voj/ius , de Poet. Lada. Eayle.

* Wassert , (Hieronnmns Wigand von) war an. i6;y. den21. sept. gebühren. Er ward sehr sorgfältig erzogen , und inallen nöthigen wissenschafflen unterwiesen. Im jähr 167;. hielter auf der Lünedurgischen Ritter-schule zum höchst - rühmliche»andenckc» Hertzvg George Wilhelms zu Braunschweig - Lüne-burg-Zelle eine Lateinische rede wegen des glücklich befochte-nen sieges bey der stadt Trier, und trieb hernach seine erstenphilosophischen anfangs-gründe zu Wittcnberg unter verschic-dencn Rechtsgelehrtcn. Seine erste disputation daselbst warde Affectu Magistrate. Von da gieng er im jähr 167-. nachTübingen , wo er wiederum dispulirte, und einen auszug vondem Lehn-Rechte im drucke bekannt machte. Nach diesem hielter sich in Straßdurg auf, wo er seine studien und adeliche Rit-ter-übungen unter anleitung Obrechts, Rebhans und des vonMaccaut eine gute zeit forttrieb. Ferner reisete er unter einemansehnlichen gefolge Printz Ludewigs von Würtemberg^ nachParis , Londen , Haag , Amsterdam , Leiden und den (Spant*scheu Niederlanden. Bey seiner rückkehr gab er verschiedenekleine abhandlungen unter die presse, und zwar eine de Mini-ttrissimo live Cancellario Priacipis, und eine andere de dolostoSyndico, wodurch er in seinem 24. jähre an. 168;. ein Asses-sorar im Woiffendüttelischen Hof-Gerichte erhalten. Von ihmhat man auch Reladones & Casus criminales, Zelle 1721. in4. Im jähr 1689. ward er zum Consistorial-und an. 1686. zumwürcklichen Hof-Rathe von den Hertzogen zu Braunfchwcig-Lüneburg ernennet, und im jähr 1689. in verschiedenen wichti-gen Verrichtungen gebraucht, die er allezeit mit grossem rühmeablegte. Noch in diesem jähre ward er, als Regierungs-Rathdie Sachsen-Lanenburgische regierung versehen zu helffen, nachRatzcburg geschickt; betrat darauf die stelle, als anderer in derCanimer, Hos-Gerichte und Constistorio, wohnte vielen her»-schasstlichcn ihm anvertrauten besondern angelegenheiten bey,und führte zuweilen in abwesenheit der Land-Drostcn das vi-rectorium. Seiner besondern Verdienste wegen ward er im jähr1713. zum geheimen Cammer - Rathe verordnet, in welcherwürde er auch im folgenden jähre in Zellische und hernachauch in Chnr-Hannöverische dienste getreten. Endlich starb erjm lahr 1728. zu Raheburg als ein getreuer vienehenjährigerChursürstlicher bedienter, pfeffingers Braunschw. Lüneb.hist. V. 10. p. ;. steqq.

' Lagalla, (Iul. Cäs.) war zu LancWio im Neapolitani-schen im jähr 1571. gebohren, nahm in deNvissenschafften nochbey jungen jähren dergestalt zu, daß er bereits im 19. jähre denvoctor-hut in der Medicin zu Neapel erhielt. Bald daraufkam er nach Rom , woselbst ihn der Cardinal di Sän Severinozu seinem Leib-Medico annahm, und Papst Clemens VIII .zum l'rostessore Mediciaar in der Sapienza und ProtonotarioApoftolico bestellte. Ob er gleich sonst ein sehr ordentliches le-ben führte, gerieft) er doch einst wegen eines frauenzimmers ingrosse verdrieslichkcit, welche ihm auch bey nahe das leben geko-stet hätte. Vom 3;. jähre an ward er sehr heftig von dempodagra beschweret, er stund es aber mit grosser gelassenheitaus, und starb endlich im jähr 1624. den 14. febr. Er hat ei-nen tractat von der Unsterblichkeit der Seele; de Phamomenisin Orbe Lunx; de Luce & I.umine ; de Sympathia & Anti-pathia Herum ; Paraphrafin in Aristotelis Libros de Insomniis& Divinadone per somnum ; de Comeds; de Coelo animato;Oradones de SS. Triade ; de Laudibus Leonis X. de Laudi-bus Philosophia ; und andere philosophische wercke mehr kurtzvor seinem tode dem Leoni Aüatio, seinem schüler und beson-dern freunde, zu ediren überlassen , der auch nachqehcnds seinleben beschrieben. AOatius , vit. Lagalla: in collect. Batesii.

* Lagam, oder Leqhem-Rai, oder der Ragia Leghem,der nähme eines sehr mächtigen Indianischen Prmtzen, zu derzeit, da Schchab-Eddin in den landen Gaznah und Multan re-gierte. Er hielte seine residentz in der stadt Belhar, wo er diegercchtigkeit und billichkeil so wohl handhabete, daß man auchdaraus allein wohl schliessen mochte, daß er sich durch seine Ver-dienste allein zur Königlichen Hoheit geschwungen habe. Da eraber sein land nunmehro bis tn das 8°. jähr seines alters mitsolcher gercchtigkeit und ohntadelich regiert hatte, und seine Un-terthanen viele freygebigkeit, >vie auch seine großmuth, hat spü-ren lassen, muste er dennoch in diesem hohen alter die seltsameVeränderlichkeit des glucks auf eine grausame art erfahren. Erlebte ruhig und in vollem frieden, da Bakhtiar, des Sultans«schehab-Eddins Generalißimus, ihn unversehens mit kriegs-macht überzöge, und ihm sein gantzcs land wegnähme. Manerzehlct von verschiedenen Wunderzeichen und vordedeürnngen,die seiner mutter, da sie mit ihm schwanger gegangen, sollengeschehen und vorgekommen seyn. DHerbelot , bibliothequeOrient.

Lage, ein städtlein und Amt in der Mecklenburgischen Herr-schaffr Rostock, an dev Recknitz, ohnweit dem Ursprünge die-ses flusses, etliche weilen von Güstrow . Tofogr. Sax. ins. p. i;.

Lagclspergcr, eine adeliche familie in Oesterreich , vonwelcher Georg, Herr in Hermannsdorff, zu ansang des XVI. fe-culi gelebet. Von dessen nachkommen haben um die mitte desXVII. feculi ihrer 8. ßorirct. Excel, stemm. P. IV.

*L§gerloef, oder Lagerlööf, (Petrus ) war in Werme-land den 4. «ov. an. 1643. gebohren, woselbst sein valter beyHjstov. Lexicon IV. Theil.

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der kirche Frykzdalcn im Predig - amte lebte. Nachdem eran. 166;. zu Upsal, und nachgehends auf verschiedenen^aus.

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cretarius und Bibliothecarius bey dem Grafen de la Gardie,darauf zu Upsal erst Logices und Metaphyiices, hernach aberan. 1695. Eloquentste Professor und Königlicher Ilistoriogra»phus. Er starb den 7. «an. an. 1699. und hinterließ, nebst ver-schiedenen gelehrten dissertationen und wohlgesetzcen Lateini-schen reden, Ttactatum de OrthograpYiia Suecica; de Com»merciis Romanorum ; Disscrt. de Druidibus, Upsal 1689. in 8.Distquiiit. de Ordimbus Equestribus , Stockholm 1A96. in 4.u. a. m. Nez>. Litt. Maris Baltbici , 1699. p. 43. Pabruius ,bibliogr. antiq. 13. p. 476, stalut. luce Evang. ai. p. $46.Gyümborg. progr. in memoria viror. Suec. erudidss. stemi-dec. I. p. 162. seqq.

Laghlin, Jat. Lecblinia, ist eine kleine stadt in der Jrr-ländischen provintz Leinster, in der Grafschaffl Caterlaugh,an dem flusse Narrow. Das ehemals daselbst befindliche Biß-thum ist mit dem zu Fernes vereinigt worden. Im übrige»hat dieser ort sitz und stimme in dem Parlement von Irrland.

Lagier, (Bertranbus) Cardinal, Bischvff von Glandevesin Provence , war von Figeac in Quercy, und begab sich inden Franciscaner - orden, darinnen er sich sowol durch seinefrömmigkeit als wissenschafflen in grosses ansehen gesetzet. An.1363. wurde er Bischvff zu Glandeves, und an. 1371. Car-dinal. Endlich, nachdem er auch Bischoff zu Ostia worden,starb er zu Avignon an. 1392. einen tractat de Schiimate,und einen andern wider die ketzereyen, hinterlassend. An.ton. P. III. tit. 94. c. 10. Wading. aanal. & biblioth. Minor.Sammartb. Gall. Chr. Trizon. Gall. purp. Ughetl. tom. I. ltal.sacr. Auberf. Ciaccon. Onufbr. &c.

* Eagnasco, eine Grafschaffl in der Marggrafschafft Sa-luzzo tn Piemont, von deren besitzern, Peter Robert Taparel,der folgende artickul handelt.

* Eagnasco, (Petrus Robertus Taparello, Graf von )Königl. Polnischer und Chur - Sächsischer Cabinets - Minister,General von der cavalerie, Capitain-Lieutenant der garde desChevaliers und Ritter des weissen Adlers , ward gebohren an.1659. aus einem vornehmen Hause in Piemont; man kanaber nicht sagen, auf was art und zu welcher zeit er in Kö-niglich-Polnische und Chur-Sachsische dienste gekommen. Je-doch ist so viel bekannt, daß er stch gleich anfangs durch sei,neu besondern fleiß, grossen verstand und überaus gefällige art,wvmtt er dem Könige bey allerley lustdarkeiten an die Hand ge-gangen , desselben gewogenheit zuwege gebracht. Er war mitbey dem Utrechtischen frieden; wohnte an. 1717. den feldzü-gen gegen die Conföbertcten in Polen bey, und verrichtete vie-le Gesandtschafften, sonderlich in Rom , Haag und Wiett,an welche,» letzter» orte er das mißverstädnis zwischen demKayserl. und Königl. Polnischen Hofe beygelegt. Er geseg-nete an. 1732. den 2. may auf seiner rückreise von Wien inSchlesien das zeitliche, hat aber weder von seiner ersten gemah-lin, einer tochter des Marquis de Launoy, Gouverneurs zuBrüssel , noch von der andern , Maria Iosepha, des Kayserl.Oberst-Cämmerers und Ritters vom göldeneu Vliesse, GrafCarl Ernsts von Waldstein tochter, und witlwe Romedii, Gra-fen von Thun, mit deren er sich den 7. febr. an. 1721. ver-mählte , erden hinterlassen. Gedachte gemahlin ist als Stcrn-Creutz-Ordens-Dame den 2;. nov. an. 173 G zu Dreßden ver-storben. Hübn. geneal. Leyic. p. ;c>6. Ranft, geneal. Archiv,an. 1732. tom. II. n. 9. p. 132. ieq. 1736. tont. XXV. n-, 4.p. 35 s. seq. Atta yublica.

Eagnv, lat. Ladniacum, eine kleine stadt in Brie, andem stusse Marne , 6. weilen über Paris , hat eine berühmteBenedutmer-Abtey, welche in dem VII. sieculo von St. Four-sy , einem Schottischen Edelmanne, gestiftet worden. In demIX. feculo wtirde sie von den Nörmännern ruiniret, vonHerbert de Vermandois aber, dem Grafen von Troyes unk»Meaux , repartrel. An. 1390. eroberte der Hertzvg von Par-tita , nachdem er zuvor den König in Franckreich, HenricumIV. von Paris weggetrieben, diese stadt durch einen schleuni-gen angriff, und ruinirte sie gäntzlich. ßaudraud.

* Aaczny, (Thomas Fautet, Herr von) ein berühmter Ma-themadeus , war zu Lyon den 7. nov. an. lüüo. gebohren. Erließ sthr früh eine sonderbare neigung zur Mathematic an sichfpüren , wie er dann auch, als er annoch in den schulen faß,mit ausrechnung der finsternissen , und andern dergleichen ii.ternchmungen, sich sehr viele mühe gab. Nach diesem musteer zwar zu Toulouse d,e Rechtsgelchrsamkeit studire», und emAdvocat werde» ; er fuhr aber dennoch fort, die mathemati-fchen wtssenschafftcn mit allem ernst zu treiben, und gab bereitsin seinem 22. jähre eine schrist von der Quadratura Circuli her-aus , welche so wohl aufgenommen wurde, daß ihn an. i686>der Marschall von Nvailles, Anna Julius, zum Informatorsfeines sohns, Adriani Mauritii, erwehlte. In dem jähr ,69;.wurde er als Associe in die Äcademie der wissenfchafften zuParis aufgenommen, an. 1698. aber von dem Könige Ludo-vicv XIV. zum Professore Hydrographie in Rochefbrt bestellet»da er denn ftin amt mit vielem rühme verwaltete, und hier-nächst, was die Logarithmus, Analystin, Arithmeticam bina*

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