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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Lichteneck, ein schloß, nebst einer Herrschafft, in Ober-Oe-sterreich , welches ohnweit der statt Wels nahe an dem SuffeTraun in einer schönen ebene lieget. Es lst von Ludomco,Herrn von Pollheim , erbauet, und von dem Kayser Maxmn-liano ll. an. i;?;. zu einem freyen land-guth gemacht worden.Nachqehends gelangte es an die Herren Enenckel, und durchJudith Elisabeth , des letzter» Freyherr» Job HartmanntEnenckelS zu Albrechtsberg tochter und erbin, an ChristophEhrenreich, Grafen von Schallenberg. Dieses letzter» tochter,Dorothea, hat es, nachdem ihr gemahl Hans Sigismund,Graf Ketzianner, an. 1701. mit tobe abgegangen, Johanni Jo-sephs Henrico, Grafen von Seeau, dieser aber Georgio Jose-phs, Freyherr» von Mannstorf, verkauffet. Von Hoheneck,befchr. von Ober-Oesterreich, rom. II. in luppl. p. 76.

Lichtcnfeis, eine stadt, nebst einem schloß und Amte in demBißthmn Bamberg , liegt am Mayn, da die Reder und Cronachhinein fallen.

* Lichtenfels , ein Amt in der Graffchafft Waldeek, an denOber-Heßifchen grentzen. Tromsdorffs accurate neue und al-te geogr. von Teutsch!. 5. j>. 507. Es ist eben das schloß Lichten-fels , welches Goldfchadt, hist. nachr. von marckt - flecken rc.p. jo 6 . in die Herrschafft Jtter bey Sachsenberg setzet. Ohnezweifel ist es auch das schloß, welches an. 1445. die von Wal-ckenfeld besessen, die von Wernberg aber vergebens belagert ha.den, davon Kammermeister, annal. Erfurt . Germ. apud Me ti-cken. script. rer. Germ. tom. III. p. H87. gedenckel.

Lichtenhayn , eine uralte adeliche familie in Thüringen und Meisten, deren stamm-haus Lichtenhayn nahe bey Jena gelegen. Heut zu tage besitzet sie in dem Weissenfelsischen diegüther Ostra, Draschwitz rc. wie auch einige in dem Sächsi­ schen Chur -kreise nahe bey Schlieben. Schon an. 120;. ha-ben sich etliche dieses geschlechts auf dem Meißnischen Land-tage auf dem sogenannten Culmderge mit befunden. Hein-rich von Lichtenhayn Ritter, wird an. 1,09. in einem briesederAedtisiin zu Jena gegeben , als zeuge angeführet. Valen,tin von Lichtenhayn auf Eselshavn widersetzte sich an. 1542.der einletzung des Lutherischen Bischoffs Nicolai Alnsdorffii zuNaumburg , es zog ihm aber der Churfürst zu Sachsen seinegüther ein, und hieß ihn ins gefängnis gehen. Mit GeorgFriedrichen aufGlena soll an.^. die Thünngifche linie ver-loschen seyn. Balthasar Rudolph florirte an. 170;. als Ober-Hos-Gerichts-Hil'ellor zu Leipzig , und Valentin Friedrich, derseine güther bey Schlieben hat, vertrat noch an. 1710. diestelle eines Königlichen und Chur-Sächffschen Kriegs-Gommis.saru. Bayer. geogr. Jen. Weckens Dreßdli. chron.

Lichtenftadt, eine kleine stadt in Böhmen , und zwar indem Elnbogner-kreife, zwischen Joachims-thal und Carls-bad,an dem fiuß Weistritz gelegen. Sie gehöret dem Hause Baden- Baden , und hat vor reiten von ihrem erbauer Hrosnata,Grafen von Guttenstein, Hrosnicrin, geheissen. Tromsd.Balbbt. misc. Bon,

Lichtensteig , siehe Liechtenfteig.

Lichtenstein, eine kleine stadt und Herrschafft, nebst einemschlöffe, in dem Ertz-gebürgischen kreise, eine meile von Zwickau gelegen, und den Grafen von Ochönburg gehörig. Knaut.

prodr. Misn. Tromsd.

Lichten stein, ein schloß nicht gar weit von dem kloster Gna-denzell, ober Offenhausen im Würcemberger lande, und auf ei-nem läutern seifen gelegen, also daß dessen untere gemacher indem seifen eingehauen sind. Der fels, worauf es stehet, istvon den andern seifen abgesondert, doch kan man über eine lan-ge brücke, unter welcher ein tiefer graben ist , zu einigen kom-men. Hertzog Ulrich von Würtemberg hat sich zu der zeit, daer vom schwäbischen bunde, von seinem lande vertriebenwar, oft in diesem schloß aufgehalten. Es dienet nun einemWürtembergtschen sorst-knechl zur wohnung. Nicht weil da-von siehet man eine finstere höle, in welche man tief hinein,ohne ende zu finden, gehen kan, wiewol man endlich zu einemschönen wasser, da es wieder licht wird, kommt. Man de-mercket, daß, wann bey heiterm welker nebel daraus gehet,regen und ungewitter barauf folget. Crufius, lib. paralip. rer.Suec. c. 12. s. 46. Zeih topogr. Sueviae, p. 67.

* Lichtenstein, ein schloß in Ober-Bayern , so an. 12;;. ineiner theilung PfaltzgrafLudewigen dem ftrenqen zugefallen.Tolner. hist. Palat. 11 . p. 40. Bey eben demselben, 1 . c. p. 56.wird es Löwenstein genannt, und gemeldet, daß es an. 1)54.käuflich an Böhmen gediehen. Ob es nun vielleicht hernachnebst andern örtern wieder zurück gekommen, und der Ober-Pfaltz zugeschlagen worden, oder ob es das, so im Nürnbergi-schen liegen soll, seyn möge, ist unbekannt.

* Lichtenstein, ein schloß ohnweit Neustadt an der Hart,ward an. 128z. durch die stadt Sveyer Aldrechten von Lichten-stein abgenommen, ausgebrannt und zu gründe geschleift; docherlegte ihm die stadt 100. pfund heller vor den erlittenen schaden,wogegen er sich seines rechtS darauf begeben muste. l.trch. deBUrniJiein, dc ord. Equ. Germ. fundam. II. summar. III. n. 41.p. 119. Zeder, topogr. Palat. Rhen. p. 67. itin. Germ. con-

tin. ?o. p. 379. Lehmanns Speyerifche chronick, V. m.p. 564. seq.

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Lichtenstein. Das geschlecht der Fürsten von Lichtenstej»zu Niclasburg , Hertzvge in Schlesien zu Troppau und %gerndorff, ist von den ältesten zelten an mit ansehnlichen Herr,schafften versehen gewesen, so daß sie schon vor alters 7;.schlös.ser und Herrschassten inne gehabt. Es stammet her durch dieHerren von Kuenring , so vornehme Stände in Oesterreich a (:Wesen, von Azone IV. von Este, einem söhne Hugvms III.tular-Marggrafen von Ferrara, so an. 10,7. in Teutschland'gestorben. Dieser führte sein geschlecht her von den allenFürsten von Este, Herren von Cvmachio, Lucca , Parma mdReggio, aus welchem geschlechte auch das Braunfchweig--neburglsche, Modenesische und andere erlauchte Häuser ent,sprossen, und die vor ihren stamm-valter halten C.Actium,s»zu Este an. 19°. gelebet, und dessen söhn gleiches nahmens vonden Estensern zu ihrem Heerführer wider die Gothen undVandalen erwehlet worden, und an. 4". gestorben. DieserAzo IV. war ein anverwandter Pvvponis, Ertz-Bischvffs zuTrier und seines druders Leopold!, Marggrafen von Oester­ reich . Welcher letztere, als er von den Ungarn , Böhmen undBayern sehr bedrängt wurde, seinen druder Pvpvonem zuhülffe rüste, der ihm seinen vorgedachten gebohrnen freundAzonem, so ein mächtiger Herr, mit einer mercklichen Riner-schaffl züschickte, welchen Leopold mit freuden empfieng,ihnzum Land-Marschall ober General machte, da sie die feindean dem March-fluß schlugen, und dadurch Oesterreich befreye.ten, worauf bemeldler Azo durch Leopoldum verheurathet,und znm Erb-<Lchencken von Oesterreich gemacht ward. Lei-ne gemahlt» nennet Cuspinianus, Treutam oder Gertrud.Von diesem Azone sind entsprossen, die Herren von Kienring,Sunberg, Faickenderg, Pnchderg, Misseldach, Winckler,M-ckersdorff, Schonderg, Starckenberg, Lichtenstein, Pottendorffund andere vornehme geschlechter mehr. Er stiftete an. iogj.die kirche zu Atzmannswiese. ^Von seinen drey söhnen warAdalbero Märschall und Erb - Schenck von Oesterreich , undhinterließ Adalberonem, Freyherr» von Chunring, siisterudes klosiers Zwettel, so sein geschlecht fortgcpflantzt, und Leo-poldum, Freyherr» von Chunring, Herrn von Lichtenstiin,Land-Marschall und Erb-Schencken von Oesterreich , so stchnebst dem Hertzvge Henrico von Kärndten an. n 6 $. auf demturntet zu Zürich befunden. Sem sohn Dielhmarus war an.1204. Land-Marschall in Oesterreich , und hinterließ Heuri-cmn, Freyherr» von Lichtenstein, welcher an. ir;o. in gros-sem ansehen stund, und von Friderico II. Hertzvge von Oester­ reich , dem Teutschen Ritter-orden in Preussen wider Ewan-tepolcum, Hertzog von Pommern, an. 124z. zu hülffe geschickiward, da er Swantepolcum in die flucht geschlagen. Als infolgendem iahre jetzt-gedachter Fridericus ll. der letzteHcryogvon Oesterreich und Steyermarck, aus der Babeiibergischcn li-nie , ohne erben starb, schickten die Stände beyder läuder die-sen Henricum von Lichtenstein nebst dem Probst von Neudurzund dem Schencken von Haunspag an Henricum Illustrem.Marggrafen von Meissen , des verstorbenen Friderici schwager,ihn um einen von seinen söhnen zu ihrem Regenten zu ersu-chen. Da sie aber durch Böhmen zogen, wurden sie von demKönige mit list aufgehalten , und gezwungen, daß sie feinensöhn Primislaum Ottocarum, Marggrafen von Mähren , vorihren Hertzog erkennen musten, welcher hernach an. n>,\nach Wien kam, und sich mit Margaretha von Oesterreich ,einer schwester des letzten Hertzogs, vermählte. Von demKo-nige von Böhmen aber hat ' Henricus von Si&ctiftein au.1249. Niclasburg in Mähren mit dem beding gesehen«!bekommen, wen» Wilhelm und Hermann, gedrüdere vonDürnholtz, ihrem recht daraus freywillig renuncircn wür-den , welches auch noch selbigen »ahres geschehe», undhat Premislaus Otlocarus als König in Böhmen , ihn, wc.gen der ihm und seinem vatter geleisteten treuen dienste ,Niclasburg mit völligem recht zu besitzen , an. 1262. confinm-ret. Daher er den nahmen von Niclasburg angenommen,welchen seine nachkommen beständig behalten. Seine söhnewaren Fridericus, so mit Conradi von Heinberg tochter vecheii-rathet gewesen; Hartmbus oder Hartmann 1 . so das gelMchtforlgepflantzet, und Henricus II. welcher vor so einen enahr.»en kriegsmann gehalten wurde, daß König Ottocarus vonBohmen in dem andern Oesterreichischen kriege sich tw um-bildete, daß er ohnfehlbar den steg erhalten würde, wenn erihn auf seine feite bringen könnte, welches Wock, Herr vonRosenderg, durch grosse Versprechungen ins werck richten toll-te. Allein er blieb beständig bey dem Kayser Rudvlphv, irugauch ein grosses bey, daß derselbe die victorie wider Ottocarumerhalten, welcher ihm an. 1279. ein privilegium über einen wv-chen-marckt zu Niclasburg ertheilte. Er wurde hernach vonden Oesterreichischen Ständen an den König Wenceslaiim ronBöhme», wegen gewisser Privilegien dieses landes, wider siu*bertum, Ertz-Hertzvg von Oesterreich , nachmals Kaystr, ge-schicket, und starb an. izc>;. Harknidus oder Hartmannuv>.starb an. 1292. und behielt seine wittib Anna das stadnemMisseldach samt dem schloß. Er hinterließ von ihr Ottonem,Hartmdum II. und Fridericum II. Otto hielt sich wohl an.1278. in der schtacht zwischen Rudolpho I. und dem Ottocaro ,und begleitete hernach den Hertzog Alberlum von Ocflerreieyauf seinem zug in Preussen, zeugte mit Adelheid von Policn-dorff Rudolphnm, welcher an. 1,2;. mit Johanne und uu«tholbv, gedrüdern von Chunring, wegen Zwettel streit sichavk.