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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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berühmt gemacht. Henricus der feiste, Hertzog zu Breßlau , Lieg-nitz und Brieg, war ein sohnBoleölai des kahlen, des FürstenUladislai ll. in Polen urenckel. Er setzte sich durch seine gutequaittäten bey jederman in sonderbare Hochachtung, welchesaber sein velker, Hertzog Henrtcus Probus zu Breßlau mitneidischen äugen ansähe, ihn auch, nachdem er ihn nebst andernHertzogen auf einem gastmahle vorher lractirt hatte, an. 1281.gesanglich anhalten, und nicht eher los ließ, als bis er versprach,so oft es die noth erfordern würde, 30. gewafnete mannet zustellen. Diesem ungeachtet, stund er doch Henrico Probo wi-der Uladislaum Locticum in Polen bey, nachdem HertzogLesco der schwartze zu Cracau ohne erben gestorben war, hat-te auch das glücke, daß er Cracau selbst durch ein heimlich Ver-ständnis einbekam. Nach diesem fügte sichs, daß Hertzog Hen-ncus Probus zu Breßlau ohne kinder starb, zum erben aber denHertzog Conradum zu Glogau einsetzte. Allein die Breßlauerwaren so wenig damit zufrieden , daß sie vielmehr Henricumden feisten erwehlten. Worauf dieser zwar Conradum ausBreßlau verjagte, bald hernach aber durch untreue eines seinerdiener demselben in dre Hände geliefert wurde, der ihn in einenengen eisernen keficht einsperren ließ, und nicht eher, als nach er-legung ,0000. gülden und adtretung ansehnlicher orler, in diefreyheit setzte. Worauf er an. 7296. starb, von inner ge-mahlin EÜsabetha, Hertzvgs Boleslai zu Caiisch in Po­ len lochtet, Boleslaum, Henricum VI. und UladrSlaum hinter-lassend. Henricus VI. bekam Breßlau , gleichwie sem bruderUladislaus Liegnitz in der theilung. Allein Boleslaus be-drängte sie so hart, daß sie dem Könige Iohanni in Böhmen ihre Fürstenthümmer überliessen, zumalen sie beyde ohne erbenzu haben gestorben. Boleslaus zu Brieg und Liegnitz ivar nnsehr hochmüthiger und verschwenderischer Herr, und raufte bau*nenhero hier und da ansehnliche stücke verpfänden, auch endlichleichfalls wie seine brüder unter die Böhmische herrschasst sichegeben, worauf er an. 134*. gestorben, nachdem er kurtz zu-vor seinen leib, welchen er durch fasten ausgehungert, mit 9.oder wie andere melden, 13. mngen hünern unmäßig beladen.Von seiner ersten gemahlin, Margaretha, des Königs Wen-ceslai in Böhmen kochtet, wurde er ein vatter Lubovict undWenceslai, welche bey ihres vatlers lebzeitcn ziemlich einig leb-ten, aber nach dessen tobe bald einander in die haare geriethe»,so, baß das sicherste war, eine theilung vorzunehmen. In dieserfiel auf Wenceslaum Goldberg, Hayn und Lüden, gleichwie aufLudovicum die Liegnitzischen Weichbilder samt dem Ntckelstadterdergwercke. Wenccslaus brachte es durch allerhand list dahin,daß ihm sein bruder Ludooicus das übrige von Liegnitz auchabtrat, wendete aber solches zu allerhand üppigen leben so übelan, daß er endlich an. 1364. in grosser armuth verstarb, von sei-ner gemahlin Anna, Hertzvgs Casimiri zu Teichen in Schlesienlochtet, welche er sich in dein 43. jähre ihres alters beygelegt, 4.söhne hinterlassend, davon Henricus Vll. und WenccslauS Br-fchöffe worden , Boleslaus bey dem fastnachts-spicle das lebenverlohren, und Rupertus gleichfalls ohne männliche lnbes-crben gestorben. Hingegen bekam Ludovici söhn, HenricusVIII. das Liegnitzische Fürstenthum, und sein bruder Wencesrlaus das zu Brieg. Henricus VIII. welcher wegen der im kriegeempfangenen wunde mit der schramme zugenannt wurde,zeugte mit seiner gemahlin Salome, des Hertzvgs Ziemooilirn Masovien tochter, Henricum IX. und Ludovicum II. Die-ser letztere bekam Liegnitz und Brieg, und lebte bey dem KayserSiglsmundo in grossem ansehen, durchreisele einen grossentheil Asiens , besuchte das heil. grab, wurde aber unterwegensvon den Türcken aufgefangen, doch bald wiederum er.öfct.Nach seiner zurückkunft muste er grosse bedrängnng von denHußiten ausstehen. Er starb an. 1436. ohne männliche erbenvon zweyen gemahlinnen zu hinterlassen. Hingegen pflantzteHenricus IX. zu Lüden, welcher von Hunger, pcst und des Kö-nigs Uladislai in Polen Waffen bedränget wurde, das geschlechtfort, indem ihm nebst Ruperto, so in den Rhvdiser Ritter-ordengetreten, Ludooicus III. zu Lüden gedohren worden. Die Lieg-nitzer redellirten zwar wider ihn, allein er wollte mit der scharfenicht verfahren, und in der gute konnte er auch nichts ausrich-ten. Ein gleiches widerfuhr auch seinem söhn, Iohanni I. unterdessen regierung sie sich gar an den König in Böhmen ergaben,der ihnen an. 1431. einen Hauptmann gesetzet, welcher mithülffe der rebellen gedachten Hertzog Johanne,« von der belagc-rung der stadt Liegnitz an. 1432. wegschlug, worauf dieser an.1433. vor kummer starb. Seinem sohnFriderico I. aber glückte esbesser, indem er mit hülffe der bürqerschafft zu Liegnitz diese stadtwiederum einbekam, und die rädelsführer mit gebührender stra-fe belegte. Weil er den wegen der Hußitischen lehre von demPapst verbanneten König Georgium in Böhmen schützte, wurdeer selbst an. 1468. in den bann gethan, das folgende jähr aberwiederum versöhnet. Worauf er an. 7488. gestorben, nachdemer von seiner gemahlin Ludomilla, des gedachten Königs Geor-gii tochter, ein vatter worden Georgii zu Brieg, so sich den Wol-lüsten ergeben, und an. 7327. ohne leibes-erben abgeschieden,und dann Friderici II. von welchem unter dem worte Friederi-cus, Hertzog zu Liegnitz , ein mehrers kan nachgelesen werden.Seine mit Sophia, Marggraf Friedrichs zu Brandenburg tochter, erzeugte söhne waren Fridericus III. der beredte, zuLiegnitz , und Georgius II. der fromme , zu Brieg. Der ersteübergab seinem bruder die regierung, weil ihm der Kayser Fer-dinandus 1 . das Fürstenthum Münsirrbcrg abgenöthiget hatte,

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keifete darauf nach Franckrcich, in welchem er bereits vorhero,gleichwie auch m Italien , den Niederlanden und Teutfchlaudm seiner lügend gewesen war, und nahm kriegs-dienste an, kamaber völlig darüber i» Kayferljche Ungnade, so, daß er an. 7370.m einem gefangnis sterben muste, worinn ihn sei» älterer söhn,Henricus XI. aufKayserlichen beseht verwahre» ließ. Gedach-ter sein söhn, Henricus XI. so an. 7339. gebohren worden , er-wies ftme tapferkeil in dem Türcken - kriege an. 7366. wurdeaber dessen ungeachtet von dem Kayserlichen Hofe auf ver-leumderisches angeben an. 7376. seines Regenten-amls entsetzet,und noch leidiges zahr nach Prag in verhafft gebracht. Alleiner entkam, nahm Englische kriegs-drenste wider Spanien , undnach vielem Polnische dienste wider Oesterreich an, starb aberan. 7388. zu Cracau, nicht ohne argwohn beygebrachten giftes,ohne kinder von seiner gemahlin Sophia, Marggraf Georgs zuBrandenburg lochtet, zu haben. Sein bruder Fridericus, derblutige deygenannt, so sich wider den Polnischen einbruch un-ter dem Feldherrn Zamoisky mit feiner Ritterfchasst tapfer ge-wehret, starb gleichfalls ohne männliche erben. Friderici III. desberedten bruder, Georgius der fromme zu Brieg, wurde an.7324. den 7. may gebohren. Er war ein löblicher Regent undvatter seiner unlerlhanen, und diente dem Kayser an. 7366. mper,01, wider die Türcken, stiftete auch das Gymnasium zu Brieg,worzu er an. 7368. em herrliches gebände aufführen ließ. Erstarb an. 7386. nachdem er von feiner gemahlin Barbara,Churfürst Ioachimi II. zu Brandenburg lochtet , ein vatterworden Jvhanniü Georgii, welcher stets kräncklich gclebet, undan. 7392. diese zeitlichkeit gesegnet, und Ioachimi Friderici.Dieser letztste wurde den 23. sept. an. 7330. gebohren, und be-kam Liegnitz , Brieg und Wohl au zusammen. Er legte vortrcsti-che proben feinet klugheit und gelehrsamkeit an dem Chur -Bran.denburgtschen Hofe ab, in dessen nahmen er auch an. 7374. dercrönung Henrlci Valesii in Warschau beywohnte. Er brachteauch die beyden berg-städle Reichstein und Silberberg an seinHaus, und starb an. 7602. Seme gemahlm, Anna Maria,FürstIoachim Ernsts zu Anhalt tochter, gebahr ihm nebst Geor-gio Rudolpho zu Liegnitz , Ober - Hauptmann in Oder-undNieder-Schlesien, so an. 7633. ohne leibes-erben verblichen, Jo-hannem Christianum. Dieser wurde an. 7397. den 28. aug. ge-bohren, und trat an. 7609. die regierung zu Brieg nach dendurch Teulschland und Franckreich vollbrachten reisen an, inwelchem jähr er auch den seinigen bey dem Kayser Rudolpho II.den majestals-brief zu freyer Übung der Augspurgischen Confef«sion ausqewircket. Der Kayser Matthias ernennete ihn zumOber-Hauptmann in Ober - und Nieder-Schlesien. An. 7678.schickte er den Lutherischen Ständen in Böhmen hülffe widerdie beeintrachtigung ihrer religion, erkennete auch das folgendejähr Pfaltzgraf Friedrichen, als erwehlten König in Böhmen ,für sein Oberhaupt, submittirte sich aber bald darauf wiederunter Kayserliche devvtion, und starb an. 7639. Erhalte 2. ge-mahlinnen, Dorotheam Sibyllam, Churfürst Johann Geor-gcns zu Brandenburg tochter, die ihm Georgium III. Ludvvi-cum IV. und Christianum gebohren, und Annam Hedwig, Edlevon Sitsch , von welcher er ein vatter Äugusti und Sigis»mundi worden. Georgius III. wurde an. 7677. den 4. sept. ge-bohren, und bekam das Hertzogthum Brieg. Die wiffenschaff-ten erlernete er zu Franckfurt an der Oder, und durchreiselehierauf fast gantz Europa , starb aber an. 7664. ohne männlicheleibes-erben. Seme tochter, Dorothea Elisabeth«, wurde an.7663. an Fürst Heinrichen zu Nassau in Dillenburg vermählet.Sein bruder aber Ludovicus, welcher zu Liegnitz resibirte, undsowol durch erbauung der kostbaren schloß-kirche, als auch durchandere rühmliche stiftungen, grosses lob verdienet, starb ohneeinige leibes-erben den 23. nov. an. 7663. Christianus, welcherseine residentz zu Wohlau genommen, wurde an. 1617. den 6.april gebohren. Nach abgang seiner beyden brüder ererbte erauch Brieg und Liegnitz . Vorhero an. 7640. wurde er auf derjagd von einer Schwedijchen partey gefangen, von den bürgernzu Brieg aber glücklich defteyet. Seinen bedienten begegnete eröfters sehr hart, doch beschenckte er sie nachmals desto reichlicher.Er starb an. 7672. von seiner gemahlin Louise, Fürst JohannCasimirs zu Anhalt tochter, hinterlassend Charlottam, welchesich Hertzog Friedrich zu Holstein-Sunderburg an. 7673. ver-mählet, aber nachgehends wiederum von sich geschieden, undGeorgium Wilhelmum. Dieser wurde an. 1660 . gebohren.Den gründ der wissenschafften legte er zu Franckfurt an derOder, welche er nachgehends zu Brieg noch weiter getrieben.An. 7673. indem 73. jähre feines alters reisete er nach Wien ,und empfieng daselbst mit grossen solennitäten die lehen über sei-ne drey Fürstenthümmer. Nach seiner zurückkunft trat er dieregierung an, welche er aber gar kurtze zeit führte, indem ihryder tod den 27. nov. an. 7673. das leben nahm,wodurch dcrHer,tzogliche Plastische stamm verdorret. Augustus wurde an. ,627.gebohren, aber von der succeßion in den Liegnitzischen Fürften-thümmern durch vätterliche verordnung ausgeschlossen. Eestarb an. 7677. nachdem er vorhero von dem Kayser in denGrafen -stand erhoben worden, und beschloß also völlig den Pia«stischen stamm, indem ihm sein leiblicher bruder Sigismundus,Freyherr von Klein-Liegnitz, bereits an. 7664. in die ewigkeitvorangegangen. Curaus & Schikfußus, in annal . Siles . Ritters »hus in tab. genealog. Fried. Ltttä Schief, thron. HeneliiSilesiogr. renovat.

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