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^mb waQ dem er auch zeit seines lebens nach vermögen bey-üand leistete, und sich, weil er vor den Sächsischen Fürsten m sei»nem Stiftenicht sicher war, mehrentheils bey dem Kayser auf-fielt, auch den Papst Hildebrand in der Engelsburg belager-te 3 m 1089. jähre bekam ihn Graf Lolhanus zu Quer-furt und Supplinburg, nachmaliger Hertzog zu Sachsen , undendlich Römischer Kayser, gefangen, von dem er sich> mttmarck silbers, und der Kasten-Vogtey zu Bremen losen muste.Er bauete die Stifts-kirche zu Bremen , gab auch anlas , daßsich Dänemarck der oder-aufsicht semes Ertz - Stifts entzog.Denn weil er König Erichen, so emige zu den Wenden nbcr-gclauffene Dänen hart abstrafte, entweder wureN.ch in denbann that, oder doch damit bedrohete, entrüstete sich derselbmedarüber, that eine reise nach Rom , und erhielt vom Papste erlaubniS , ein eigenes Ertz-Slift in seinen landen aufzurich-ten ; wiewol solches weder bey des Kömgs noch des Ertz-Bl-schoffs Liemar lebzeiten zu stände gekommen. Es starb aberdieser Ery-Bischoff im noi. jähre. Sonst aber berichtet Kran-tzius, daß von der zeit an der titul eines Ertz-Bischoffs zu Ham burg aufqehöret, und die folgenden Ertz-Bischösse zu Bremen qenannt worden seyen. Man findet aber noch über 40. jährehernach Hartwicum Ertz-Bischoff zu Hamburg und Bremen qenennet, deswegen vielleicht der titul der Ertz-Btschöffe zuBremen hernach erst daher entstanden seyn mag, weil dre fol-genden ihren beständigen sitz daselbst aufgeschlagen haben.Danckwerths beschr. Schleßw. und Holst. III. 13. p. 268.Jo. Otto , catal. Episc. & Archiepisc. Krem. apud Mencken.script. rer. Germ. tom. III. p. 787- Schwanz. append. adAlbini geneal. Com. Leisnic. apud Mencken. 1 . c. p. 978- ver-such einer zuverläßigen Nachricht vonHamb. I. p. 43 - leg-
Lambertus Schafnaburg. apud Pisior. script. rer. Germ. tom. 1 .p. 5 $x. 3?7- 423. Dodechinus, append. adMarianum Scotum,ibid. p. 666. Langius, chron. Citiz. ibid. p. 1141. Heineccius,antiq. Goslar . I. p. 8?· leg. Staphorsts Hamb. kirchen-gcsch.. k. I. lib. I. per. 2. c. 3. p. 440. scqq.
Eienz, Luenz, lat. Loncium, eine uralte stadt und schloß inTyrol, am fluß Draa, oder Dravo, wo die Isola hinein fället,4. weilen von Jnnichen. Hierbey sängt sich das Püsterthal an.
Eiera, von Bouckhoven, eine ansehnliche familie in Brabant,welche an. 1640. mit Engelberten von Liera und Jmmerscle,Vi-comte von Alvst, Herrn von Wommelghem und Laon , und Ba-ron von Bouckhove, von dem Kayser den Gräflichen charactererhalten. In dem diplomate wird angeführet, daß selbige über400. jähr daselbst in ansehen gewesen, und viel Helden und ande-re vortrefliche leuthe hervor gebracht habe. L’erefHon detoutes lesterres du Brabant &C. p. 27.
Eiere, Lira, eine kleine bevestiqte stadt, und die Haupt-stadtder Grafschafft Cantecroy, im Oesterreichischen Brabant, 2.ineilen von Mecheln , wo die stüffe Groß - und Klein-Nerhe zu-sammen kommen. Nach der schlacht bey Ramellies an. 1706.wurde dieser ort von den Franzosen verlassen, und von denAlliirten besetzt.
Eierort, eine in Ost-Frießland, an dem fluß Ens, 3. weilenvon Embden gelegene, und den Holländern zugehörige vestung.winckelmanns Oldenb. chron.
Eiessa, eine Herrschafft, schloß und stadt in Böhmen imBuntzlauer kreise, 4. weilen von Prag in einer annehmlichen flä-che an der Elbe gelegen, ist mit vortreflichen wild - bahnen,und allem andern, was auf dem lande belustigen kan , verse-hen. Der berühmte Kayserliche General, Graf JohannesSporck, liegt in der Pfarr-kirche des städtleins begraben. Dasneue schloß hat dessen söhn, Graf Frantz Anton, erbauet, unddiesen ort mit andern geist - und weltlichen gedäuden, gärten,fontainen und dergleichen ausgezieret. Oogtens jetztlebendesBöhmen, p. 41.
Eiesse, oder Lyesses, ein ort im Hennegau zwischen Aves-nes, und Chimay, allwo sich eine Abtey befindet. Liesse heis-set auch ein ort in der Isle de France, in der landschafft Laon -nois in Franckreich, hart an den grentzen von Champagne undPicardie, allwo ein wunderthätig Marien-bild anzutreffen,Notre Dame de Lieise genannt.
*Eießner, (Christian) ein Lutherischer Prediger, gebohrenzu Zittau den r. oct. im jähr 167;. studirle unter dem bekann-ten Rectore, Christian Weisen, gieng im jähr 1698. auf dieUniversität zu Leipzig , und muste sich daselbst meistentheils vominformiren erhalten. Er promovirte zu Wiltenbcrg in ^ubifeoAcademico im jähr 1702. in Magistrum, und folgendes jährward er zum ersten Reeiore bey der Evangelischen schule vonGrotz-Glogan beruffen, welche vermöge der Alt-Ranstädtischenconvention von Jhro Kayserl. Majestät aufzubauen war erlau-bet worden. Diese setzte er in gar guten stand, als er im jähr1715. nach Weigmannsdorffin Polen an der Schlesischen qren-tze zum Prediger vocirt wurde. Wiewol ec muste im jähr 1719.in das exilium , weil die dasige ktrche von den Catholischenweggenommen ward, erhielt aber noch in selbigem jähre das
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amt eines Substituten bey der Evangelischen kirche vor Groß- Glogau . Im jähr 172,. ward er 8ub-Diaconus , m jähr 17;,.'aber Senior oder Archidiaconus daselbst, und starb an einem fif-der den 8. stpt. im jähr 17; 1. Er schrieb den wohl-verdientmRector; 7. Schul - und Gedächtnis-reden, und verbesserte dengalanten Menschen unter dem nahmen Fortunander &c.
* Eietzen, ist eine uralte adeliche familie, deren stamm-underb-haus Willmersdorffin der Marck Brandenburg lieget, ß».riret aber vor dißmal zum theil in dem Schwäbisch - Riller-schafftlichen unmittelbaren freyen Reichs-Canton Graichgau,allwo sie die güther Alt-Wißloch und Benerthal besitzet, theilsin der Nieder-Laußnitz, allwo sie das guth Alten-Goltzen innehat. Zu anfange des XV. feculi thäte sich hervor Ernstvon Liehen, Erb-Herr auf Wiümersdorff, vermählt mit ©>«Catharina von Wölfen, deren söhn war Clemens, Rittmeister,der zur gemahlin hatte Barbaram von Götzen aus dem haustZahldorff. Diese zeugeten Ernsten, der gleichfalls Rittmeistergewesen, und vermählt war mit Barbara Elisabetha von Hin,cken aus dem hause Eichstätt , diese war eine Mutter Baltha-sars, der zur ehe hatte Urfulam von Falckenberg aus dem haustMalßdorss, und war eine mutler Abrahams, gleichfalls ge-wesenen Rittmeisters, verehlichet mit Anna von der Lippe aujdem Hause Planckenfeld. Diese gebahr Christoph von Lietzen,gewesenen Oberst-Lieutenant, vermählt mit Anna Catharina vonSchamern aus dem Hause Groß-Osten in Schlesien. Sie warendie eitern Christoph Dietloffs von Lietzen , Rittmeisters, welcheraus der Marck Brandenburg in die Nieder-Laußnitz nach Al-ten-Goltzen gezogen, und verheurathet gewesen war mit Catha-rina Barbara von Schlaberndorff, aus dem Hause Graden inBrandenburg . Erstgemcldter Christoph Dietloffzeugete Chri-stoph Ernsten von Lietzen, Rittmeistern, der die branche inder Nieder-Laußnitz fortführet, und zu Alten-Goltzen wohnet,ist verheurathet Mit einer von Stutternheim, die ihm zweysöhne zur weit gebahr, nemlich Johann Friedrichen und Oll»,nem, vermählt mit einer von Hunden; der zweyte söhn ChristophDietloffs war Joachim Friedrich von Lietzen, so noch auf demerb-hausc Wiümersdorff gebohren ward, hernach aber als Chur -Sächsischer Hauptmann im vorigen kriege zu ende des letztemfeculi heraus in das Reich kam, und die Ritterschafftliche gü-ther, Alt-Wißloch und Beuerthal erkaufte. Er war vermählt mit«Sophia Susann«, einer gebohrnen von Stetten aus dem äus-sern Hause, welche an. 1733. starb, und ihn vvrhero aus ih-rer gehabten ehe mit folgenden kindern erfreuete, als: Frie.brich Sigmund, annoch am leben, und bestalltem würcklichmOberst-Lieutenant und Commendanten des Löbl. Kays Gras.Wallseggischen infanterie-regiments, welcher sich an. 1716. ver.wählet hatte mit Friderica Sophia von Berlichingen aus demNeustätter Hause, bie.ihm gebahr Friedrich Wilhelm Wolfgan.gen, so aber bald wiederum darauf gestorben, und eine tochtcr,Theresia Eleonora, welche hingegen ihre Frau Mutter allzufrühzeitig zu anfange des 1740. jahrs durch einen schnellen,todvei lohr; sodann Johann Philippen, Fähndrich unter dem Lobl.Kayserl. Bettendorffischen regiment, dieser letztere aber starb an.1724. Obgemeldter Joachim Friedrich starb an. 1737. und zeu.gete neben obqcdachten zwey söhnen auch zwey töchter, nemlichFridericam Sophiam und Christianam Sophiam, so annocham leben und unvermählt. Conf. Documenta famil.
LIGA, in Franckreich ; siehe EI 6 I 1 E.
LIGA, ( Catholische) siehe Union (der Protestanten.)
* Eigarides, (Paisius ) von Scio gebürtig, lebte um diemitte des 17. jahrhunderts, und stund der schule zu Jassy inder Moldau vor ; nach der zeit ward er Metropolit zu Gaza ,und war in allen theilen der gelehrsamkeit wohl bewandert. Erhat allerhand geschrieben, welches meistens noch im man»-scripte lieget, ausser daß Arnaldus append. ad tom. 111 . per.per. Ed. Cathol. de S. Eucharistia p. 59. seqq. desselbenschrift de Fide Grascorum & Moscovitarum ad Joannem dsLilienthal , Regis Suecfe in Aula Moscovitica Residentem ,1666. Lateinisch eindrucken lassen. Demetnm Proapiw, deErud. Grase. 34. apud Fabricium, bibl. Graec. vol. XI. p· 'S*·Fabricius, 1 . c. V. 43. n. 26. p. 436.
Eigarius, (Quintus) war der Lieutenant des ProconsulsCau Considll in Africa, und ivußte sich in dieser provintz zo be-liebt zu machen, daß die cinwohner ihn durchaus an statt desConsidii haben wollten. Es wurde ihnen mich in ihrem begeh»ren gcwillfahret, da er dann bey ihnen die Hoffnung, so manvon ihm hatte, von tag zu tag vermehret, so, daß sie ihn auch zuihrem Haupt in dem einheimischen kriege zwischen dem Cmarund Pompejo erwehlen wollten. Allein er schlug dieses aus,war aber gleichwol dem Pompejo viel geneigter als dem C«>ar.Nichts destowcniger erlaubte ihm dieser, nachdcin Cicero anevertrefliche rede zu seiner Vertheidigung gehalten hatte daß erwieder nach Italien kommen durfte. Es ist gewiß, daß Cmar,ehe er den Ciccronem gehöret, sich vest vorgenommen halte, M-bigcm seine bitte abzuschlagen, und den Liqarium im elend lie-hen zu lassen; nur sagte er kaltsinnig: Audiamus tarnen u-cerorffcm ; lasset uns dennoch den Cicero anhören. Allein die-ser wußte ihn durch seine rede nach und nach dergestalt eintu«nehmen und zu bewegen, daß er letztlich, da Cicero auch von derPharfalischcn schlacht zu reden, und die Verbitterung des an-klägers selbst wider Cästwem, rind wie er sowol als andenuMda gern auf leib und leben gcsttzl hätte, zu beschreibe» annchg,
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