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fleißig abgerissen, und beschrieben sind, seithero verlohren gegau«gen, und wie deswegen Ligorius unstreitig nicht nur schlechterdingen für einen mahler, sondern auch für einen Gelehrten sollegehalten werden ; also lässet sich doch auch daraus zu mehrma-len abnehmen, daß er das alterthum noch nicht aus dem gründestudirt gehabt, in den auslegungen oft gefehlet, viel neue un,tergeschobene stücke für alte angesehen und bargegeben, die Grie-chischen stein-schriften übel gelesen und verstanden rc.wiewvl ihmdie gelehrte weit noch immer für das, so er würcklich und zugrossem nutzen der schönern studien geleistet hat, gar sehr ver-pflichtet ist, und die mit untergeloffene fehler in ansehung seinerüberschwenglichen arbeiten gern verzeihen soll. In der that ha-ben ihm die Gelehrten seiner zeit, so ebenfalls in Italien gelebt,grosses lob beygelegt, als Antonius Augustinus, Fulvius Ur-sinus, Onuphrius Panvinius , Hannibal Caro und andere.Der Papst Pius IV. bediente sich feiner an. izüo. als er demPapst Paulo IV. zu ehren ein Mausoleum von marmor auf-führen ließ. Felibitn , entretiens für les vies des Peintres.£3. Spanbem. differt. IV. de usu & prxst. numism. ant. *
LIGUE , so nennet man die partey, welche sich ihrem vor-geben nach zur Vertheidigung der Catholischen religion an. 1576.in Franckreich zusammen verbunden, und sonst auch die heiligeUnion genannt wurde. Der erste, der auf eine allgemeine Li-gue der Catholicken dachte, war der Cardinal von Lothringen ,der den Häuptern des Loncilii zu Trident, und durch selbigedem Papst vorstellte, daß kein besser mitte! wäre, die Catho-lische religion wider die ketzer zu vertheidigen, als eine Ligue,in welche man alle Fürsten und grosse Herren, so viel man derendazu bringen könnte, insonderheit aber den König in Spanien ,aufnehmen, der Papst aber sich zum Schutz-Herrn erklären, undein Haupt erwehlcn müste,welches den Catholischen insgesamt zubefehlen hätte. Dieser Vorschlag wurde gebilliget, und bereitsanstalt gemacht, den Hcrtzog von Guise, des Cardinals von Lo thringen bruder, zum Haupt solcher Ligue zu wehlen, als mangleich die pvst erhielt, daß er gestorben wäre. Inzwischen ließdoch der Cardinal fein vorhaben nicht fahren, sondern warteteirgend noch 10. oder 11. jähr, bis sein cnckel, der junge Hcrtzogvon Guise, Heinrich von Lothringen, das zu ausführung bestselben benölhigte alter erreicht; da er dann die fache noch-mals dem Papste und dem Könige in Spanien vortrug, welchebeyderseits seine meynung, odwol aus gantz unterschiedenen Ur-sachen, sich gefallen liessen; indem der Papst gern die ketzer aus-gerottet wissen wollte; der König in Spanien aber sich der un,ordnung, so die Ligue in Franckreich anrichten würde, zu sei-nem Vortheil zu bedienen dachte. Ob nun wol hierüber derCardinal selbst starb, so ließ sich doch der Hertzog von Guise an-gelegen seyn, eine solche partey auf seine feite zu ziehen, wodurcher dem grösten theil von Franckreich gesetze vorschreiben könnte.Denn einmal war er bey dem Könige wegen seiner gewalt undanschens unter dem volck verhaßt, hingegen war der Guisischenähme bey der Clcrifey und dem pöbel, bey welchen der Königgantz in Verachtung gekommen war, in grossem ansehen, wel-ches ihm in seinem unternehmen nicht wenig muth machte. Erließ demnach an. 1576. einen entwurfvon der Ligue verfertigen,den er unter den eifrigsten Catholicken in Franckreich, oder unterdenen, von welchen er wohl wußte, daß sie seinem Hause am mei-sten gewogen waren, in geheim wollte herum gehen lassen. In-sonderheit vertraute er sich dem Herrn ä'Humiercs, Gouver-neur zu Peronne, welcher, als er sahe, daß die 12. artickul, ausweichender gedachte entwurf bestund, allzu offenbar wider denKönig waren, denselben änderte, und 18. andere artickul ver-fertigte, nach welchen es den schein hatte, als wenn die Ligueblos zum dienst des Königs abgesehen wäre. Wie denn auchder inhalt dahin gieng : daß man dem Könige allen gehorsamleisten, und die Übung der Catholischen religion beschützen woll-te ; daß der Adel selbst in eigener Person zu dienen, oder leuthe,pferde und geweht anzuschaffen, und die Geistlichen nach deraufgerichteten taxe zu den Unkosten der Ligue gleichfalls zu con-tribuiren hatten. Dieses Instrument wurde an. 1577. den ij.feste, zu Peronne bey nahe von 200. Edelleuthen und Beamtenselbiger provintz unterschrieben, welchen bald daraus andereprvvmtzen des Königreichs nachsolgeten. Niemand aber erklär-te sich mit grösserer Verwegenheit vor diese partey, als der Herrde la Tremouiüe, der hernach Gouverneur von Poitou wor-den. Im nov. wurde in der Versammlung der Stände zu Blois den Resormirten die Übung ihres gottesdiensts gäntzlich verbo-ten, denn die von der Ligue waren da die mächtigste partey.Der König, welcher wohl sahe, daß es ihnen mehr um seine au-thorität zu schwächen, als um die Hugenotten zu dämpfen, zuthun wäre, wollte daher das Haupt von der Ligue seyn , inHoffnung, auf solche weise derselben meister zu werden. Alleinweil er keinen krieg liebte, so machte er zu Poitiers an. 1578.ein edict, krafft dessen den Hugenotten nach dem inhalt der vori-gen edicten und fticdens - schlüsse die freye Übung ihrer religionvergönnet wurde. Die Ligue, welche, wenn der König sich zuihrem Haupt gemacht, und dabey verharret hätte, sich nichtswürde unterfangen haben, erklärte sich hierauf auf einmal,unteranführung des Hertzogs von Guise an. 1581. wider denKönig,zudessen vorwand ihnen dieses dienen mustc, weil er sich mit demKönige von Navarra , der ein ketzer wäre, in ein bündniS einge-lassen. Gedachter Hertzog zog den Cardinal von Bourbon aufseine seitr, welchem er Hoffnung zur Crvne machte, wurde aber
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»och mächtiger, als sich die unter dem nahmen der Sechzeh-ner beruffene Ligue der Pariser zu ihm schlug. Diese beson-dere Ligue hatte ihren ansang von einem bürger zu Paris , nah-mens 1a Roche-Blond , an dessen statt doch andere Pierre Bru-ierc, einen Parsumeur und dessen söhn Matthieu, einen dama,ligen Lieutenant Civil setzen, welche aber ohne zweifcl durch dievon Guise angestiftet wurden. Es schlugen sich aber bald meh-rere leuthe und von gröfferm ansehen dazu, als Boucher, Pfar,rer von St. Benoit, Prevot, Pfarrer von St. Severin, Lau«noy,Dom-Herr zu Soiffons, und der vormals unter den Refor-mirten einHrediger gewesen war, Cvmpan,ein kaufmann, Char-les Hottmann, ein Advocat. Als diese in kurtzem noch viel mehre-re leuthe aus allerhand ständen auf ihre feite gebracht, fiengensie an, die nöthige» einrichtungen zu machen, und schössen 16.Personen nach den 16. quartieren der stadt aus, baß jeder aussein angewiesenes quartier acht haben möchte ; wiewol einigewollen, daß es 40. gewesen, und weil sie in die 16. quartierezu Paris verlegt, damit das, was in ihrem Rath geschlossenward, desto besser möchte vollzogen werden, so hatte man sienach der zahl ihrer quartiere, nicht aber nach drr anzahl derPersonen, so diese Ligue commandirten, die Gechzehner gcnen-net. An. 1584. machte sich der Hertzog von Guise von Hos zuseinem Gouvernement in Champagne, und begab sich nach Ioin-ville, wo die Gesandte» des Cardinals von Bourbon und desKönigs in Spapien sich befanden. Daselbst machte man denschluß: daß, so fern der König ohne kinder stürbe, der Cardinalvon Bourbon ihm succediren, alle ketzerische Printzen aber vonder Crvne ausgeschlossen seyn sollten ; daß der König in Spa nien alle monat 50000. Pistolen zu erhaltnng derLigue hergeben;hingegen die von der Ligue Ihrer Caihol. Majest. rebellische Un-terthanen in den Niederlanden wieder zum gehorsam solltenbringen helffen. An. 1585. gieng der krieg an; allein etlichemonate darauf ließ derKönig der Ligue zu gefallen ein edict aus-fertigen , darin« er alles, was bisher den Hugenotten zum be-sten ausgegangen war, widerrief, und den Resormirten dieÜbung ihrer religion gäntzlich untersagte. Nachdem dieses edictpudlicirt war, gieng alfogleich der krieg in gantz Franckreich vonneuem an; denn der König von Navarra und der Printz vonCvnde zogen den Marschall und Hertzog Montmorenci, derGouverneur in Languedoc und das Haupt der Königlichen par,sey war, aufihre feite. Diese waren lauter mißvergnügte Ca,tholicken, welche ihrem vorgeben nach die Königliche authoritätwider die, so den Staat turbirten, mainteniren wollten. Daman dann leicht sehen konnte, daß der krieg nicht blos wegender religion geführt wurde, weil die Königliche Catholicken wa-ren, und doch die Waffen wider die Ligue ergriffen. Der PapstSixtus V. nahm sich derer von derLigue an, und gab eine ge-waltige bulle wider den König von Navarra und den Printzenvon Conde heraus, krafft welcher er sie ihrer länder entsetzte,und zu aller succeßion gantz unfähig declarirte. Der König vonNavarra ließ in Rom eine protestation wider solche bulle an-schlagen, und verstärckte seine partey zu behauptung seiner rech-te. An. 1587. brachten die Protestantischen Fürsten in Teutsch-land eine starcke armee auf die deine, um den Hugenotten beyzu«stehen, sie wurde aber bald geschlagen, und gezwungen, sich zu,rück zu ziehen. Hierüber wurde die Ligue immer hochmüthiger,und das lob des Hertzogs von Guise erschallete durch dieselbe ingantz Paris . Im julio des 1588. jahrs favorisirte der Königwiederum der Ligue mit einem edict, welches man das edict derrennion nennete, darinn er sich erklärte, daß er alle ketzerey ausseinem Königreich verbannet, und so er ohne männliche erdenstürbe, alle ketzerische Fürsten von der succeßion zur Crvne aus-geschlossen haben wollte. Darauf versammelte man die Stän-de zu Blois , allwo der König mehr als einmal innen wurde, daßsich der Hertzog von Guise mächtiger als er zu machen suchte, in-dem nicht nur die meisten Deputirten seine creaturen, sondernauch die Präsidenten dieser Versammlung gäntzlich vor ihn in-tereßiret waren, und die propositiones grossen theils auf verklei,neruna der Königlichen authorität offenbar abzielten; daher»der Kvnig den schluß faßte, den Hertzog und seinen bruder denCardinal aus dem Wege zu räumen. Allein der tod dieser beydenPrintzen machte die von der Ligue gleichsam rasend. Sie brach,ten den 7. jan. an. 1789. um ihrem aufstand einen schein zu ge-ben, durch etliche Doctores aus der Sorbonne ein beeret her-aus, welches andere, um der wüth der Ligue zu entgehen, unter-schrieben. Dieses decret, (welches nachmals die Sorbonne, sobald sie wieder in freyheit war, als abscheulich, verdammte)hielt in sich, baß die Franzosen des eydes der treue und gehör«sams, den sie dem König geschworen, quitt wären, und gar wohlzu Vertheidigung der Catholischen religion die Waffen ergreiffenkönnten. Nachdem aber der Hertzog von Aumale, Gouverneurzu Paris , und der Rath der Sechzehner dem Parlement nichttraueten , und den schluß gemacht, sich der verdächtigen Perso-nen desselben zu versichern, so nahm Joh. le Clerc, Bußi ge-nannt , der zuvor Parlements-Proeutator, und nunmehr Gou-verneur von derBastille war, die commißion auf sich, und führteden 16. gedachten mvnats den Ober-Präsidenten Achilles d'Har-lay nebst den Präsidenten Poitier de Blanc - Mesnil und deThou, ingleichen die älteste Räthe dieses Hofs, in die Bastille ,deren stellen aus denen von der Ligue ersetzt wurden. Einige zeithernach langte der Hertzog de Mayenne, des Hertzogs von Gm«se bruder, zu Paris an, welcher sich angelegen seyn ließ, denRath drr Sechzehn« zu schwächen, um sich desto mächtiger zu
machen,