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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tharius auf der rückreise begriffen war, starb er ;u Breduwan-Villa, nahe bey Trident, den}. dec. an. ii;?. (o) von seinergemahlin Rixa zwey töchter hinterlassend, davon die älteste,Gertrud , Henrici des stoltzen, Hertzogs in Bayern , gcmah,lin worden, und zur mitgifl das gantze Hertzogthum Oder-undNieder-vachsen mitgebracht, gleichwie mit der andern tochter,Hebwig, Ludovicus Barbatus die Landgrafschafft Thüringen erlanget, (stehe Henricus, Hertzvg in Bayern , und Ludovi-

cus Barbatus.) (s) Cbron. Sax. ad an. 1109. p. 211. Alberic.ad an. 1086. p. i;i. conf. Meibom. tom. I. rer. Germ. p. 523.(b) Diplom, ap. Rittmeyer. Braunfthweigischekirchrn-htstvrie,p. I. in dcylage p. }}. Albert. Staä. ad an. 1107. III}. Conr.Vrßperg. p. 209. (c) Otto Frißng. lib. VII. c. 17. p. 148. & degest. Frid. I. lib. I. c. 15. p. 41$. Helmold. lib. 1 . c. 41. p. 107.Conr. Ursp. ad an. 1126. p. 209. Godofr.Viterb. P. XVII. p. 509.

(d) Otto Frißng. lib. VII. c. 19. p. 149. Cbron. Hildesb, ad an.ii}}. p. 741. Cbron. Sax. ad d. a. p. 292. Alberic. d. a. p.26}.

(e) Otto Frißng. de gest. Frider. I. lib.I. c.20. p.417. Dodecbin.

ad an. 1126. Cbron. Hilde.h. d. a. p. 740. Alberic. d. a.p. 2} 1. &ad an. 1127. p. 2}}. (f) Petr. Diac. cbron. Caffi-

nenC lib. IV. c. 97. Dodecbin. ad. an. ii}o. Cbron. Sax. d. a.Otto Frißng. lib. VII. c. 18. p. 149. Cbron. Magdeb. MSC. ap.Vag. ciit. in Baron . tom. IV. ad an. ii}0. n. ;8- p- 471 · Aigid.aurea VaU. bist. Pontif. Leod. c. 27. ( g ) Otto Friß. d. 1 . Conr.Vrsperg. p. 212. Petr. Diac. cbron. Calsin. lib. IV. c. 9. Baron.annal. eccl. tom. XII. ad an. ii}i. n. 9. 10. & Pagi, ad d. Lp. 476. n. 15. (h) He'mold. cbron. Slavor. lib. I. c. 49. p. 119.Saxo Grummets, lib. XIII. p. an. (i) Petr. Diac. d. 1 . Godofr.Viterb. P. XVII. p. $09. Conr. UrJp. p. 212. Cbron. Sax. adan. ii}}. p. 189. Baron. tom. XII. ad d. a. n. 1. Radevic. degest. Frid. lib. II. c. io. (k) Cbron. Sax. ad an. ii} p. 290.Cbron. Hiidesh. d. a. p. 741. ( 1 ) Petr. Diac. 1 . c. Ant. de GueUfis Princ. c. 12. p. 788· Otto Friß lib. VII. c. 19. seq. Cbron.Sax. ad an. 11}}. seq. Falco, ad an. 11 } (in) dd. 11 . (n) Con-ring. de 0 . J. G. c. 21. p. 117. 127. i}}. (o) Epitaph, ap.Meibom. tom. 1 . rer. Germ. p. 798. Cahxt. dislert. de cultu re-lig. p. 11. Dodecb. Chr. Sax. Chr. Hiidesh. Alber. ad an. 1137.conf. Pagi , crit. in Baron . tom. IV. ad an. ii}8- n. 6. 7. p.;i8.

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Eotharius, König in Franckrcich, ein söhn Ludovici IV.'Transittarif, i und der Gcdergä , KayserS Ottonis M. schwester,gcdohren zu Laon an. 941. Weil sein vatter mtt Hugyne demgrossen, Hertzoge in Neustcia und Burgund , grosse unruhehatte, nahm er}. jähr vor seinem tode an. 951. ihn in die gescll-schafft der reqierung , um ihm die succeßion zu verstchern. (a)Nach Ludovici tode aber machte Hugo keine schwieriqkeiten, son-dern Lotharjus succedirte ohngehindert im i}. jähre seines altersseinem vatter, und wurde zu Rheims den 12. nov. an. 954. ge-. crönet. (b) Er machte hierauf zur danckbarkcit Huqonem zum

« oge von Aquitanien , weil er aber hierdurch Wilhelmum,m von Poitiers , bey dessen familie diese Hertzogliche wür-de bisher immer gewesen, vor den köpf stieß, kam es zum krie-ge , in welchem Wilhelmus zwar geschlagen wurde, der Königaber vor Poitiers «11.95?. unverrichteter jache abziehen muste.(c)Zu eben dieser zeit starb Hugo der grosse, wodurch Lothartuseiner grossen last defreyet wurde. Doch konnte er dessen ländernicht, wie er gern gewollt hätte, mit der Crone vereinigen,weil es der damalige zustand in Franckrcich, da alle Grafen ih.re Grafschafft erblich und fast gantz eigenthümlich besassen , undder König nichts als das einzige Laon vor sich übrig hatte, nichtlitte. Und also muste er Hugonis söhn, Hugont Gapeto , dasHertzogthum Franckreich nebst der Grafschafft Poitiers , unddessen bruder Otloni das Hertzogthum Burgund lassen, (d) DenHertzvg von der Normandie , Richardum I. suchte er hierauf ge.fangen zu bekomme» , und dadurch das land an sich zu brin-gen ; zu dem ende er zu 2. malen eine Zusammenkunft veran-laßte, bey welcher aber sein vorhaben allezeit entdeckt wurde, undRichardus davon kam. Weil er nun die Normandie mit ge-walt wegnehmen wollte, rief Richardus die Dänen zu hülffe,weiche in Franckreich ankamen, und alles verheerten, auch da-durch Lothartum zwangen, mtt Richards friede zu machen,und ihm aufeben die eonditiones , die ihm fein vatter Lndovi«cus IV. Transmarinus zugestanden, nemlich, daß er zwar Vasallseyn, aber keine servitia leisten sollte, die Normandie bestätig-te. (e) Hierauf zwang Lotharius den Grasen von Flandern ,Aruulfum II. welcher von lehns-diensten frey seyn wollte, nahmihm m gesellfchafft der Normänner an. 96;. Arras und Douayweg , die er ihm wieder gab, als sich derselbe bequemte. (f )Nach diejem hatte Lotharius eine ruhige regrerung bis an. 97s.Dann er nahm die partey Raginerti und Lamberti, zweyer Gra.fcn, welchen der Kayfer Otto II. die Grafschafft Hennegau ge-nommen hatte, und half ihnen nicht allem mit gemalt wiederumzum besitze derselben, sondern wollte auch gantz Nieder-Lothrin-geu von Teutschland abreissen , und es seinem bruder Carola,der ohnedem von Franckreich nach des valters tode nichts geerdethatte, geben. Aber Otto II. ergriff eine schlaue rcsolulion, undgab gantz Nieder-Lothringen diesem Carolo selbst freywillig , je-doch das, er deswegen ein vasaü des Teutschen Reichs seyn sollte.Hierdurch brachte er Carolum auf feine fette, Lotharius aber fielgantz unvcrmuthet in Ober-Lothringen ein, empfieng zu Metz die Huldigung, und kam eilends bis Aachen , allwo der Kayfereben tafcl halten wollte, und sich auf die flucht machte, wor-auf Lotharius an des Kaysers tafel speisete. Jedoch dvrfte er sichHiftor. Umon iv. Theil,

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nicht lange allda verweilen, sondern zog nach wenig tagen, als erdie stadt und das umliegende land sehr beraubt,auch zum theil mitfeuer verwüstet hatte, wiederum zurück. Dieses zu revangiren,plünderte Otto mit 60000. mann die provintz Champagne, undrückte bis nach Paris . Als ihn aber der winrer wiederum zurückzu gehen nöthigte, verlohr er durch eingerissene seuchen und ande-re ungelegenheiten einen grossen theil von seiner armer,und als erüber den fluß Atne gehen wollte, siel ihm Lotharius , welchersich durch Heinrich, Hertzvg zu Burgund , und HugonemCapetum, den Grafen von Paris, namhäfft verstarckt hatte, indie arriere-garde, und trieb ihn bis nach Ardenncs an. 979.Dessen ungeachtet wurde ei» friede veimittelt, da LothariusOttoni an. 980. Lothringen , zcdoch nicht anders alö mit demlchns-nexu, wieder einräumte, welche tractaren den Grossen inFranckreich sehr mißfiele»,, weil Lotharius gantz Lothringen hätte bekommen können. Doch wird dieses nur von dem Gon-tinuatore Flodvardi also gesetzt!, da verschiedene andere deut-lich schreiben, Lotharius hätte sich alles anfpruchs an Lothrin­ gen gäntzlich begeben, auch wegen der ihm überlegenen machtOttonis wol begeben müssen, (g) Allein einige zeit hernach,da Otto II. gestorben, gieng Lotharius an. 984. wiederum inLothringen , und nahm Verdun ein, so er doch hernach Ot-tvni III. wieder restituirte, und friede machte, (b) starb aberan. 986. den ^. mattn zu Rheims , wie einige vorgeben, anbeygebrachtem gifte, da er ohngefehr 45. iahr alt war, undnach seines vatlers tode }2. jähr regiert hatte, (i) Er war einbraver Herr, der, indem er mit Hugone Gapeto gute freund-schafft hielte, sein Reich innerlich ruhig regiern, und nochgrosse fachen würbe gethan haben , wann er länger gelebt hät-te. An. 978. nahm er seinen söhn Ludovicum i» die gesell»schafft der regierung. (k) Seine gemahlin war Emma, Lotha»rit des Königs in Italien tochter, mit welcher er einen einzigensöhn , nemlich Ludovicum V. zeugte, welcher ihm in der re-gierung folgte. Ausser dem hatte er auch zwey natürliche söh-ne , welche waren Arnulphus, Ertz-Bischoff von Rheims , undOtto, der jung gestorben. (I) (a) CHJflet, bist. de lAbbayede Tournus, p. 287. (b) Flodoard. cbron. ad an. 9} 6. Con-

tin. Aimotn. lib. V. c.4}. Cbron. Virdun. & S. Perri Viv. Senon.ad an. 9} 6. (c) Fiodeard. cbron. ad an. 955. (d) Idem, adan. 956. Cbron. Floriac. d. a. (e) Wilhelm. Gemmet. lib. IV.c. i}. seq. Dudo, lib. III. Flodoard. cbron. an. 961. seqq.( f ) Dudo , lib, III. Flodoard. cbron. an. 96}. ( g ) Flodoard.cbron. Hermann. Contr. Lambert. Sebafn. Sigeb. Nangius, He·pidan. Chron, Hildesb, ad an. 978· seq. daher. Rodolf. lib. I.c. }. conf. BlondeB. geneal. Franc. plen. asiert. p. 2 6}. seqq.(h) Nangii chron. an. 984. Glaber. lib. I. c. }. Gerberti epist,aa. }?. }8. 72. 90. Balderic. lib. I. c. 104. (i) Gerberti epist. 74.Contin. Aimoin. ad an. 986. lib. V. c. 45. (k) Glaber. lib.I. c.}.Gerbert. epist. conf. Pagi , crit. in Baron . tom. IV. ad an. 978.n. 2. p. 40. col. 2. ( 1 ) Flodoard. chron. ad an. 966. Mabition,de re dipl. lib.il. c.26. conf. Daniel , bist. deFr. tom.I. col.986.*

Eotharius, der jüngere genannt, König in Lothringen ,Kaysers Lotharii I. söhn, und Kaysers Ludovici II. wie auchCaroli, Königs von Burgund und Provence bruder; bekamzu folge feiner vätterlichen theilung zi> feiner portton Austrasien <oder dasjenige stück von Franckreich, so hernach von seinemnahmen das Lotharingische Reich, von den Go-evis aber nurFrancia gcnennet worden. Sein ältester bruder Ludovicus be-schwerte sich zwar über die vätterliche theilung, doch blieb die-selbe vest. (siehe Cudovicus II. Kayfer.) Lotharius vermähl-te sich an. 856. mit Thietbcrga , des Grafen Bosons anver-wandtin, einer schwester Hncberti, der ein Abt, aber vonder art, welche die erlaubnis hatten, sich zu verheurathen,und in selbigen zeitcn gar nicht seltsam waren, und zugleichHertzvg über einen grossen theil von Burgund, :, Transjurana,gewesen ist. Nachdem er aber derselben überdrüßig worden,und sich in Valdraden, seiner muttcr befreundtin, verliebt hal-te , beschloß er, jene von sich zu scheiden , und diese zu hcura-then. Zu dem ende beschuldigte er seine gemahlin einer blut-schande mit ihren» eigenen bruder Hucberto, die sie uoch vorder ehr begangen haben sollte. Sie läugnete zwar die Misse-that sehr t soll auch ihre Unschuld , wie einige schreiben, durchdie probe des heissen wassers, dargethan haben, und wardvom Könige wieder zur gemahlin angenommen. Weil aberdieser sie nicht leiden konnte, ward sie durch allerley Vorstellungengeschreckt, daß sie sich selbst des von ihrem geinahl ihr von neuemschuld gegebenen lasters anklagte, woraus an. 860. sowol derErtz-Bischoff zu Cöln als der zu Trier deswegen die unterihnen stehende Bischöffe zu Aachen versammelten , und selbigedahin beredeten , daß sie die ehe des Königs Lotharii lrcn.neten < und Theutbergam zur öffentlichen kirchen - busse ver.dammeten. Allein Theutberga entflöhe heimlich nach Franck-reich , und erhielt von Carolo Galvo schütz. Der Papst Nico«laus I. mißbilligte auch des Aachischen 8 ynod> unternehmen,und beschickte deshalb?« sowol gedachte Ertz-Bischöffe, als auchden König , welcher sich der ktrche zu unterwerffcn versprach,nichts destowentger aber gleich darauf im april an. 862. zuAachen einen 8ynoäurn hatten ließ, der ihm erlaubte, sich wie-derum zu verheurathen, worauf er auch würcklich ohne er-wartung der Päpstlichen consirmation des 5 ynodi , die ehe mitValdrada vollzog , und ihr den titul einer Königin gab; vonneuem vorgebend , daß er schon bey lebzeiten seines vatters

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