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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ward er von dem Marggrafen Ernst Friedrich nach Durlach be-ruffen um scr^l eine bedienung in der k.rche, alsdasRecto-ratm der Ä,!e auf sich zu nehmen; diesem wartete er bis aufden tod des Margarafen löblich ab; muste aber darauf sich umeMe andere station bewerben : Bald aber ward er von den Hei-delberqischen Theologis dem Churfürsten in der Pfaltz recom-mendirt zu dem Cvnrectorat der fchule zuAmberg, welcherstation er fürgestanden, bis chm die Proscssio Orgam Anstot. mseinem vatterlande angetragen wurde; er nahm dieselbe ami6n. an, mit Hinbansetzung anderwarttgen vocatronen, alsnach St. Gallen; wie er auch hernach die ihm von dem Churfür-sten in Brandenburg angetragene Pros. Theol. zu Franckfurtander Oder höflich ausgeschlagen. Doch ward ihm an. 1619. ve-williget/ von der Obrigkeit und Universität / auf ersuchen Lu-dovici , Fürsten von Anhalt , nach Cöthen zu ziehen , um all-da die schule zu restauriren. Bey dieser gelegenheit that er emereise nach Teutschland, Holland und Frießland, und als er wie-der in sein vatterland gekommen, ward ihm vom Senatu Aca-demico wegen seiner grossen erfahrenheil in Philosoph. undPhilolog. und geübter lehr-art, die commißion aufgetragen,die krsecepta Artium , Grammatic® Lat. & Grase® , Logic®,Rhetoric® & Poetic® , zum gebrauch des Gymnasii und derAcademie aufzusetzen und in druck zu geben, deren man sichauch allda eine gar lange zeit bedienet; stunde sonst seiner Pro-session, wie auch übrigen ämtern, nemlich Vifitatoris Schoteund Pr®poüti des obern Collegii , mit qröstem lobe vor, arbei-tete immer, wie solches nicht nur seine vielfältigen collegia,sondern auch in druck gegebene schriften, genugsam an tag ge-hen , ohngeachtet er oft einen excursum nach Bern , Lausanne ,Genf , Zürich und Schaffhausen that. War sonst von freund-lichem umgang und angenehmer conversation, zum Lehr-amtvortreflich tüchtig, starb an. 1642. Von ihm sind in druckausgangen, eine grosse anzahl theol. Philolog. Philosoph, undhistorischer schriften, als: Cornpendiurn Theolog.; Dispu-tatio de Satisfactione cum Gittichio ; Svnopsis Anti-Socinia-na ; Semi-Pelagianismus Remonstrantium ; Dictionar . Gr®c.;Virgil. cum not. varior. infoL; Thesaurus Lingu® Lat. recenli«tus; Historia Jesuitica lat. UNd teutsch; Hiltor. Ecclefiast.Magdeburg.; Historia Augustini ex ejus oper. collecta, &c. ExArcb. Acad. Bafil. & Authoris ßiograpbia. *

Lucius , von Patras , schrieb in Griechischer spräche einentractat von verwandelungcn, welches werck Lucianus in seinemLucio oder esel imilirte; gleichwie diesem Apuleius in seinemgöldenen esel mag nachgeahmet haben , wiewol vielleicht dieserdas feinige ausLucii und nicht aus Luciani original kan genom-men haben. Salma/ms, in proleg. in Solinum. VoJJ] lib. IV. deHist. Gr®c. pag. 517.

üuciuß, (Petrus ) ein Carmeliter-Mönch, war von Brüs­ sel , und gab an. 1594. eine bibliotheck von scribenten seines or-dens heraus. Man legt ihm auch noch andere schriften bey.Fojsevin. in appar. sacr. Alegte, inparad. Carm. Andreas, bibl.Belg.

Lucius , (Pomponins) mit dem zunahmen , Flaccus Gr®.cinus , ein Römischer General in Teutschland unter des Kay-sers Claudii rcgierung, erlegte eine starcke räuberische rotte derGattorum , und erzeigte dabey nicht wenig sorgfalt und Vorsich-tigkeit ; wußte auch nachdem das gantze volck so zu schrecken,daß sie durch ihre gen Rom abgefertigte Gesandte um friede ba-ten , und zu Versicherung der vesthaltung künftigen ruhe-standsgeisseln gaben; aus welcher ursach dem Pomponio nach der da-mals üblichen gewohnheit nicht der triumph selbst, als den dieKayser schon lange sich allein vorbehielten, sondern die zierbcnoder ehren-zeichen des triumvhs zuerkannt wurden. Doch er-warb er sich noch grösser» rühm durch seine gelichte, wie Taci-tus in seinen annalibus berichtet. Etwas zeit vorher unter Ti-berio A. L. 17. war auch ein L. Pomponins neben C. Cölio oderCäcilio Bürgermeister gewesen, so gar wohl eben der gegen-wärtige seyn kan. Tacit. annal. lib. XII. c. 27. 28. FaßtRom . *

Lucius 1 (Aelianus) vereinigte sich im III. feculo mit Cn.Salvio Amando, und warf sich nebst selbigem zu einem rädcls-führer von einer aufrührischen rotte bauren auf, welche sichBacaudas oder Bagauders, das ist, die Barfüsser nannten,und Franckrcich verheereten, bis sie endlich von MarimianoHerculio A.G. 287. in einigen treffen erlegt, und wie es schei-net , nach ertödtung der Häupter bald völlig gedämpfet wur-den. *

Lucius, (Volusius) ein Rechtsgelcbrter, siehe volustus.

"Lucius, (Johann Gottlieb) gebohren zuDreßden an. 166c.den z.ftvt. zog an. 1682. auf die Universität Leipzig , promo-virte in Magistrum, blieb daselbst 8. jähr, wurde an. 1687.Theologi ® Licentiatus , 011.169;. Diaconus Mutinensis, dasfolgende ,ahr Prediger in Dreßden, an. 169;. Superinten-dent zu Waldheim , an. 1698. zu Borua, an. 1708. Theolo"gi® Doctor , und an. 1712. Superintendent zu Pirna , allwoer an. 1722. den 27. april verstorben. Er gehöret mit unter dieIngenia pr®coc>a. Man hat von ihm difputationen : 1 ) deLege sterna, Leipzig 168s. 2.) Zwey dissertatione» de Ter-minis Philosophicis Deo applicatis ab imperfectione liberandis , Leivzig 1689. ?·) de Convivi)!catione Fidelium cuniChristo , ex Hof. VI. 2. Leipzig 1698. 4.) de Cohabstatio

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& Conglorificatione Fidelium cum Christo sterna, ob quamipse Sacerdos summus .apud Patrem intercessit pro tw erJoh. XVII. 24. Leipzig 1708. 5.) de Descensu Christi ad inferos contra Hafeum; 6.) Biographiam Ephororum Bornensium &c. Unschuld. Nachricht.

* Lucius , (Caspar) ein Würtembergischer Geistlicher, matt»an. 1555. zu Stuttgard gebohren, und studirte anfänglich da-selbst , und hernach zu Tübingen . An. 1576. ward er Pfarrerzu Lustnau bey Tübingen, an. 1582. Pfarrer zu Merklinq«,an. 158;. Hof-Prediger und Kirchen-Superintendent zu Mni.pelgard, an. Ü94. Special-Superintendent und Stadt-Uar,rer zu Sultz. Zwey jähr hernach ward er ein gleiches zu Waid.lingen, und denn an. 1608. Hertzoglich-Würtembergifcher Mund Abt zu Alpirspach, und starb den 16. april an.°-. äiui;. wohnte er zu Mümpelgard, und an. 1587. zu BadendemColloquio bey, und hinterließ nebst einigen Predigten verschu,dene schriften, als: Christliches Red-gartlein; Christliches Ech»;Christliche Rüst-cammer; Welt-spiegel; Christliches Blmm-gärtlein; Christlicher Ritter; Christliche Apotheck, rc. rißmmemori® Theol. Würtemb. P. I. pag. ;i;. M. Steimm,MSct.

Lucka, lat. Luccavia , eine kleine Sächsische stadt in dmsogenannten Osterlande, zwischen Altenburg und Pegau , deinHertzoge von Sachsen-Gotha gehörig, welche sonderlich durchdie an. izo?. zwischen dem Kayser Alberto I. und den berbmLandgrafen von Thüringen , Fridercco mit dem gebissenenbacken und Dicemanno, vorgegangene schlacht beruhmim,den, worinn die arniee des ersten eine grosse Niederlage er-litten.

Lucka , Luckow , oder insgemein wendisch - Lücke ge-nannt , eigentlich die Haupt-stadt in Nieder-Laußnitz , r. meilenvon Lübben und 7. Meilen von Torgau , gegen die Chur-Säch-fische grentze gelegen; gehört dem Hertzoge von Sachsen-Mei.seburg. Der nähme will von dem Suevischen volcke, den lur>conibus, hergeleitet werden; gewiß ist es, daß er milderWendischen spräche verwandt ist, und darin» eine wiest bedeu-tet. Ob nun wol der ort schon im X. feculo mag gestandenhaben , so soll er doch erst an. 114; . von Marggraf Alberto»Brandenburg mit einer mauer eingefasset worden seyn; wiedann auch schon zuvor eine bürg der Wendischen Fürsten hiergestanden haben soll. An. 1292. wurde die stadt von dem Chur-fürsten Johanne zu Brandenburg beängstiget, von MarggrafDietzmannen von Meiffen aber tapfer defendirt. An. >;!?.thaten die Hußiten hierum grossen schaden. In dem Teutsche»kriege hatten sich die Schweden an. 1644. und darauf die Chur-Sächsischen dieser stadt bemächtiget, die letztere auch das Wegallhier gäntzlich gefprenget. In eben gedachtem 1644. ich«,wie auch an. is;2. ist sie fast gantz, desgleichen an. 1671. üb«die helfte abgebrannt, doch allemal wieder erbauet worden, dieHäuser sind nun auch mit zieqeln, an statt der vorherigen Kad-lichen schindeln, gedecket. Es hat auch eine feine Pfarr-klrcbound das Rathhaus ist ein ansehnlich gebäude. Die einmh-ner haben gute Nahrung von ihren Handweichen, bier-brauen,ackerbau , Viehzucht und dergleichen. Anonymi richtige be-schreib. der Laußnitz , p. 61. scq. Grosser» Laußnitz. merckw.

"Lücke, (Johann) ein Engelländer, welcher umdasiahr1420. floriret. Er war Professor zu Oxford , und Probst ander Dom-kirche daselbst. Der Ertz-Bischoff zu ssanterbury,Thomas Arundel , bestellte ihn an. 1412. zum Censor da Mle-filischen lehre, daraus er im folgenden jähre der B>lW"chenVersammlung in Londen einen auszug von 2S6. anstvpigcn ar-tickuln übergab. Er lebte mit Thoma "Waldensi in genauer be-kannlschaffl, und unterhielte über verschiedene streitige punmeinen brief->vechsel mit ihm. Was er sonsten an schriften hin-terlassen, bestehet in I.) Tr. de ambiguis Scripturarum Loas;2.) Dissertationibus Veritatum ; ;.) Dialogoad Thomam »densem; 4.) Qu®stionum Argumentis, U. a. M. Bowh cfeript. Angl. cent. VII. p. 1;;.

Lücken, siehe Lockum. .

Luckenwalde , eine zu dem Hertzogthum Magdeburg gehö-rige kleine stadt, welche gegen die Nieder-Laußnitz zu au «Mittel-Marck grentzet. Die gegend da herum heißt der imen-waldische kreis; sie ist an. 172';. fast gäntzlich abgebrannt. ,

Luckhmanier, lat. Mons Lucumonis, ist ein arm des gM'sen Alp-gebürges, so vom Gotthard sich ostwärts richel' undas Palenser-thal von der Graubündtnerlande abschncidci. e.hat den nahmen von einem edlen Toscaner Lucinanno, evor altem mit dem Hertzog Rhäto in diese gebürgc gciE«Sonsten nennet man -»

in ihn auch St. Sarnabas-berg.gehet fommer-und winters-zeit darüber, zumalenaus oemilenstr-in das Medelser-thal, und von dannen weiter gen 4-sentis. Es sind verschiedene spital - häuslcin daram , ukommet aus dem höchsten gipset der Alpen ein bach, Muag.nannt, welcher den Luckhmanier herab, und beym p !»·dels vorbey, ohnfern Diftntis in den vorder» Rhcw -Man nennet diesen bach auch den mittlern Rhein . Slm r r ; ;Alpib. pag. 102.6. Tschudii Helv. antiq. MScr. otsay] 277. & scq. * :

Lucko , oder Lusuck, lat. Lueeoria , eine grosse uab,Polen , so ein Bischöfflichcr sitz unter dem Ertz-^" ^von Gnescn, und die Haupt-stadt in einer gleich ocna^