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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Weis, und welcher ohnedem schon lange aufManum e«fer-Ktli gewesen mit dem Sulla hielte. Allem, wie nach dererste vmaanng des Marti durch Sullam jenes partey von Cm- wieder aufgerichtet ward, und MarmS selbst m.t bewehrterHand nach Rom kam, kostete es, wie so viele andere aus denvornehmsten des Raths und Adels, also auch d.ejen furtrefflchenund um das vatterland wohlverdienten mann das leben ; Mas-sen er, damit er nicht lebend in seiner feinde gemalt fallen,oder nach deren willen sterben muste, sich in ein neulich aus-aemaurtes und mit kalck übertünchtes gemach einschlösse, undsich da vermittelst angezündeten feuers, welches in dergleichengemächern einen so heftig-als giftigen dampf erwecken muste,selbsten erstickte. Er war ein gelehrter mann, und hatte einbuch von seiner Bürgermeisterlichen regierung geschrieben, wel-ches von Cicerone in seinem buche de Oratore sehr herausgestri-chen wird. Dieses sein söhn gleiches nahmens, hat nicht min-der in der Römischen Repubiick in gröstem ansehen gelebt. Erwar eben zu der zeit Bürgermeister, da Sulla seine Dictaturablegte, und Lepidus dieser gelegenheit sich bedienend, einehöchst-gefahrliche innerliche unruhe anzustiften suchte. Wobeydann Cantulus dem gemeinen wesen einen grossen dienst gethan,daß er jenem unerschrocken widerstanden, und denselben,wiewol mit seiner grossen gefahr, aus Rom verjagt hat, wor-uach selbiger bald in Sardinien gestorben. (siehe Lepidns.)Catulus ward ferner Censor mit M. Licinio Craffv, und dienachfolgende Censores wehleten ihn zum Principe Senatus , dasist, gaben ihm unter allen Römischen Rathsherren den erstenund obersten platz. Als der Zunftmeister oder Tribunus Ple-bis unterfienge, dem Pompejo durch einen schluß des volcks denMithridatischen krieg ausser der ordnung und mit einer gantzunumschränckten macht zu übergeben, auch der gröste theil derRömer, so damals Pompeio ungemein gewogen >varen,sehr eifrig darauf drangen, widerriethe solches Catulus mitnicht minderer Heftigkeit. Bey welchem anlas er zwar zu seinemzweck nicht vermochte zu gelangen; aber gleichwol ein sehrmerckwurdiges kennzeichen empficng der sonderbaren Hochach-tung , so das volck von ihm hegcte. Dann als er da in einerseiner reden mit ziemlichen ernst oder vielmehr zorn das ver-sammelte volck fragte: Wann sie also ihre Hoffnung auf Pom.pcium allein setzen , und alle wichtige angelegenheiten desStandes nur durch ihn verrichten wollten; wie sie dann demgemeinen wesen zu helffen gedächten, wo ihnen dieser einmalentzogen würde ? Da rüste ihm sogleich alles volck fast mit ei-ner stimme zu: Auf dir, auf dir, D.. Calule, wurde als.dann unser vertrauen ruhen. Mit nicht besserm fortgangsuchte er sich der beförderung Cäsaris zu widersetzen , als wel,cher, ehe er noch sein erstes Bürgermeisterthum erlanget, inder wähl eines obersten Priesters dem Catulo, der gleichwolallbereit Consol, Censor und Princeps Senatus gewesen war,dennoch mit einem fast ungläudlichem mehr von stimmen vor-gezogen ward. (siehe Cäsar.) In entdeckung des zusammen-schwurs der Catilinarischen rotte, war er einer von denen,welche den damalige» Bürgermeister Ciceronem am krafftigstenunterstützten, gab auch diesem, wegen des dabey erzeigteneifers, den wichtigen titul eines vatters des vatterlands, sollaber zugleich aus raachgierd gegen Cäsare alles angewandt ho-hen , um Ciceronem zu bewegen, daß er auch jenen unter diesetzen, und in dem Rath nennen sollte, welche bey ihm wegendes verzweifelten Vorhabens waren angeklagt worden. Dasgröste glücke Catuli war nach diesem, daß er nach etwas zeit,vor ausbruch des bürgerlichen kriegs zwischen Pompejo undCäsare gestorben ist; Massen er sonsten nicht allein das vat-terland von einem bürger hätte müssen unterdrücket sehen;sondern noch gar, eben von dem mann, welchem er weit mehr,als alle andere gehäßig war. Er wird von mehrern altenauch Capitolinus beygenannt, weil man ihm, ehe er nochBürgermeister worden, aufgetragen, das abgebrannte Römi-sche Haupt-schloß oder Capitolium wieder aufzubauen; welchesdann des Mannes ehre nicht wenig vermehret. Durch seinetochter, so an L. Mummium Achaicum vermählet worden,ward er ein ur-anherr des nachmals zum Römischen Kanser -thum erhobenen Servii Sulpitii Galbä. Im übrigen habenausser den 2. hier benannten noch drey andere Ludatii Catuligelebt ; und alle ;. zusammen haben eben so viel Bürgermei-sterthümmer, zwey Censoras und drey triumphe in dieses ge-schlecht gebracht, neben dem Principatu Senatus , mit welchemder letzte ist beehret worden. Uv. Piutarcb. F/oms. Eutropius.Croßus. Veü. Paterc. Val. Max. Cic. pro lege Manilia. &deOrat. Aurel, Vtä. &c. *

Luctatus, der 22. König in Schottland , succedirte seinemvatrer Cortredo II. führte sich aber gantz anders auf, als der«selbige. Gestalt er seiner Edelleuthe guten rath verachtete, undsich gäntznch dem sauffcn und der unzucht ergab, so daß ihnweder feine bluts-freunde noch einige ehrerbietigkeit gegen diegesttze hiervon abhalten konnten. Ferner war er auch grausam,und gantz unersättlich geitzig. Die soldaten und jungen leuthefolgten semem exempcl nach, so, daß unter seiner regierungnichts als ssinde und schände vorgienq. Als endlich die Reichs-Slandein einer allgemeinen Versammlung von dem zustandedes Reichs etwas frey redeten, ließ er selbige als aufrührer aufden richl-platz fuhren , allwo er sie hinrichten zu lassen vorhat-te. Allein das volck lief. zu, und erschlug ihn, nebst feinen

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dienern , die ihn in seinem liederlichen wesen verirärckten, uniiselbst alle schände mir trieben, nachdem er kaum i«h r iJ,regieret hatte. . Aus respect gegen seinen vatter gab nuuuuxbzu., daß sein corper unter seinen vorfahren begraben twSmochte. Die leichname aber seiner liederlichen tmtaeseuttiwurden weggeschmissen , indem man sie eines bcgräbmsies ^würdig achtete. Buckanan.

.LUCULLEA , war ein fest, welches die GrieWn,stadte in Klein-Asien dem Lucullo zu ehren anstelleic», maler sie nicht allein mir guten gesetzen versehen, sondern achandere zur zierde und lnstdarkeit dienliche anstauen gemchuinsonderheit feyerte es die siadt Cyzicus , weil er sie, da«von Mithridate belagert war, entsetzt hatte. Mmrßm, Grscijferiata.

EucullUS, (Lucius Licinius ) ein sehr reicher und bered,termcinn, war des Lucuüi enckel, welcher mit Posthumo Al-bino, kurtz vor dem letzten Punifchen kriege, BürgemOerwar. Sylla, dessen partey er annahm, gebrauchte ihn chMithridatischen kriege sehr nützlich,als für welchen er eine mach.tige flotte von der Römer bunds-genossen zusammen brachte,da er zri dem ende anfangs nur mit wenig kleinen schiffn,herum fuhr, nicht ohne grosse gefahr, weil Mithridatisdamals zur see völlig meister waren. Er schlug nach dem Jlee-ptolemuni, des Mithridatis Admiral, in zweyen treffe», Mverschaffte durch verjagung der feindlichen schiffe, daß Lul-la mit feiner land-armcc sicher in Asien konnte übersetzen. Jxgegen hatte er dem Fimbria, wiewol eben mit gröstem geselllen des Sullä, nicht wollen behülflich seyn, als icncr denMithridatem von der land - feite völlig eingeschlossen haue,und man klar sahe, wo diesem durch Luculli flotte auch der l>a-flge meer-hafen gesperret würde, daß er unfehlbar sich mit al-lem bey sich habenden volck ergeben wüste. Die ursach derWeigerung Luculli war sein haß weder diesen Fimbnam, tavon der Marianischen partey war, und das unter sich Haber,de kriegs-volck nach ertödtung des von Rom gesandten ®ent»rals Valerii Flacci gar unrechtmäßiger weise auf seine seilen ge-bracht hatte. Ais hierauf Sulla mit Mithridate frieden ge-macht , und wider Marium in Italien zöge, überließ er korLucullo die Asiatischen sacyen völlig einzurichten; woben tutdiesen kein geringes glück zu schätzen ist, daß er eben dabnchferne von dem einheimischen kriege hat bleiben können, welchermit vergiessung so viel bürgerlichen bluts ist geführet Worten,daß die überwrnder fast für unglücklicher zu achten sind, alsdie überwundene. Indessen hielte Sulla diesen Lueullumnachmals für seinen vornehmsten freund, und setzte ihn auchin feinem letzten willen vor allen andern zum vormüntcr la-ues hinterlassenen sohns. Als er hernach mit M. AmiioCotta Bürgermeister gewesen, bestrebte er sich aufs hcsngilydie provintzen Cilicien und Cappadocrerr zu erhallen, um da,durch die führung des kriegs wider Mithridatem tu seine Hän-de zu bekommen; gebrauchte sich auch zu solchem ende eines mrf,tels, welches eben nicht so gar rühmlich; daß nemlieb, maleben dazumal ein gewisser Cethegus zu Rom die große gc,walt hatte, bey ihm aber eine sehr vcrschreyte weibs-xcrsonnahmens Precia alles gälte, Lucullus sich dieser,vmo» W»itund fürwort sowol durch geld als andere liebkosunge» cr,rar-be. Bey seiner ankunft in Asien erwarb er sogleich oennicht geringen rühm, daß er die, theils durch die womniedes dasigen landes sehr erweichte, theils auch ziemlich undamigcund bis dahin zur cmpörung und räuberey geneigte loldaienin kurtzem unter die schärfste kriegs-zucht zu zwingen wupie.Er befreyete auch sogleich seinen vorher im Vurgcrmcuimthum gewesenen collegen Cottam , welchen der ftmk m f«stadt Chalcedon eingeschlossen hatte. Nachaehmds emMer Cvzicum , welche stadt von Mithridate aufs auMc nargebracht worden, schlüge auch diesen zu waffer und ian«,fiel darauf in dessen Königreich Pontus ein, gebrauchte bwaber da dieser art zu kriegen, daß er seinen: ftiude wcocr wfliehen allzuheftig nachsetzte, noch auch dessen, haltbare jumdurch gar ernstliche bclagcrungcn zu erobern suchte.fach war, daß er eines theils wohl vorsähe, wie er MMn,dalem dennoch nicht würde einholen können, und hmgcMim nachjagen leichtlich an unbequeme örter gelangen mw«te, anderseits auch deutlich sahe, wie die Romer »land bey so wenig darin» befindlichen recht vcsten orten,i uter währender lebzeit Mithridatis doch nicht wurden vchEten mögen. Vermcynte also Lucullus diesem durch imme bclagerungen von zeit zu zeit einen muth zu >»««' 'nach neuer verstärckung feinet trouppen sich wich»schlachten einzulassen, in welchen er nicht allein gewix lre .te selbigem überlegen zu seyn , sondern auch denselben c>Maufzureiben hoffte. Der anschlag war in der that gar uschlimm. Allein weil es seine kriegs-leuthe gantz aneauslegten, that es zuletzt doch eine »vidriqe wurckung. Jden vorgemeldtcn gedancken sahe L»cullus nicht ungdaß Mithridatcs, nachdem er in Ponko selbst vmdene mal geschlagen worden, endlich gar den mawigArmenischen König Tigranem auf seine selten vrDiesem gierige dann Lucullus , als cr zuvor Amnu»,nope und andere stadte erobert, nur mit rr. oderzu fuß und 3000. rentern unerschrocken entgegen, wagn um«von freyen stücken über den Euphrak, »ind also recht un