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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tarn , «rnd daher auch von einigen der Französische Ttberius ge-nannt wird. Andere bemercken an seiner auffübrung gegen sei,ne verwandten, daß er ein böser söhn, ein böser vatter, einböser drndcr, und ein böser gemahl gewesen, weil er nemlichgegen seinen vatter rebelliret, seinen söhn übel auferziehen lassen/und die tochter oft mit füssen getreten / seinen bruder mit gifthingerichtet/ und viel mairressengehalten; worzu von einigennoch die prädicate eines bösen freundes , eines bösen Nachbars ,eines bösen Haus.-Herrn , und eines gefährlichen feindes beyge-fügt werden. Er halte 2. gcmahlinnen; die erste war Mar,garetha, des Königs Iacobi I. in Schottland tochter/ undnachdem diese an. 1446. ohne kinder verstorben, vermählte ersich mit Charlotta / des Hertzogs Ludovici in Savoyen tochter/die ihm gebohren Annam, die an Petrum von Bourbon, undJohannam / die an Lndvvicum von Orleans / nachmaligenKönig in Franckreich, vermählt worden; sodann Joachimund Francistum / die in der kindheit gestorben, und CarolumVIII. so ihm in der regicrung nachgefolget. Commam. Mat-thäus. Nau.txus. VanlUtfius , &c. hilt. Ludovici XI. Perron.Dup/eix. Meter ay, toni. II. p. 6go. Daniel , tom. II. col. 1269.jinfeinte, hist. de la Maison Royaie de France. Bayle.

Ludovicus XII. der vatter des volcks zugenannt, gebohrenzu Blois den 27. mertz/ oder wie andere wollen, mnit, an. 1462.war ein söhn Caroli Hertzogs von Orleans , und ein enckel Ludo-vici Hertzogs von Orleans,weicher des Königs Caroli V. zweytersöhn gewesen. Seine groß-mutter war Valentia, Hertzogs Ioh.Galeacii zu Mayland tochter,dadurch dasHaus Orleans aufdasHertzogthum Mayland anspruch bekam, wovon der arlickul Ca-rolus, Hertzvg von Orleans , nachzulesen. Unter der regierungdes vorigen Königs Caroli VlII. führte er den titul eines Hertzogsvon Orleans , und machte den der minder,ährigkeit desselben an-spruch aufdie vormundschafftliche regicrung, als der nächstePrintz vom geblüte, woraus viel innerliche troublen entstunden,die vor ihn unglücklich abliefen, indem er eine zeitlang gefangenfitzen muste;wovon die umstände in d«n artickulLaroluv Vlll.erzehlt worden. Er begleitete hernach an. 1494.de» König aufdemrüge nach Neapolis,und schlug dieAragomsche trouppcn bey Ra°pallo im Genuesischen, blieb aber zu Asti , so ihm von seinem vat-1 er her, alS ein theil von dem in anspruch genommenen Hertzog -thum Mavland gehörte, bis Carolus VIII. wieder zurück ausNeapolis kam; und da inzwischen der Hertzvg zu Mayland, Lu-dovicus Sforlia, eine Ligue wider Franckreich veranlasset, undihn zu Ast, überrumpeln wollen, kam es zum kriege,und der Her-tzog nahm Novara weg, welches aber hernach wieder im friedenabgetreten ward. (s. Carolug VIll.) Carolas VIII. wollte her-nach einen neuen zug nach Italien thun, und dem Hertzoge dascommando über die armer überlassen, und verstattete ihm seinenanspruch auf Mayland auszuführen; es schlug aber der Hertzvgsolches ab, weil Carolas VIII. ein kräncklicher Herr war, und erbey seinem erfolgten tobe nicht aus dem Reich abwesend seynmochte. Carolus VIII. starb auch gleich darauf an. 1498. undder Hertzogsuccedirte ihm als der nächste erbe ohne jemands Wi-derrede. üo bald er den 27. may an. 1498. gecrönet worden,war sein erstes, daß er die auflagen, womit die Unterthanen bisdahin übermäßig beschweret worden, zu mindern suchte,und zu-gleich recht und gerechtigkeit zu handhaben, sich angelegen seynÜeß. Als ihn einige anreitzcn wollten, er sollte sich an denjenigenrächen,welche vorhin, ehe er zu der Crone gekommen, seine feindegewesen, ließ er diese nachdenckliche antwort von sich vernehmen:daß es dem König in Franckreich nicht anstehe, des Hertzogs vonOrleans streitigkeiten zu rächen. Er bezeugte auch insonderheitgegen das Haus Bourbon , so ihn am meisten verfolgt, die gröstegnade. Weil inzwischen die verwitlibte Königin Anna, vermögeihres heuraths-contracts,wieder nach Bretagne gegangen,und ernicht vor rathsam hielte, dieses Hertzogthum von der Crone ab-kommen zu lassen, brachte er es bey dem Papst zuwege, daß sol,cher in die trennung der mit Ludovici XI. tochter Johanna wi.der seinen willen eingegangenen ehe, worwider er bereits unterdem vorigen Könige dem Papst einige prorestarioner übergeben,willigte, weil er dieselbe niemals berührt zu haben vorgegeben.Und hierauf verheurathete er sich mit des verstorbenen KönigSwittwe, der gedachten Anna von Bretagne , die er schon vormalszu heurathen gesucht hatte, und zwar mit folgenden conditionen;daß wenn er mit ihr keine erben zeugte, Bretagne zwar auf seinelebens-zeit ihm zum genuß gelassen, hernach aber der Printzeßinnächsten verwandten zufallen, wenn er aber Printzen zeugte, alle-mal der zweytgebohrne in Bretagne erben sollte. Er muste auchden titul eines Hertzogs von Bretagne in schriften und müntzenführen. Gleich bey dem antritt der regierung hatte er auch dentitul eines Königs beyder Sicilien und Jerusalem , desgleicheneines Hertzogs von Mayland angenommen,wegen der ansprnche,so er theils von dem vorigen König, theils von dem Hause Orle­ ans auf diese lande geerbt. Der zustand von Italien frischte ihnauch an, alsvbald an einen zug dahin zu gedencken,um solchelrech-le auszuführen.Denn der Hertzvg zu Mayland,Ludovicus Sfor-lia, halte sich mir den Venetiancrn wegen der stadt Pisa , und derPapst mit dem König Friberico zu Neapolis verunwilltget, daherLudovicus XII . mit den Venetianer» und dem Papst ein bündnismachte, auch mit dem Ertz-Hertzvg Philippo wegen unterschied-licher streitigen Puncte sich dahin verglich, daß er demselben He-din, Aire und Äethune, laut des an. 149?. zu Senlis geschlosse-nen friedens wiedergab, und versprach, seine anforderungen aufLille.Dvuay und Orchies in der güte auszuführen,worzu sich derErtz-Hertzvg in ansehen seiner anspräche auf das HertzogthumBurgund auch verpflichtete, und hierauf einem von des Königs

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Gevollmächtigten die lehens-huldigung wegen Artois, Flandern und Charolois leistete. Nachdem nun Ludovicus XII. sich vonHertzvg vonSavoyen.Philiberto,einen freyen durchzug durch sei,ne lande, gegen verziehung aller ansprüche auf desselben länder,ansbednngen, schickte er zu ende des julii 1499. eine armee unterder anführungLudovici von Luxemburg,Grafen vonLigny,in dasAstische gebieth, worauf solche theils durch hülffe der heimlichenVerständnisse Johannis Iacobi Trivultii, theils durch die schlech-te gegenwehr des Generals Ludovici Sfortiä,theils durch verrä-therey des Grafen von Cajazzo, das gantze Hertzogthum May-land, keinen platz ausgenommen, innerhalb 20. tagen eroberte,dergestalt, daß, nachdem Ludovicus Sforlia sich nach Inspruckretirtret,der Konig Ludovicus XII. den ü.oclobr. an. 1499. seinensolennen einzuq tu Mayland hielt. Aber es war diese schleunigeconquete fast mit eben solcher geschwindigkeit im folgenden jähreverlohren gegangen. Denn Trivnltius.den der König nach seinerabreise zum Gouverneur der stadt und des Hertzogthums hinter-lassen,hielt es gar zu eifrig mit der faction der Welffen wider dieGibellinen, welche im Mayländischen einander fchars verfolgten;daher an.izoo. bey gelegenheit einer aufläge aufdas fleisch,so derKönig abzuschaffen versprochen,welches aber nicht geschehen,eineöffentliche rebellion entstund , deren sich Ludovicus Sforlia der-gestalt bediente, daß er mit einer armee Schweißer und Burgun«vier, die er inzwischen angeworben, nach Mayland kam, die stadteroberte, und hierauf Novara belagerte. Allein Ludovicus XII.schickte ohne Verzug neuen succurs unter Ludovico von Tremouil-le über die Alpen , welcher die vornehmsten Officiers von denSchweißern, so bey Sforlia waren, bestach, daß sie denselben inNovara verliessen, und öffentlich auszogen. Sforlia wollte inSchweitzer-Hadit zugleich mit unter ihnen entfliehen,er ward aberverrathen,und gefänglich nach Franckreich geschickt,aüwo er nachio. jähren starb. Hierauf unterwarf sich das gantze HertzogthumLudovico Xll. von neuem, der Carolum von Amboise mit einerstänkern mannschafft, als vorher,daselbst zum Gouverneur setzte.Nach diesem machte der König an. i$oo. ein bündnis mit Ferdi,nando Catholico, dem Könige von Aragonien , um durch dessenhülffe des Königreichs Neapolis, worauf beyde anspruch hatten,sich zu bemächtigen. Krafft dieses bündnisses theilten sich dieSpanier und Franzosen in das Königreich dergestalt, baß dieSpanier Apulien und Calabrien , die Franzosen aber den übri,gen theil, nemlich Terra di Lavoro und Abruzzo , nebst der Haupt-stadt und dem titul eines Königs von Neapolis und Jerusalem haben sollten. Der einträgliche Vieh - zoll zu Pozzuolo ward auchunter beyden getheilet, und von Franckreich auf Roußillon undCerdaigne, von Aragonien auf Montpellier und andere alte an-sprüche verzicht gethan. Der Papst gab auch jedem vor seinen an-theil die investitur. Nachdem aber beyde theile in gar kurtzer zeitohne sonderlichen widerstand sich des Königreichs an. i;oi. be-mächtiget, zerfielen sie wegen der grentz-fcheidung, indem dieFranzösen sonderlich für das land Capitanata sehr heftig fochten,und es zu Abruzzo ziehen wollten, um so mehr,als es nicht allemwegen dem zoll von wollen und schaafen sehr einträglich, sondernauch die einige gegend war, woraus sie sich, im fall ihnen Spa­ nien die zufuhr aus Sicilien sperrete, mit körn versehen konnten.Hingegen behaupteten Ferdinandi leuthe,Capitanata gehörete zuApulien,und also in ihren antheil, sprachen auch daneben den so.genannten Principato und Basilicata an, als von Calabria ab-hängend ; wodurch gewißlich die Französische Portion gar sehrhätte müssen gemindert werden. Es kam also zum kriege, undweil die Franzosen anfangs die mächtigsten waren, nahmen sieden Spaniern das meiste weg. An. 150z. wurde zwar zu Lvondurch Vermittelung des Ertz-Hertzogs Philippi,der dteSpanischeerbin gehenrathet, ein tractat gemacht, krafft dessen die schon invorigem jähr abgeredete hcurath Claudia, der Printzeßin Ludovi-ci Xll. und Caroli von Luxemburg, des sohns des Ertz-Hertzogs,der nachmals unter dem nahmen Caroli V Kavstr worden, noch-mals veste gesetzt, und die streitigketten wegen Neapolis dergestalt -geschlichtet wurden, daß Ludovicus seinen antheil dieses ReichSder Claudia, Ferdinandus Catholicus aber den (einigen dem Ca-rola von Luxemburg schencken, und beyde eines jeden antheil,bis sie erwachsen und gehenrathet, in ihrem nahmen verwalten,die beyde verlobte inzwischen den titul Könige von Neapolis füh-ren, und die streitige provtntzen Capitanata, Drincipato und Ba­ silicata der Printzeßin zum heurath-guth gegeben werden sollten.Als aber dieser tractat den Generalen in Neapolis kund gemachtward,wollte Gonsalvus von Cvrdua, der vor Ferbinandum com-mandirte, solchen nicht annehmen, unter dem vorwand, daß eevon Ferdinando keine ordre dazu empfangen, und weil er mitvolck und aller Nothwendigkeit versehen wurde, da hingegen Lu-dovic. aus vertrauen auf diesen tractat den neuen succürs wiederzurücke gehen lassen, bediente er sich der gelegenheit, und brachtenach einigen siegen bey Seminara und Cerignola gantz NeapoliSbis auf Gaeta unter sich. Der Französische succurs hielte sich we-gen inzwischen vorgefallener Päpstlichen wähl zu lange im Kir.chen-Staat auf, und der General desselben, Franciscus Gonza«ga, Hertzvg von Mantua , war entweder ungetreu, oder dochnicht vorsichtig genug, daher Gonsalvus die Franzosen an demGarigliano so lange aufhielt,bis er verstarckt war, woraufer denfluß paßirte, die Franzosen schlug, und in dem ersten schreckenGaeta wegnahm, da denn die Franzosen durch eine capinilationan. 1504. im jan. gantz Neapolis verliessen. Der König, welchermit Ferdinando Larkoiico wegen eines friedenü sich nicht verglei-chen konnte, schloß einen zwenjährigen stillstand mit demselben ,und machte hingegen mit dem Ertz-Hertzoge Philivpo,dessen vat.ter dkM Kayfer Maximiliano, und mit dem Papst Juli» 11. zu

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