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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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die todtencörper andern zur Warnung norden pallast hmauSsebmeisseu Sodann ließ er aller ertodtelen söhne aufsuchen ,und welche erzum kriege geschickt befand , umbringen. Zurseidigen zeit wurden 1°°· >unge Herren der Persischen undiReoraianischeu Fürsten und anderer vornehmen von Adel km-der auferzogen / diese» allen gab der Maghmud die fteyhelt,aus-ierbalb der stadt zu gehen, wohin sie wollten; bald aber fieler ne hinterwärts an , und ließ sie alle niedermachen. Hierauffuhr er 1$. tage nach einander fort, alle benachbarte orte umJspahan herum zu durchstreichen , und alle wehrhaffle mann-Miaffc umzubringen, daß deren sehr wenig am leben blieben.Dem Premier - Minister lixß er 70000. tomanen mit gewaltwegnehmen, und der ertpdteten güther und vermögen zögeer gleichfalls ein. Nunmehro fieng auch der Maghmud an,seine landes-leuthe, die Aqhwaner, allen andern vorzuziehen,um dieselben recht auf seine feite zu bringen, ließ deswegendurch einen Herold öffentlich ausruffen , die Perser tollten hin.führo den Aghwanern allezeit die obcr-stelle lassen, auf dergaffe vor ihnen ausweichen , ihre Hände creutz-weise aijf diebrüst legen, und vor ihnen aufstehen. Auch machte er unterden übrigen völckern und nationen allen eine gewisse rang-ord-uung; den ersten rang hatten die Aghwaner; den andern dieDeraesiner; den dritten die Armenier und andere Christen; denvierten die Montanier aus Indien ; den fünften die Magi; densechsten die Juden; den siebenden und letzten die Perser; unddiese ordnung muste aufs genaueste in acht genommen werden.Er schickte den Nasser Allah - Chan mit $000. auserlesenenAghwanern zu fouragiren aus, mit dem beseht, derjenigen städte,welche ihm ihren gehorsam bezeigen,und Proviant nach Jtpahanschicken würden, zu verschonen , die widerspenstigen aber aus-zuplündern. Er nahm seinen marsch nach der stadt Hama-dan z», brachte viele städte unterwcges unter seine gewalt, plün-derte sie aus, und schickte den Proviant nach Jspahan. Als er andie stadt Hamadan kam, giengen ihm die daselbst wohnendenDergesiner entgegen, wünschten ihm glück wegen seiner an-kunfk, und schlugen sich zu ihm. Er kam mit unzehlig vielvieh und anderer beute, inglcichen mit 700. camcelen, so alle mitvictualien beladen waren, wieder nach Jspahan zurücke. Nachder zeit hat der Maghmud mehr als 100000. Dergesiner, sonach Jspahan kamen, in die wüsten Häuser einlogiret, wodurchdie stadt ziemlich mit einwohnern wieder angefüllet worden ist.Er warb sich eine starcke armee Aghwaner vor geld an, welcheer abschickte, die übrigen örter in Persien , welche sich nichtgutwillig ihm unterwerffen wollten, mit gewalt unter seinebokmäßigkeit zu bringen. Es gieng ihm auch alles glücklichvon statten. Er machte mit dem Äman-Alla, seinem Haus-Hofmeister , einen vertrag, sie wollten alles, was sie miteinander erlangeren, unter sich theilen, welchen aber Magh-nmd nicht gehalten. Als die belagerung der stadt Giez so übelablief, daß sie diefelde gantz und gar aufheben musten, und aufdem rückwege nach Jspahan feine leuthe von den Persicrn fastalle niedergemacht wurden , so war der Maghmud dermassenbcstürtzt und unruhig, daß er meynte, das glück werbe ihn nun.mehro zu verlassen anfangen. Er konnte daher weder essen nochtrincken, auch des nachts hatte er keine ruhe, war gleich einemerschrockenen, saß i» tiefen gedancken, und gab deutlich zu er-kennen , daß er nicht wohl bey sinnen wäre. Man berufte diePfaffen, ivelche vor ihn bäten musten. Ja er schloß sich gar40. tage mit einem Pfaffen , nach Indianischer manier, in ei-nen unter-irdischen dunckeln ort ein, wo er anders nichts ge-nösse , als ein wenig brodt, und Wasser, um nur nicht Hungerszu sterben. Bey dieser pömtentz pfleget man auch sehr wenigzu schlafen, sondern es wird der schlaf durch starcke und be-ständige dewegungen des leibes, durch bäten und heftigesschreyen, immer verhindert, und so lange aufgehalten, als esnur möglich ; worin» der Pfaffe den Maghmud mit heilsamenlehren unterhalten , und GOtt für denselben anruffen müssen;weswegen auch ein solcher Pfaffe alle vier tage von einem an-dern abgelöset wird, auf daß er desto bessere stärcke zum bätenhaben möge. Der Maghmud hielte diese 40. tägige busse rich-tig aus, aber sein zustand ward hernach schlimmer, als er zu-vor gewesen. Dann wie er aus seinem unter-irdischen aufent-halt wieder zum Vorschein kam, sahe er gantz blaß und ausge-mergelt aus. Sein gehirn war gantz vertrocknet, und die sinnenverliessen ihn immer mehr und mehr, bis er sie endlich gäntzlichvcrlohr. Bisweilen wurde er von der raserey dermassen einge-nommen , daß er aus dem zimmer heraus gieng, hin und herliefe, mit sich selbst redete, die steine, mauren und bäunie grüs-sele. Diejenigen, so ihn besuchten, schmähcte er, und triebelauter possen mit ihnen, welches alles man aber , weil es demMaghmud zum schimpfe gcrcichete, heimlich hielte. Indessenaber nahm doch diese qemüthü - kranckheit von tag zu tag zu ;wie er dann auch anfienq, seine getreusten und besten freundeund dicncr vor schelme und verräther zu halten, und sie össent-lich als solche zu schelten. Emsmals gieng er in dem König-lichen pallaste herum, und hienq seinen Phantasien nach; daer dann in völliger raserey befehl ertheilte, daß des Königs kin-der und bruder, auch alle übrige männlichen gcschlcchts , so vonKöniglichem geblüte, oder mit demstlben verwandt, sich an ei-nem orte versammeln sollten; die qürtel des lcibs sollte manan ihnen auflösen, derselben Hände damit hinten aus den rückenbinden, und sie in jolchem zustande vor ihn bringen.Die Aghwa-ner thaten nach feinem befehl, stellten ;oo. derselben vor ihn,

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worunter etliche von des Schach Abaß 11. ssW«, (. wchen drey alte Männer, welche schon bey des Svlimmnite i/rung des augen-lichts durch glnendes blech waren betautet to-ben. Diese alle wurden in gewisser ordnung einer dem antmgegenüber gestellet. Nach diesem ließ er allen, wrncritmbis zum letzten, hinterwärts den köpf abschlagen. Bey 1 -ser execution hat er verschiedene mit feiner eigenen Handcriret. Die Ursache, warum er dieses thäte, war diese &hatte wahrgenommen, daß die Aghwaner, nach der zu inmalen erlittenen Niederlage, schlechte Hochachtung gegen Ab-,zeigeten; zudem sahe er den grossen abgang seiner trouvmVor den Persiern fieng er an sich zu fürchten, und meynte m,daß sie bey gelegenheit möchten rebelliren. Die verminst m-lohr sich bey ihm allmählich , also, daß er die umstehend!-nicht einmal mehr kannte. Bald wollte er sie schlagen, baldumbringen; bald war er wie ein betrunckener und nun - b-ldschrie er laut; bald heulete er. Seme guten freunde erfecken selbst dafür, und verliessen ihn. Weil er gantz rasend undvon ungewöhnlicher starcke, war niemand vermögend, ihnbinden und zu bändigen. Sie sperreten ihn deswegen in ei«cammer, und bewachten ihn. Als er daselbst etliche läge undNächte ohne speise und tranck zugebracht, wurde erst, schnuch,daß er sich muste zu bethe legen. Da man nun alle miiiel da-bey umsonst anwendete, und alle Hoffnung einiger besser«wegfiele, theilete man aus dem Königlichen schätze viele atfmo-scn aus; denen, so von ihm waren beleidiget worden, machteman herrliche geschencke. Die Giulfer wollte man auch des«,tigcn, und theilte unter ihre Priester deswegen 1000. lommniaus, mit der bedingung, daß die Armcnianifche Geistlichkeitfür den Maghmud bäten sollte. Da nun die kranckheit nochmehr und mehr zunahm, empfände er in allen gliedern grau.same schmertzen, zerrisse seine eigene Hände und arme mit toizähnen, und schrie erbärmlich. Nach etlichen tagen dracheaam gantzen leibe grosse beulen aus, der gantze leib war »oUetlöcher, wie ein sieb, und das fleisch ward faul bey ledendigmleibe. Die Aertzte und Bardierer liessen endlich die Hände auchsincken, daher dann der gantze leid anfieng z» stinckcn. Du-weil nun die Aghwaner an seiner qenesting gäntzlich MMsti-tcn,so erwehlten sie cimnülhig des Maghmüds vetter,tEchm,einen söhn des Abdalla, zu seinem nachfolgte. Dieser abersetzte sich nicht eher auf den thron, bis er den tvd seines vallnsan dem Maghmud gerochen, ivelchem er dann auch gleich ,11feinem krancken-bethe im febrnario an. 172;. den köpf adW-gen ließ. Was im übrigen den Maghmud noch anbelanget, sowar er von mittelmäßiger statur, gelblichter färbe, und hattekleine äugen, die beständig im köpfe herum giengen. Das an-gesicht war recht ungestaltet, dabey aber lustig und munter.Er hatte einen rothen bart, und das Haupt saß so tickte mdem cörper, daß man den hals kaum sehen konnte. Was ereinmal befohlen, dabey muste es bleiben. Gegen die fündewar er grausam. Bey seinen Aghwanern hatte er eine ungc-meine furcht, und sie gehorchten ihm dermassen , daß sie ihmauch in der härtesten schlacht nachfolgeten. Ob er gleich nichteben freygebig gewesen , so wollte er doch seine soldatcn gernedurch raub und beute reich machen. Zu kriegs-zcilcn stellte ersich an die spitze der armee, und führte sie selbst an. Was ereinmal vornahm, führte er mit größer begierde aus, und wannes das erste mal nicht fortgieng, wiederholte er das andere unddritte mal, bis er sinnen Vorsatz vollbrachte. Er war »on we-nig schlaf, und nieistentheils wachsam. Die Wollüste achteteer iüchk, war auch nicht eckelhafft im speisen. Sein nachl-lagerhielt er, wo er am ersten hinkam. Er trug öfters nur ein ichlcch-tcs kleid. Aufden Pferden ritte er schnell, und seine feinde wverfolgen , war er unermüdet. Zr, kriegs-zeiten gieng er selbstdie wachen zu visitircn, und trauere niemanden in dieser so wich-tigen fache. Er war in ausübung der gcrechtigkeit sehr strenge,und nahm keines menschen vorbitte an , sondern verfuhr nachder schärfe des gesetzes. Man hat ihn niemals bctruncken ange,troffen, auch hat er in seiner ehe nach keinem andern fraueil-zimmer gesehen, als nach seiner frau , mit welcher er nur ewwsöhn gezeugt; denselben aber soll Eschref getödtet, oder wie an-dere sagen , mit glüendem blech des lichtes seiner äugen bcrati-bet haben. Die Historie von Maghmud stehet nocb weillautii'ger beschrieben in pithanders von der Lruelle leben und w*ten des Schach-Nadyr, von p. 559. bis 477.

MAG! > ist ein Persianisches worl, und kömmt her v«tnog , sapientem esse , wiewol da Herodotus unter d>ebesondere kleine völcker, aus welchen die Medifche nation mden ältesten zelte» bestanden, auch eines mit dem nahm»Akgi gesetzet, und im übrigen die Mag, unstreitig Sförtw"Ursprungs gewesen, in der that viel gläublichcr ist, das mbey erfolg der zelten den Medischen, und nachmals PkriijwmWeltweisen gegebene benennung eben so von dem beinelduneigentlichen theil der Mcdiseben nation hergeholet st« - ^der nähme der den den Römern bekannten zeichcndeuiwHetrusci anfänglich von den Hetruriern , und die benennungder Wahrsager aus dem gestirne, wann man sie ChaMsos ^heissen, von den Chaldäer» oder Babyloniern entnan!«sey. Es waren aber die Magi bey den Persern die 0»-ncmsten und ansehnlichsten leuthe, indem sie die stelle der ob-sten Priester und geheimen Räthe bey dem Könige bckleldctcii.Was das erste betrist, musten sie den gantzen gotiesemindirigircn und anordnen , auch bey allen opfern icioir

gegen«

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