974
m a r
Prcsbyterianer in der absieht, sie zur rebellion m reihen, aufeine grausame weift mit auflegung harter geld-und lebens-sirafen verfolgte, und die Stände deS Reichs noch dazu nö-thigte , sein verfahren in einem schreiben an den Konlg zurechtfertiaen, und dadurch die wider ihn aufs neue erhobenenklagen zu nichte zu machen. Allein als der Hertzog von Porckaus dem Reiche gehen musie, und der Graf von Danbn mUngnade fiel, so ficng sein ansehen auch an immer mehrabzunehmen , und weil sich hiernächst seine leides - und gc-müths-kräffte von tage zu tage minderten, so ward er, als imjähr lüzi. der Hertzog von Zorck nach Schottland kam, nun-mehr als ein unbrauchbarer mann angesehen, worüber er vorVerdruß an. 1.682. starb. Bey der eröfnung seines corpers hatman befunden, daß sein Hertz gar ungemein klein, und nicht vielgrösser als eine nutz gewesen. Er wird als ein mann von.förchterlichem ansehen , ungeheurer leibes-grösse und stärcke,und von groben widerwärtigen sitten beschrieben. Sonst besäster zwar verstand, und viel erfahrung, auch eine ungemeinewissenschafft, sonderlich in den geschichten , und so gar in denMorgenländischen sprachen, war aber dabey über alle müssenstoltz, hitzig, raachgierig, unversöhnlich, und dcrmassen zurVerschwendung geneigt, daß seine beträchtlichen einkünfte nichtzulangten , und er sich daher der allerschlimmsten Mittel, sichzu bereichern , nicht schämte. Von der religion soll er sehrärgerliche meynunqen geführet haben. Seine zweyte gemahlin,eine tochter des Grafen von Dysart, ist gleichfalls in den ae«schichten merckwürdig. Es war dieselbe sehr schön , von trefli-chem verstände und einficht, und sehr angenehmen Umgänge,hatte auch eine grosse känntnis von der Theologie, den ge-schichten und den mathematischen wissenschafften. Dabey aberwar sie sehr ehrgeitzig und eigennützig, und bediente sich , wieihr gemahl, unrechtmäßiger Mittel, geld zu bekommen. Siehalte demselben , noch ehe sie ihn geheurathet, als er bey Wor-cester gefangen worden, bey dem Crvmwel, der sie damals lieb-te , das leben erbäten, und war zwar nach der zeit mit ihmzerfallen gewesen, aber auch mit ihm, nach ihres ersten ge-mahls tobe, wiederum in so genaue Vertraulichkeit gerathen ,daß dessen gemahlin aus Verdruß darüber nach Paris gegan-gen , und nach drey jähren daselbst verstorben ; worauf ihndie Dysart im jähr 1672. geheurathet. Burnet , Kilt. desdern. revolut. Ruf in , hiitoir. tom. IX. Echard. history ofEngland.
Maitre, (Aegidius Ie) Herr von Cincehour, erster Prä-sident bey dem Parlement zu Parts. In seiner geburts-stadtParis erwarb er gar bald den rühm eines grossen Rednersund vortrcsiichen Rechtsgelehrten. Daher machte ihn derKönig Franciftus I. an. 1540. zu seinem General-Advocaten.Zehen jähr hernach ernennte ihn der König Henricus II.zum Präsidenten au Morlier , und an. i;;i. zum erstenPräsidenten. In den religions-troublen suchte er bis an sei-nen tod, so an. 1562. in dem Szsten jähre seines alters er,folget, das interesse der Crone zu befördern. Sonst sindauch aus dem hause des Ie Maitre verschiedene grosse Slaats-leuthe entsprösse». Unter diesen hat sich sonderlich JohannesIe Maitre, Präsident au Morlier bey dem Parlement zu Paris ,gegen das ende des XVI. feculi bekannt gemacht, vonwelchem ein eigener artickul folget. Thuanut , Kilt. üb. XXX 11 I.Dupleix & Mezeray , hist. de France. Bianchard , elog. desPrem. Presid. & liistoir. des Prelid. du Pariern, de Paris . *
t Maitre , £ Johann le) ein söhn Julians Ie Maitre,hat sich als Präsident ä Morlier bey dem Parlemente zuParis gegen das ende des 16. jahrhunderts bekannt gemacht.Er hielt es ziemlich lange mit der Ligue , doch so, daßer in die schlimmste absichle», welche die Spanier und diePäpstliche Legalen dabey hegten, gar nicht willigen wollte.Der Hertzog von Mavenne brachte ihn an den platz desberühmten und unglücklichen Brissonii, als dieser von eini-gen rasenden Ligisten war ausgehänget worden. Wie er nunhernach der Versammlung der Stände zu Paris im jähr i;yz.beywohnte, und ihm neben du Vair die Überlegung derschlüs-se des Tridentinischen Conoilii, und ob selbiges in Franckreicheinzuführen wäre, als worauf auch der Päpstliche Legat garsehr drang, anbefohlen worden; mißriethen sie es beyde ernst-lich , und nicht ohne gefahr. Noch einen grössern dienst er-zeigte er dem Königreiche darinn, daß, nachdem er in dergemeldten Versammlung deutlich gesehen, wie die Spanierder Französischen nation gern einen fremden König aufdrin-gen wollten; er daher Gelegenheit genommen , den so berühm-ten als wichtigen schluß des Parlements zu befördern, darinndie wähl eines fremden Fürsten zu der Crone für ungültig er-kläret ward. Der König Henricus IV. ließ ihn nicht nur beyder wurde, welche ihm von dem Hertzoge von Mayenne an-vertrauet worden, sondern machte auch um seinetwillen im,ahr 1594. die siebende Prasidenten -stelle. Zwey jähr darauf,nemlich an. ^96. zst er gestorben. Er hat Extrait des Registresde I Ailemblee tenue a Paris 1593. für la Reception du Conci-le de Trente, Paris 1393. in8. herausgegeben, und, obergleich von der partcy der Ligisten gewesen, dennoch darinnalle die Passagen angezeiget , damit ermeldtes Concilium derfreyheit und dem herkommen der Französifchen kirche zu na,he getreten. 7 >««».hist. lib.XXXIH DupU lx & A/ s ™,hiitde France. Del’Etoiie , memoires tom. II. Lt Long , bibl. hist.
mal !
\
Maitre , (Antonius le) wurde zu Paris an.i«°z.bohren. Der vatter war aus dem qefchlechte der vbbeiniid-ten Ie Maitres ; die mutier aber Catharina Arnauld, mschwester der berühmten Arnaulds, worunter einer den jn-nahmen d'Andilli getragen, der andere Bischoff zu AngnS,und ein dritter der bekannte Doctor der Sorbonne gewesenist. In dem eisten jähre seines alters sieng er bereits an dasRecht zu treiben, und legte von seiner lebhafften beredtsamkei, 'gute proben ab, dadurch er sich dann, gleichwie auch durch Idie wissenschafft in den geistlichen und weltlichen seridenien,in grosse Hochachtung gefttzet. Nachgehends beförderte ihnder Cantzler von Franckreich zu der stelle eines Claaii.Raths, und bot ihm auch die charge eines General-Ad- -
vocaten bey dem Parlement zu Metz an. Doch indem er '
die beste gelegenheit halte, von einer stufe der ehren zu du 1andern empor zu kommen, entschlug er sich aus einmal daweltlichen dinge,und führte gantze 20. jähr ein sehr hartes ledcn,darin» er die meiste zeit in ausübung der liebe gegen d>earmen , und in lesung der heiligen Schrift zubrachte, dser endlich an. 16 $8. dieses zeitliche gesegnet. Wie er, seil.dem er sich der weltlichen dinge einschlagen, meist in PortRoyal des Champs gelebt, also wurde er auch da begradea.Allein da an. 1710. das gemeldte kloster aus haß, wie,«durchaus glaubte, wider die Jansenistcn gefchlcistt irmte; !sorgeten einige für den mann eifernde gemücher, nm dm !Überrest feiner gebeine, und liessen selbige in der kirche mSt. Etienne du Monl neben feinem gewesenen gutcnftani, jde, dem berühmten Pascal beysetzen. Ausser den «toivon gerichtlichen Processen, die auch in das Teutsche nder-setzt, und zu Heidelberg heraus gekommen find, hat manvon ihm verschiedene schristen, als das leben des heiliMBernhardt, St. Jgnatii des Bischoffs zu Antivchia, ©.Johannis Climaci , die gefchichtc der Märtyrer von Lm >und verschiedene wichtige Übersetzungen, wie er dann auchan einer neuen Französischen Version des Alten und MimTestaments gearbeitet. Die erster» lebens-beschreibungen abersollten muster seyn besonderer leben der Heiligen, wrlchc aneben seinem freunde, dem ä'Herouval, mit desondnm Aiauszuleftn, und von allen anklebenden fabeln und fallMten zu reinigen gesinnet war. *
* Maitre , (Lud. Jsaac Ie) ein brudcr Antons, wird auchbisweilen de Saci gcnennet, und ist an. 1613. den rg. iucchzu Paris gebohren worden. Den gründ seiner studien legte ermit Anton Arnald in dem CoIIegio von Beanvais, und warbereits in der jugend mit ernst bestissen, seine grosse gaaden nn:allein zu GOttes ehren anzuwenden. Nachdem er Prleiierworden, übersetzte er das OKcium Eccleliaüicum ins FraWfische, nebst eimgen gefängen, welche vnter demnahmen 1«Heures du Port-Royal bekannt sind, gab auch eine dMlleÜbersetzung von des Prospers getichte delibew Arbimoheraas.
Er kam hierdurch in ein ziemliches ansehen ; allein da mannachgehends diejenigen, so sich in dem Hause Port-Royal «-hielten, gerichtlich aufsuchte, wurde er auch darunter angetror-sen, und dritthalb jähr lang in die Bastille gesetzt, barmn erunter dem nahmen de Rvyaumont die Historie des Allen uno ,Neuen Testaments soll verfertiget haben , welches wem ledocyvon Baillet dem Nie. Fontaine beygelegt wird. Als er wieder-um frey worden , gab er eine Übersetzung des Alten Tenammi»mit-erlauterung des buchstäblichen und mystischen otttianees,wie auch eine andere von den reden des H. Chryloiiomi,ferner die Instructiones Christianas des Mr. de Suiglm , uno ,noch andere schristen heraus. Er hat auch an der uderletzunsdeS Neuen Testaments von Mons und andern gearbetiet; 0»fonders aber wird das leben Bartholomäi des Märtyrers, i»er unter verdecktem nahmen geschrieben, sehr aeniymei.^crstarb im jähr 1684. den 4. jenner, auf dem schloß i» Pomm«,dahin er sich eine zeit vorhero begeben hatte.
A JL 7 JWA , ein fest , welches man erst im Orient, da»>ach aber auch zu Rom mit vieler Üppigkeit begangen. Deselehrken wollen es von dein mvnat maio herleiten, allein esoard nicht in diesem monat, sondern in dem augusto geseoto.Daher leiten es andere her von der stadt Maluma, weiseucht weit von Gaza am meer gelegen. Andere sagen - "Dctre der Venus zu ehren gehalten worden, welche roiton»nahmen Maja hieß. Kaufte Arcadius ließ es zwar wiiÄu , mit dem bedinge, daß es in erbarkeit begangen mndcaollte, weil er es aber nicht erhalten konnte, so schallte lks gar ab. Rivinui, diss. de Majumis. Du Frejnt, Gl. Gr.>■ 852. Pitiscus. DilherrttT, disp. tom. VIII. p. 2SJ.
MAjCJS, der Max , ist der fünfte monat unsers iahrs/
ind soll von der göltin Ma>a, welche die Römer um die«
eit sonderlich verehret, den »ahme» bekommen haben,
wre hingegen halten davor, daß er von den Majoribus
ie benennung habe, mit welche» Ovidins iibercinkommi'
oenn er setzet : Hüne stia Majores trihuere vocabula M-' 3 ·
Denn es Hat Romulns den Römischen Staat eingetheilt ut
ilajores und Juniores , davon diese das schwerdt, lene aber to-
egiment führten, und gleichwie er ten junioribus tcn Juniun,
ilfi) hat er den Majoribus den Majum gewiedmet. Po» drin
^ayser Carolo M. ist er seiner anmuth wegen der WsnnemS'
rat, von den Athemenfern aber ThargeJion , und von W
ssutai