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und Hebräischen , alS in der Poesie, Historie , Machemakic,Philosophie und andern wisstnschafflen eine seltene geschicklich-keit erlanget. In dem 20. jähre seines alters wurde er demBischoffe Bossuet bekannt, welcher ihm auch, da er mittler-weile unterschiedene jähre in Champagne gelebet, die stelle einesPraceptoris bey dem Hertzoge du Maine an dem Hofe zziwegebrachte. In diesem amle verheilt er sich so wohl, daß ihm an.rüyü. auch den Hertzog von Bourgogne in Mathematicis zu un-terrichten aufgetragen wurde, da er dann den Printzen ange-wöhnte , daß er allezeit die des tags zuvor gehabte lection mit ei-gener Hand aufschrieb, woraus die an. >71?. von Nr. Bvßierean das licht gestellte Riemens de Geometrie de Mr. le Duc deBourgogne erwachsen sind. An. 1699. wurde er als Honorairein die Academie der wlssenschafftcn , und an. 1701. als ein or-dentliches mitglied in die Französische Academie aufgenommen.Ausser diesen aber war er auch noch Cantzler in dem Fürsten -thum Dombes , und Chef von allen Raths-Collegiis des er-meldten Hertzvgs du Maine, wie auch General-8ecretarius derSchweitzer und Graubündtner; bey welchen bedienungen erdoch immer noch so viele zeit übrig fand, daß er dem studirennicht nur vor sich selbst obliegen , sondern auch die Hertzogin vonMaine auf ihr verlangen in den wissenschafften unterrichten, undihr hiernächst bey ihren öftern festins, schauspielen und andernlustdarkeiten , sowol was die erfindung als die auSführung an-betrift, an die Hand gehen konnte. Er starb zu Paris den 4.mertz an. 1727. wurde aber auf feinem land-gurhe Chatenay,nicht weit von Sceaur, zur erde bestattet. Man findet von ihmunterschiedliche Chansons , Lettres , Sonnets und andere Poe-sien in einer sammlung, welche unter dem titul: Divertifle-ment deSceaux, zu Trevour 1712. und 1729. Heraus ge-kommen. Gemeiniglich wird ihm auch die comödie, Polichi-nelle demandant une place dans l’Academie , zugeschrieben ,welche in den sogenannten pieces echapees du feu befindlichist. Er hinterließ im übrigen drey söhne, wovon der älteste beyseinem absterben Bischoff zu Lavant , der mittlere Brigadierder Königlichen armeen , und General-Lieutenant von der ar»liüerie, und der jüngste Capitain bey delHcarabiniers gewesen.
Fontenelle , elog. dans l’Acad. des Sciences, 1727. Titan duTitlet , Parnasse Franqois.
* Malfatti, (Leonhard) folgte dem kriege nach, und lageben in besatzuna zu Verona , als Acciolinus alle Paduane'r,die darinn zu gefangenen gemacht worden, deren anzahl über2000. gewesen seyn soll, umbringen ließ, weil ihm die ftadtPadua war entrissen worden. Die reihe kam auch an diesenLeonhard, und er war gleichfalls dem tobe bereits bestimmt,als er demselben noch durch einen behcrtzten entschluß glücklichentgieng. Denn als ex neben der Etsch vorbey geführet wur,de, sturtzte er sich in solchen fluß, und schwamm bey die 7000.schritte wett unter dem wasscr fort, ausgenommen, wenn er,um frische luft zu schöpfen, bisweilen m die höhe kam. Ergelangte durch solches Mittel, als der einzige, welcher von dengefangenen Paduanern sein leben errettet, in seinem vatter-lande an, starb aber wegen zugezogener kranckheit durch daslange schwimmen, noch ,n eben demselbewjahre, nemlich an.2256.
Malherbe , (Franciscns de) war zu Caen in Franckreichohngefehr um das jähr 19;?. gebohren. Er war einer von denersten , welche die reinlichkeit der Französischen spräche herzustel-len bemühet waren , und bekam in ansehung seiner geschicklich-keit von dem Könige Heinrich IV. und der Maria de Medicis jährlich eine gewisse summe gelbes. Um eine gewisse personzu haben, bey deren gelegenheit er seine poetische gedanckenanbringen könnte, erwehlte er sich die Madame de Ram bouillet , in die er sich sonst nicht eben in ernst verliebte, sondernnur eine grosse menge seiner gelichle auf sie richtete. Seine ar-beit ward ihm allemal ungemein sauer, wie er denn um einigestance aufzusetzen, und vollends ins nette zu bringen, gantzebücher papier soll verschrieben haben; daher er auch feinenfreunden, wiewol mit halbem schertz zu sagen pflegte: daß, wannman nur ein getichte von 100. verscn zu stände gebracht,man hernach zehen gantzer jähre feyren müsse. Er befaß einenungemeinen ehrgeiff, und legte sich oft selbst die grösten lobes-erhebungen bey. Die liebe plagte ihn aufs heftigste, und ver-ließ ihn auch in seinem hohen alter nicht, ohngeachtet es ihmden Nachdruck dazu benahm, und ihm oft hierüber sich sehr zubeklagen anlas gab. Aus der religion machte er kein grosseswerck , sondern trieb immerdar sein gespötte mit derselben.Auf seinem tob bethe konnte man ihn durch keine anderegründe zur geniessung des Abendmahls bewegen, als durchdie Vorstellung, daß, da er sich in seinem leben allemal nachanderer leulhe gebräuchen gerichtet, er solches nun auch in sei-nem tode thun nlüste, und als ihm der Beicht-vatter viel vondem ewige» leben vorsagte, hieß er ihn stille schweigen, weilihm seine ungeschickte redens-arcen eckel erweckten. Wie schlechtauch seine andacht jn den letzten stunden gewesen, mag mandaraus urtheilen, daß, als er schon mit dem tobe rang, undseine haus-wlrthi» ein nicht gar rein Französisches wort vor-gebracht , er seine noch wenige übrige kräffte gesammelt, umsie deswegen auszuschclten. Als ihm bey schon hohem aller sei»einiger söhn im ducll erstochen worden, fchmertzte es ihn sosehr, daß er aus raache den lodlfchläger desselben zum zwey,kämpf ausfordern wollte. Und als ihm seine freunde vorstell.
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ten , jener wäre ein junger kerl von etlich und r°. ich«»,der secht-kunft sehr geübt, so daß er Malherbe dabey nicht än-derst als unten liegen könnte; war dieses seine antwort · cbmdarum wünschte er sich gegen diesen menschen zuschlagen, tw>|er da kaum eins gegen zehen, das ist, seine noch übrige blitzelcbens-zeit gegen den vielen jähren, welche der andere «chzu leben hätte, börste aufsetzen. Er starb an. iSrg. znW«Die beste edition von seinen getichten hat Nr. Menage zn W1666. heraus gegeben. Sein leben hat Nr. Racan zu W1672. und Balzac in seinen entretiens beschrieben. EuCn,jugem. für les Poetes tom. V. Bayle. Menagium. *
Malik, war der stister einer von den 4. alten seclen der &hometanischen religion , welche die Türcken vor rechlglächgerkennen. Diese secte wird die Maliknische secke genennel, rod,cher die zu Tripoli, Tunis und Algier anhangen. Rum, z.I’Empire Ottom.
* Malingre, (Claudius) Herr von St. Lazare , war«Sens gebürtig, und wurde um das jähr 1659. KömgichFranzösischer Historiographus. Er gierig um die mitte ttiXVU. feculi mit tode ab.. Seine schritten sind: delaGloi.re & Magnificence des Anciens; Tr. de la Loi Salique, Ai.mes , & Blafons de France; Histoire generale des Etats alicm·bles ; Histoire de Louis XIII . Histoire Chronologique deplusteurs grands Capitaines , Princes, Seigneurs &c. qui ontparu en France; Intrigues & Guerres civiles de France ea1620. 162X. & 1622. Hist. de la Naislance, Progres öc De-cadence de FHeresie de ce fiecle ; Metnoires de Fr. de Boy.vin , Baron de Villars, avec une continüation juliju’en1629. Hist. des Dignites honoraires de France & Ereciionsde plusteurs Maifons Nobles en Duches , Comtes, Pairies,Marquifats, & Baronies; Antiquites de la Ville de Paris;le Journal de Louis XIII . und andere Mehr. Nicem , man.tom. XXXIV.
. Malio , oder Capo-Malio, it. Capo di St. Angela, iiem vorgeburge von Peloponneso oder Morea. Man"ivMsich ehemals so sehr davor, daß daher das sprüchwvrtenisWd:Nalearn legens obliviscere , quae sunt domi; d. I. wer m Re-lea vorbey segelt , wird seiner heimath vergessen. G pdencket desselben Strabo , Plinius und andere erd-beschmdtrmehr, wie auch Birgilius, Lneid.V.
Malipiero, oder Mariperto, Marrpetro, inglMMastropetro, eine adeliche Venetjanische familie»ndMii,ne von den alten. An. 1,78. ward an statt SebastianiZuni,Aurlll s oder Orio Malipiero zum Doge erwehlt. Er cre,verte Zara, welches zum vierten mal rebeflirt hatte, |Miauch eine flotte wider die ungläubigen in Palästinam. An. 1192.vegab ersichfreywillig der regierung, (welche Henricns Dwdolo nach ihm erhielt) und gieng in ein Benedictiner-kl«.A». 1497. ward Paschalis Maliviero z u der Hertzvglichen m-vr, befördert, nachdem man Francijcum Foscarini genilhiga,solche nach einer fast 3 9. jährigen regierung niederzulegen. Un-ter ihm aber ward ein sundamental - gesetz gemacht, dajman hinfuhro bey des einen Doge lebzeiten einen andern zu n,wehten nicht befugt seyn sollte. ' Er ist der erste Hertzog gen«,sen, welcher beständig einen scharlachenen mamcl zu tragenangefangen, an statt daß seine vorfahren sich dessen nur beyossentlichen solennitäten bedient. Man findet auch, das inwahrendem Dogat dieses Paschalis Malipiero die drnekerco zuVenedig durch Teutsche stabilirt worden. Er siarb nach einerruhigen regierung an. 1462. und hatte zum Nachfolger Christo»phorum Morum. Das geschlecht der Malipieri hat gletchfaliSeinige Procuratores von Sän Marco gehabt, als an. nüg.( zu einer solchen zeit, da nicht mehr als ein einziger meinmal seyn durfte) Nicolaum Mastropetro; an. -44s. ^schalem, nachmaligen Doge; an. 148°. Ecephanum, antendlich Ludvvicum , welcher in den ersten jähren des ssandie-tischen krieges diese würbe erkaufte. In dem jähr r-gi. nmPancratius Malipiero General-Capitain zur sce, und an. ip>-war Franciscus Malipiero Bischoff von Castel. Diese taMfuhrt eine bären-tatze in ihrem wapen, daher das PenetianiMspruchwort entstanden: dar 1 'arma di Malipiero, d. i. ttntmeine Maulschelle geben. Ameht de la Houßye, hist. du Gou.vern. de Venise, p. 148. iöx. 911. 946.
* Mallara, (Johann von) ein Spanischer Orator undaus Sevilla , studirte zu Salamanca und zu Barcellona, Mte darauf nach seiner zurückkunft die beredtsamkeit zu SalaM»ca mit grossem rühm. Er hat zu ende des iü. jahrhuntcri.'!!»lebet, und geschrieben: 1.) la Filofosta vulgär, Sevilla n »-in fol. und nebst Ferd. Nonii Adagiis wieder aufgelegt, 4 *«
brid i6rg. 2.) Recebimento que hizo la cicedat de Seviliä
Rey D. Felipe II. Sevilla 1970. in 8. ).) ein HervstsmiFlichte, Hercules genannt, so nebst den folgenden annow u >gedruckt liegt; 4.) la Psyche in zwölf bücher»; ;.) veler, pcionde la Galera Real del Juan de Austria ; ei.) Peregrinacron aVida ; 7. ) F 1 Alartyrio de las santas Virgines , Justa yin oerscii. Er hat auch die auflag« von des Aphtbvnu r-^gymnastmatibus mit Franc, von Escodar, seines gewenlehrmcisters zu Barcellona, Lateinischer Übersetzung uno umerckungen befördern hclssen. Anten. bibl. Hifp.
* MaUemans, (Claudius) ein Philosophus, war von ^ne in Bouraoane gebürtig, kam aber annoch sehr lun ^ arI j,
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