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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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von Glocester, an selbigen verfertigen lassen , um seine güthervon der Diceces von Worcester zu unterscheiden.

tilctloettt / (Virgilius , Marquis von) war von Bologna mIZ.en sr verstund die Theologie, die Rechte , Medicin,Matbematic, und war auch in den Humanioribus und derMusic erfahren. Der König Philippus IV, in Spamenge-brauchte sich seiner sowol in dem kriege als in den wichtigstenStaats-affairen. AuS liebe zu seinem vatterlande gieng erendlich wieder nach Bologna , allwo er auch an. > 564. imaua. gestorben. Man hat von ihm unterschiedliche schriften,als da sind : Discorsi sopra Cornelio Tacito ; 11 Romulo ;II Tarquinio Superbo ; II Davide Perseguitato ; Ragiom per lequali li Letterati credono non poter Avantagiarsi nella Cor­ te ; II Ritratto dei privato Politico Christiano , &c. Bu-tmldi bibi. Bonon. Craßb, elog. dhuom. P. I. GA,7/«/,theat.dhuom. letter. P. I. &c.

*Malvn, Malm, oder Malim (William) aus demKöniqs-Collegio in Cambridge, der sich hernach am Hofe auf-hielt , und vielleicht der söhn des Johann Malims, eines Re-dici, war, der in St. Peters Cornhill zu Londen begrabenlieget, und den armen des kirch-spiels 40. liv. gegeben hat.Dieser Malin war ein galanter Gelehrter, schrieb eine sau-bere Hand, und war ein meister von einem sehr guten Latei­ nischen stylo. Er war auch brav gereiset, und hatte Constan-linopel, Antiochie» , Jerusalem , und viele andere berühmtestädle in Asien besehen. Bey seiner widerkunft wurde er vondem Ritter Ambrosio Cave dem Secretario Cecyl vorgestellet.Der Secretarius behielt ihn bey tische, und recommendirteihn nebst dem danialigen Grafen von Leicester an die Köni-gin. Der Secretarius William Cecyl gebrauchte ihn her-nach , die schriften des fürtreflichen Thomä Chalonerö, soviel möglich, hervor zu suchen. Da er denn sein gelehrtes wcrckde Republica Anglorum , so in Lateinischen Versen geschrie-ben war, verfertigte und heraus gab. Er hatte zwey grossePatronen, nemlich den vorbesagten Cecyl, als hernachmaligenLord-Schatzmeister, und den berühmten Grafen von Leicester.AlS er bey nahe sieben jähr lehrmeister in dieser schule gewe-sen war, wurde er müde, des Sisyphi stein, wie er seine ar-beit nennete, fortzuweltzen, und wandte sich zu seinem hohenpatron, dem Lord-Schatzmeister, gab ihm seinen Vorsatz wegender Übergabe zu erkennen, und bat, derselbe möchte ihn miteinem angmehmern , leichtern und einträglichern amt versor-gen. Denn zur selbigen zeit war die besoldung nicht so wich-tig und aufmunternd, wie sie seit der zeit gewesen. Er be-klagte sich gegen seinem vorbesagten Patron : Me nimirum pau-

i iertate gravari , libertate privari , conculcari doctrinam,pes meas exinaniri. Er verlangte keine freyheit von der ar-beit , sondern nur

Alitius exilium pauloque quietius opto.

Er wünsche ein gelinderes und ruhigers exilium , und be-schließt seinen drief mit diesen Versen :

Adsis tu Cynosura mihi , ter nobilis Heros,

Ne tenui in mensa desit mediocre salinum,

Ne nimium fractum me rodat tristis egestas,Neve ego perpetuo curis involvar acerbis ,

Haec mea vota precor supplex , ne segnius hauri,Candide Maecenas , unus qui singula possis.

Sic tibi multiplices current feliciter anni,

Prospera magnanimi numeres & Lustra Metelli.

Er blieb ungefehr noch 2. jähr nach dieser bittschrift an denLord -Schatzmeister, und scheinet alsdenn eine psründe zu Lin,coln bekommen zu haben , bis er endlich lehrmeister in derschule zu Eaton worden ist. Rnigths leben Johann Co-lets , in den anhängen p. 346. u. f. f.

* Mameranus^ (Heinrich) ein Poet und Philosophus vonLuxemburg , lebte um das jähr 1330. war ein buchdrucker zuCöln, schrieb de.Causa Calamitatum hujus temporis , Cöln 1546. und ein büchlein de prisca Moneta , ib. ,;;i. welchesauch bey Budelio de moneta zu finde». Die ihm von An-dreä bibl. Belg. beygelegten getichte sind nicht sein , sondernseines bruders,des nächstfolgenden Nicolai. Sterti, Athen.Belg.

* Mameranus, (Nicolaus) ein Niederländischer Poet undHistoricus des 16. jahrhunberts, gebürtig von Luxemburg ,ein bruder des vorhergehenden, trug stets, wenn er ausgiengden lorbeer-krantz , und pflegte sich Mammam Maronis zu nen-nen. Erhielt sich an verschiedenen Höfen, und sonderlich andem Hofe Kayzers CaroliV. eine geraume zeit auf, war auchwegen seiner lustigen einfalle sehr beliebt, im alter wurde ervärnsch. Er hat folgende schriften verfertiget : de Conses-sione privata ad Aures Sacerdotis, 1546. de Venatione in ver-scn, t>« jtd> alle Wörter mit einem C. anfangen ; Historiamde Electione Carol, V. Imperatoris ; de Bello Saxonico; IterCassaris sexennale per Germaniam ; Catalogum Aul* Cssare*& Ordinum in Comitiis Augustanis , r W . & 4 g. Cöln 1550.

Catalogum Tribunorum , Ducum , Primorumque CaroliV. & Ferdinandi Regis Rom.; Catalogum Expeditionis rebel-lium Prmcipum ac Civitatum Germanis contra Carolum Van. 1546. Franckfurt 1611. Descriptionem August* & Wi-tenberg*, Formulam auspicandi finiendique diem certis nre-catiuncuhs , Antwerpen de Investitura Electoris Mauritu Basel 1574. de Memoria . Brüssel in 4. de Hyeme Anni1564. Epistolam d« eo , quod S. Petrus Rom* fuerit; Petich-

te, darunter eines de Bezo las Manns genannt, Cöln irr,und de Asino S. Maximini, Archiepiscopi Trevirensis, cumSMartine Archiep. Turonensi Romam euntis ab urso devorato*Antwerpen in 4. Über dieses hat er auch den Paschaßun, deSacramentis verbessert auflegen lassen, S-wcrtu Athen , Bele.Andrea bibl. Belg.

* Ulamercuo, ein Tyranne zu Catana in Sicilien, maebitmit dem Jceta und den Carthaginensern einen bund wider tn,Timoleon, wurde aber von demselben mit Verlust rooo. mannder seinigen aus dem selbe geschlagen , und da er nach Ita­ lien flüchten wollte, lenckten seine leuthe wider seinen willenmit ihm um , doch flüchtete er vorerst noch zu dem Hivmnach Messen«, allein da Timoleon auch solche stadt angriff,ergab er sich bey der Übergabe demselben, mit dem vorbehält,daß er seine fache zu Syracus gerichtlich ausmachen mochte.Es stund ihm dieses auch Timoleon zu; allein da er zu redenanfieng, erregte das volck einen ungemeinen tumult, und weiler sahe, daß für ihn nichts zu thun, warf er sein ober-kleidvon sich, rennete mitten durch das theater hinweg, und stießden köpf wider eine banck, der meynung, sich so hinzurichten:Allein da er daran nicht starb, nahm ihn das volck, undrichtete ihn an dem orte, wo die strassen-ränber vsteglen ad>gethan zu werden , vollends hin. Corn. Nepos , in Timoleontic. 2. U. s. Btlyan. lib. V. ftrategem. p. 376. u. f.

MAMERTINI, ein volck aus der insul Samvs, welchesich unweit Meßina niederliessen, daher die Meßiner Manier,tini , und die meer-enge bey Meßina Mamertimim krenmge-nennet wurde, dessen öfters in den alten schriften gedachl wird.Marlialis gedencket des guten weins, so in dieser gegend wach-set, lib. Xill. epist. 114.

Mamertinus, ein Redner, lebte in dem IV, s-calo unktdem Kayfer Constantino, dessen söhnen und Iuliano dem ab-trünnigen ; wurde unter des letzter» regierung zum Bürger-meister gemacht, und hielt znr danckbarkett ihnen zu ehren ei.ne lob-rede, welche mit unter den bekannten und verschie-dene mal zusammen ausgegebenen i». Panegyrieis ist, undberedtsamkeit zeiget. *

Tllamertus, Ertz-Bifchoff von Vienne in Dauphiae,war ein berühmter Prälat seiner zeit , und lebte in demV. feculo. Er führte die sogenannte Rogationes ein , sodrey tage vor dem Himmelfahrts-fest find, welche Mamertnsmit fasten und proceßionen oder crcutz-zügcn zuzubringen besoh-len hat, aus anlas allerhand zorn-zeichen GOttes, welche sichin und um Vienne selbiger zeit sollen ereignet haben; welchemexempel nachmals die Französischen kirchen und Bißthi'mnmeines nach dem andern willkürlich aefolget sind, bis endlichder gebrauch in den meisten abendländischen kirchen dmchge-drungen ist. Die Römische kirche begehet sein gedachtnis dm11. may. Im übrigen muß man ihn nicht vermengen mitfeinem bruder, Claüdiano Mamerto, welcher 3. buchn vondem zustande der seelen verfertiget hat, und ebenfalls be» derkirche zu Vienne , wiewol nur als Priester, gestanden ist. $'·dmiut Apollinar. ep. 1. lib. VII. & ep. 14. üb. V. August*·sermon. 173. Concil. Aurelian. canon. 27. Gregor. Tun*·lib. II. bist. 34. Ado, in chronic. Suvaron & Sirmoni .not. ad. Sidon . Apollinar. Rorico , lib. I. c.;. degest. Franc·Bartmius , in annal. eccl. & mart. Rom . Zammrtbm. Gall·Christ. &c. *

Mamilas, der i-che König in Assyrien , welcher um dasiahr der welk 246;. auf den thron gestiegen, und selbigm bisan. 249;. besessen. Eufob. in chron.

* Mamilius, (Octavius) ein gebohrner Tusculaner, zu des-sen vorfahren der Ulysses und die Circe gemacht worden, wareiner der vornehmsten und mächtigsten Lateiner, und gab mTarquinius Superbus seine lochtet zur gemahlin , wodnrcher sich viel anhang machte, und den Mamilium dab>u,ver-mochte, daß er sich angelegen seyn ließ, die Lateinischen liadieund völckcr auf Tarqmnti feite zu dringen. Awu,, üb. lc. 49. Dirnys. Halicarn. antiquit. Rom. lib. IV. c. ?r. Msolches einiger Massen ins werck gerichtet, ließ Tarquinius iy-nen sagen, baß sie stch gefallen lassen möchten, aufeinen ge-wissen tag zusammen zu kommen, weil er wichtige dinge nurihnen abzuhandeln hätte. Als sie sich auf bestimmten tag beyguter zeit einfanden, blieb Tarquinius aussen. D>ests M-ten sich die Lateiner für einen schimpf, als ob er sie mn »»genarret hätte, besonders da Turnus Herdonius, ein Conomncr , weicher bey Tarquinio um die tochter angehalten, nnoden korb bekommen hatte, sie nicht wenig aufhetzte.dieser Mamiltus besänftigte sie, und entschuldigte sclmnsa>w>r>ger-vattcr, so gut er konnte, brachte es auch endlich dabin1,daß sie des folgenden tages wieder zusammen kommen womcn.Titmyf. Hatte. 1 . c. wiewvl Lwius , 1 . c. cap. ?o- weibkNdaß sich Tarquinius noch selbigen tag , wiewol kurtz vor ocrsonnen Untergang, eingestellet, und die Lateiner, nach cmn»harten widerstände, endlich auf seine feite gebracht. P ®iahr der stadt Rom 213. der Lateinische krieg angnng, v"-te Mamilius die Lateinischen ssss* dergestalt aus (»nc »gezogen , daß sie sich wider die Römer hart verschworen, unihn nebst Sexto Tarquinio zum Feldherrn machten. Ji"·dem aber die allnrte Lateinische armce zu zweyen maicn g^schlagen worden , blieb bey dem andern treffen der Mam>nu