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Griechischen spräche und der r.lcht-kunst, und hernach Pastotin CotbuS. Da nun der Schinalkaldliche krieg zwischen demKavier Carolo V. und Churfürsten von Sachsen angegangen,mochte er, aus neiqung zur Evangelischen religion, m seinenpredigten gegen den Churfürsten zu viel mitleiden bezeuget,von dem Kayser aber allzu hart gesprochen, haben ; deswegenmuste er noch in eben dem jähre seinen dienst verlassen , unddie stadt räumen, erlangte aber doch endlich sein voriges amtwieder, und starb an. i;;y. Grossers Lausttzss. merckwur-digkeiten.
* MarsiliUS , (Ioh.) ein Doctor Theologie und Presbyter
von Neapvlis, lebte zu ansang des 17. jahrhunderts , undmachte sich insonderheit bey obschwebender streitigkell zwischendem Papst Paulo V. und der Republick Venedig , durch unter-schiedene schriften wider den Papst und den Cardinal Baroniumvor die Republick sehr bekannt. Die bekanntesten darunter sind:Exceptio contra Citationem per edictura Cardinaliura Roma-norum in causa Veneta ; Votum pro Republica Veneta op-positum Voto Card. Baronii, welche beyde beym Gvldast inMonarch. S. R. I. stehen ; Difefa a favore della Risposta delle8. Propositioni, Venedig 1606. Esame sopra tutte Scritture ,ehe lin hora fön Rate mandate alle Rampe contro la Repu-blica di Venetia, ibid. 1607. Toppi , bibl. Nap. addiz. Bar.berini bibl. ^
VHarftUac, oder M arcilhac, eine kleiner ort der Franzö sischen landschafft Rovergue, welcher den titul eines Fursten-thums führt, und dem Hertzoge de 1 a Rochefoucauld gehört.
* Marsilly, (Roux von) war von Rocheüe gebürtig , hat-te viel geretsel, verschiedene Höfe besuchet, und gab vor, daßer insonderheit von den geheimen absichten des Französischen Hofs gegen die Protestanten genaue Nachricht hätte. Diese zuoffenbaren that er eine reise nach Tcutschland, und kam an.1669. nach Engelland , da er auf des Königs Caroli ll. befehldesselben bruder , dem Hertzoge von Zorck, was ihm vondiesen dingen bewußt war, entdecken muste. Man sagt, daßauf des Hertzoqs Veranlassung der Französische Abgesandtevon Ruvigny diese Unterredung mit angehöret, und solche sei-nem Hofe berichtet, der denn, weil er sich in Engelland desMarsilly person nicht bemächtigen können, denselben in derSchweitz , wohin er sich gewendet, auf den grentzen des Can-tons Bern wegnehmen, und gefangen nach Paris bringen ließ.Hier schnitt er sich im gefängnis mit glas das geburts-glied ab,und ward bald darauf lebendig gerädert. Ohngeachtet mansich viel mühe gab, die geheimen Nachrichten, deren wlssen-schafft man ihm zutrauete, von ihm zu erforschen, und ihmzu solchem ende bey seiner Hinrichtung der Reformirte Baileauf besondern befehl des Hofs, nachdrücklich zureden muste,wollte er doch nicht das geringste bekennen. Die Englischen Minister, die bey den Protestantischen Staaten in verdachtgeriethen, daß sie diesen mann den« Französischen Hofe ver-rathen < haben zu ihrer rechtfertigung vorgegeben , daß dersel-be den Marsilly nicht wegen seiner Verrichtung in Engelland,son-dern weil man dafür gehalten, baß sich der Kayserliche Hofseiner zu verschiedenen der Cron Franckreich nachlheiligen Hand-lunge» bedient, hinrichten lasse». Andere aber versichern, daßihn Carl II. an die Teutschen Höfe versendet, um dieselbenzum beytritt zur tripel-alliantz zu vermögen, daß aber die Eng lischen Minister, als sie nachgehends diese alliantz zertrennenwollen , alle seine Handlungen dem Französischen Hofe geoffen-
baret hätten. Ariington’s lettres. Kasnage, annal. tom.II.p.77.
* Marsollier , (Jacob) ein Französischer HiRoricus, ge-bohren zu Paris an. 1S47. ward erstlich Canonicus Ilegularis,und that seine profeßion in der Abtey der H. Genovefa zu Pa ris . Nachdem er Priester worden, schickte man ihn nach Ustz,allwo er nach einiger zeit an der Cathedral-kirche Probst, undals er diese würde, dem Herrn Poncet zu gefallen, so nachdem Bischoff zu Angers geworden , abgetreten , endlich wie-derum Archidiaconus zu Usez wurde. Er wird wegen seinerFranzösischen schreib-art vornemlich gerühmt, und ist den;o.ang. an. 1724. gestorben. Seine schriften sind : HiRoire duMiniRere du Cardinal Ximenes ; HiRoire de Henri VII. Roid’Angleterre ; HiRoire de Henri de la Tour-d’Auvergne Ducde Bouillon , Paris 1718. in drey duodez-bänden; HiRoirede Requisition & de fon Origine; Vie de Franqois de Sa-les, Paris 1700. feg. in 4. und 1701. in zwey duodez-bänden ;Vie de Dom Armand Jean le Bouthiliier de Rance, Abbe dela Trappe &c. ibid. 1702. in 4. und 170}. in zwey duodez-bänden ; Vie de iaVenerable Mere de Chantal, ibid. 171?.in 12. du Mepris du Monde & de la Purere de l’Eglife Chre-tienne, so er aus dem Lateinischen des Erasmi von Rotterdam übersetzt; Apologie d’Erafme, welche er hernach in dem .sournalEitersire und den Memoires de Literature, gegen die Memoiresde Trei/oux, und den P. Gabriel, so dagegen geschrieben , ver-theidiget ; Entretiens für les Devoirs de la Vie civile & fur plu-fieurs points importans de la Morale Chretienne ; HiRoirede l’Origine des Dimcs. Niceron , memoir. tom. VII. DuPin, bibl. fasc. XVII. Le Lang , bibl. hiR.
* MarftaUer , (Georg Hieronymus) ein Rechtsgelehrierund Syndici,S zu Francksurt, gebohren zu Nürnberg an. 1602.hat zu L.udmgen d»e Doctor-würde erhalten, und ist endlichvon meuchel-mordern todtlich verwundet worden , worauf eran. i6;7. den rz. julii gestorben. Er hat geschrieben : de Di-
vitiis , Tübingen in 8 . Freier, theatr. Kttnig. biblioth. vet.& nova.
* Marftaller, (Gervasius) ein Doctor und Professor Me-dicinae zu Jena , wie auch Hof-Medicus des Hertzogs zu Braun schweig , von Freyburg im Vrißgau, ein guter PhilosophusMathematicus , Poet und Medicus , hat zu Heidelberg undWittenberg studiret, eine reise in Spanien , Franckreich, En,gelland und Italien gethan , zu Pisa den gradum Doctoris er-halten , und ist an. 1578. den 3. iuni^zestorben. Er hat her-aus gegeben : Encomia Artis divinatricis ; Bericht, wie mansich vor der Pestilentz bewahren soll, Halle 1597. in 4. Freber.theatr. Zeumer. vit. Profess. Jenenf.
Marsukius , ein Arabischer scribent , dessen ausführlichernähme ist : Abu Ali Achmed , Ebn Mochammed , Ebnol Ho,sain, Almarzuki; war gebürtig von Jspahan, und schriebeinen Commentarium Über al Chamafa ; dieses berühmte werckal Chamafa genannt, hält in sich excerpta oder auszöge deralten Arabischen Poeten , welche auch noch vor Mochammedgelebt, und ist von Abu Temam , welcher im IX. feculogestorben , zusammen getragen worden; desselben, und feinetcommentarien bediente sich mit sonderbarem nutzen Hr. Schul-tens, Pros. zu Franecker zu seinen originib. ling. Hebr. darin»er trachtet seine grosse Arabische gelchrsamkeit zu erlänterungder Hebräischen spräche und heil. Schrift anzuwenden. *
* Marsupint, (Carl) war gebürtig von Citta d'Arezzo indem Florcntinischen, und hatte unter andern den MarsiliumFicinum zu seinem lehrmeister. Als er auch in allen wissen,schafften sich genugsam umgesehen, lehrte er selbst zu Florentzdie schönen wissenschafften, und nach einiger zeit die Philoso-phie zu Pisa , wodurch die Republick Florentz bewogen wurde,ihm die stelle eines Secretarii aufzutragen. Einige geben vor,daß er öfters den Gesandten , welche ihren vortraq in Laleini,scher spräche gethan, auf der stelle Griechisch wieder geant-wortet , und nachdem er neun jähr dieses amt versehen, an.1472. oder, wie andere wollen , an. 1476. im 80. jähre seinesalters gestorben sey. Er nannte sich im übrigen auch CarolumAretinum , und war zu seiner zeit einer der verühmkesien Poe-ten , wie man solches aus seinen hinterlassenen gelichten, undder Batrachomyomachia , welche er in Lateinische hexametrosgebracht, ersehen kan. Negri , ferittori Fiorent.
Marsus , ( Domitius ) ein Lateinischer Poet, welcher zudes Horatii zeiten gelebt, und Epigrammata geschrieben , in-gleichen von des Herculis kriege wider die Amazonen, einigefadelhaffte erzehlungen und de Urbanitate. Martialis hat ihmden Persium vorgezogen. Ovid . de Ponto üb. IV. eleg. 16.v, <!■ Voj]'. de HiR. Lat. lib. I. c. 16.
Marsus , (Petrus ) führt den zunahmen Marsus, Weilerin Campagna di Roma , wo sonst die Mars, gewohnt, gedvh«ren war. Er war ein schüler des Pomponii Läti und Ärgyro-poli, und ward zum geistlichen stände von jugend auf erzogen,machte sich aber sonderlich durch das, was er zu erklärungder alten authorum geschrieben , in dem XV. feculo bekannt.Er stund bey dem Cardinal Gonzaga und Cardinal RaphaelRiario in grossen gnaden. Er ist im hohen alter gestorben, ohn-geachtet man das ,ahr seines todes nicht eigentlich wissen kan.Er hat noten über den Silium Italicum , Terentium , Cicero-nem de Xatura Deorum und de Officiis geschrieben , die nachbeschaffenheil der damaligen zeiten ziemlich wohl gerathen sind.Leund. Alberti , deferizz. di tutta l’Italia. Gesneri bibl. ErirsmiepiR. lib. XXIII. Bay.'e.
Marsyas , ein Phrygier, eines schäfers söhn, welcher sounverschämt war, daß er mit dem abgott Apollo auf der flötecertiren wollte, aber davor geschunden wurde. Die Poetenlichten, daß die Nymphen hierauf so viel thränen vergossen,daß der fluß Marsyas daraus entsprungen. Ovid. lib. VI. fast.
Martaban, eine grosse stadt in Asia , in dem KönigreicheStam, auf der Indianischen halb-insul jenseit des Ganges.
Martana , eine kleine insul , welche auf dem Lago di Bol-sena , an den grentzen des Patrimonii Petri , und des Hertzog -thums Castro liegt. ES ist eine kirche daselbst, sonstcu aberkeine andere gebäude. Man hält davor, daß die GothischeKönigin Amalasunlhe auf dieser insul erwürgt worden. Wie.
de iltal. I. p. 27;.
* Martelicre , (Peter de la) ein Parlements, Advocat zuParis , lebte zu ansang des 17. jahrhunderts, und schrieb :Plaidoier pour le Recteur de l’Universite de Paris contrc lesJefuites, Paris 1612. in 8. so noch in eben diesem jähre zuLonden im Englischen in 4. heraus gekommen. Ee Umg ,bibl. hiR. Hyde , bibl. Bodlej.
Martellius, oder vielmehr Martellue, (Hugolinus) einBischoff von Glandeves, war von Florentz gebürtig, und durchdie Königin Catharina von Medicis zu seiner würde detorderl.Man hat von ihm einige anmerckungen über die andere ovedes 4ten buchs des Horatii ; desgleichen eine cpistel, bannner einige loca aus dem Calpurnio und Nemesiano lllusinret;ferner einen tractat über ein gewisses epigramma des Antvnn.Er hat einige schriften wegen der calender-rcformalion druckenlassen, und sind selbige unter folgenden tituln: de Ann, in-tegra in integrum ReRitutione ; sacrorum Temporum Allec-tio ; la Chiave dei Calendario Grcgoriano. Bayle.
* Nar«