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«ehalten wird, als der Virginische. Die emwohner kommenihrer gestalt, färbe, statur, gebräuchen, Zuneigungen, gese.tzen, religion, kleibung, lebens-ark und Häusern nach /.fastqantz mit denen in Virginien überein, und sind in gewisse zunfteunterschieden/ deren jegliche von einem besondern Könige regieretwird. Sie glauben unterschiedene götter von verschiedenen gat-tungen und stufen, halten aber davor, daß nur ein einiger höch-ster und ewiger GOtt sey. Desgleichen glauben sie / daß Diesonne , mond und sterne kleine gotter seyn, daß alle creaturenaus dem Wasser entsprungen , und daß das weib zuerst gemachtworden, welche durch eines von den göttern beystand kinderempfangen und gebohren habe. Sie wissen aber nicht zu sa-gen , vor wie langer zeit diß geschehen sey , weil sie keine schrift-liche nachricht davon haben / sondern nur so viel wissen , alsdurch die eitern auf die kinder mündlich fortgepflantzet worden.Ferner glaube» sie, daß nach diesem leben die seele nach ihrenwercken werde belohnt werden, so daß sie entweder in die Woh-nung der götter werde aufgenommen , um einer ewigen gluck-scliqkeit zu geniessen, oder in eine grosse und liefe hole in demäussersten theil ihres landes gegen der tonnen Untergang zu, sosie vor den äussersten theil der weit halten, verflossen werden/um bannn ewiglich zu brennen.. Ihre Pfaffen crzehlen oft demvolcke allerley Historien von dergleichen leuthen, welche in derandern welk gewesen, und durch GOttes Zulassung wieder zu-rück gekommen, um ihren freunden zu berichten , was s,e thunmüssen , wenn sie selig werden wollten, und was sie hingegenzu meiden schuldig wären , wenn sie der quaal der andern weitzu entgehen verlangten, welches sie dann antreibet, daß sie ih-ren Regenten grossen respect erweisen, und auf alles ihr thungenaue acht haben. Büchsen und andere geschützt halten sie vöretwas übernatürliches, geben vor, daß die Engelländer ein al-tes wieder lebendig gewordenes volck seyn, und glauben , daßderer viel unsichtbar in der luft sich aufhalten, welche auf derandern ansuchen, das ihnen erwiesene unrecht zu rächen pflegen.Nicht weniger lächerlich erweisen sie sich auch in den ceremonien,die sie bey ihren götzen beobachten. Der König Carolus I. gaban. i6zr. diese provintz Cölio Cnlverti, Herrn von Baltimore und dessen erben, und machte sie zu wahren und absoluten Her,ren und eigenthümlichen bcsitzern derselben , wofür sie den Ko-nigen in Engelland, zu bezeugung ihrer unterthänigkeit, nichtmehr geben, als jährlich 2. Indianische pfeile, auf dem schlösseWindsor in der Grafschafft Bercks an einem Oster - dienstage,nebst dem fünften theile des daselbst gefundenen goldes und fii-bers. Es werden allhier alle religions-vcrwandten geduldet, diesich zum Christlichen glauben bekennen. Maryland ist in 10.provintzen unterschieden, und hat ohngefehr 16000. Englische einwvhner, welche unterschiedliche städte zu bauen angefangenhaben, als Calverton, Herrigtown und Harvey-town, diealle zu derhandinngund schifffahrt sehr bequem liegen. DieHaupt-stadt ist St. Mary an dem flusse St. George, ein sehrwohl-gebauter ort, und die beste handels-stadt in der provintz.
Marzin , (Rudolph , Freyherr von) sonst auch Marazingenannt, Chur-Sächsischer General-Feld-Marschall , war ausdem Königreich Böhmen entsprossen, worinn sein druder, GrafPaul von Marzin, die Herrschafften Hohenelbe , Lamnitz,Neukunstberg und andere, besessen. Er diente anfangs Si-gismundolll. Könige in Polen , in dem Moscowitischen, unddaraufdem Kayser Ferdinands II. in dem Teutschen kriege mitgrosser treue. An. 16; 1. war er Commcndant zu Ncu-Bran-denburg, welchen ort er aber nach einiger belagerung deö Kö-nigs Gustav Adolphs in Schweden kriegs - völckern aufgebenmuffen. Noch selbiges jähr wohnte er der schlacht bey Leipzig bey, und führte daraufscin regiment unter des General Wallen-sseins armec in Böhmen , um solches wieder zu der gebühren-den devolion zu bringen. Nach diesem richtete er ein regimentvon 3000. zu fuß auf, damit er die ausgestandene bauren indem Oesterreichifchen zerstreuet, und ihre über die Donau ge-zogene ketten zersprenget. Unter dem besagten General Wallen,stein befand er sich in dem lager vor Nürnberg , in der schlachtbey Lützen an. 1032. und in der Schlesischen activn heySchweidnitz an. 1633. In dem letztbesagtcn jähre half er alsGeneral-Wachtmeister zu pferde den Grasen von Thurn undObersten Duval bey Sreina einschliessen, daß sie sich mit allenihren völckern ergeben musten. An. 1634. agirte er in der Pfaltzwider die Schweben, und wohnte darauf der eroberung vonRegenspurg, wie auch dem grossen siege bey Nördlingen bey,da er sich denn so wohl verhalten , daß ihm der Kayser Ferdi-nandus II. selbst durch ein gnädiges Hand-schreiben danck abstat-tete. Hierauf commandirte er eine armee in Schlesien als Ge»neral-Feld-Zeugmeistcr, verfolgte den Schwedischen Felb-Mar-schall Banner, coniungirte sich mit den Chur-Sächsischen völ-ckcrn an. 1635. nahm den 2. dec. selbigen jahrs den Schweden Havelderg wieder ab, eroberte mit einem absonderlichen corpoStargard in Pommern , und entsetzte Gartz , so die Schweden belagert halten. Doch als die Schweden frischen succurs er-hielten , quittirte er Pommern , zog sich nach Landsberg an der Warthe , und folgends nach Schlesien, da er immittclst mitdem General Wrangel, welcher ihm auf dem fusse folgte, beyGabel in eine rencontre verfiel. Dessen ungeachtet coniungirteer seine völcker glücklich mit der Chur-Sächsischen und Hatzfeldi-schen armee, von denen er sich aber wiederum separirt, undan. 1636. «dermal in Pommern eingefallen, Stargard nach 9.Wochen erobert, sich hierauf wieder nach der Oder gewendet,undden -4. sept. der unglücklichen schlacht bey Wittstöck beygewoh.
nek, da ihm das Haupt durch einen schuß gestreift worden, undein äuge verlohren gegangen. An. 1637. verfolgte er den Feld-Marschall Banner nach Pommern , und an. is;z. wurde erChur -Sächsifcher Feld-Marschall. Hierauf zog er die Chur-Sächsischen völcker in der Laußnitz zusammen, coniungirte sichmit den Kayserlichen trouppen in dem Hertzogthum Mecklen-burg , litte aber durch einen Schwedischen emfall unweit Dö,mitz grossen schaden. An. 1639. wurde er nach Wien , allwo erHof-Kr»egs-Ralh-nnd Cammerer gewesen, wegen einrichlunqder campagne beruffen. Nach seiner Wiederkunft zu der Chur-Sächsischen armee wollte er den Schwedischen Feld-MarschallBanner von der belagerung Freyberg in Meisten abziehen, des-wegen er sich auch mit dem Kayserlichen General-Wachtmeister,Grafen von Buchheim, coniungiret. Es kam auch würcklich un.weit Chemnitz bey Hohenstcin zu einem treffen , bannn er aufsHaupt geschlagen, und gemeldter Graf von Buchheim gefangenworden. Hierdurch verlohr er seinen credit so gar bey Chur-Sachsen, daß er nach einiger zeit seiner dienste erlassen wurde,worauf er sich nach Böhmen begab, und daselbst an. 164Ü. seinleben zu Prag geendiget. Weingartens Fürsten -spiegcl, pag.427. leg.
Mas oder Maz d'Azil, (le) ein kleiner ort in der Franzvsi.schen Grafschafft Foir, an den grentzen der landschafft Conse-rans, gelegen. Dieser ort hat seinen urspruna von einer Be-nedictincr-Abkey, so in Latein Mansum Azili hieß, und schonums jähr 817. unter Ludovico kio, als in gutem flor stehend,vermeldet wird. Auch findet sich, daß solche an. 1077. von Js>nardo,dem Bischoff von Toulouse , in den schütz dieses Bißthumssey genoinmen worden. Die Resormirten hatten ihn ehemals ineinen so guten defensions-stand gesetzt, daß an. 1623. der Mar-schall de Themines, nachdem er über 1800. canonen-schüsse dar-wider gethan, und einen general-sturm vorgenommen, dennochmit grossem Verlust die belagerung davon aufheben müssen. In-dessen wie bey diesen einheimischen kriegen und währendem besitzder Resormirten das kloster gar sehr in abqang gekommen ist;also haben es die jetzigen besitzer von der ELvngregatione 8. blau-ri seit der erfolgten beruhigung des Königreichs wieder in garguten stand gebracht. Descript. hiß. ä? gtogr. de France. LeVajso -·, kill. de Louis XIII. tom. V. p. 192. *
Masaccio , ein berühmter mahlcr in dem XV. feculo, hattezum lchrmeister den Massolino, welcher alle, die vor ihm ge-wesen , in dieser kunst übertroffen. Allein sein schüler that esihm noch zuvor, und war der erste, welcher -einem gemahldeeine rechte gestalt zu geben wußte. Er würde es ohne zweifel indieser profeßion sehr hoch gebracht haben, wenn er nicht an.143?. in dem 26. jähre seines alters der weit durch den tod ent,nommen worden. Vafari , vics des Feint. Fehbkn , cntr. ihr l«Peintres .
Masalipatam, siehe Maslipatan.
Mafaiidran, eine gewisse landschafft in Hyrcanien, hatsehr ungesunde luft, weil sie niedrig liegt, auch sehr morastigund mit vielem Ungeziefer angefüllet ist, welches im som-mer, wenn das Wasser, so zu andern zeiten das land über-schwemmet , austrocknet, stirbt, und die luft verunreiniget.In dieser landschafft liegt die provintz Guilan, welche die unge-sundeste gcgend von gantz Pcrsien ist , und dahero auch zu ei-nem straf - orte vor die übelthater dienet. Die in dieser pro-vintz wachsende citronen sind die besten in gantz Persicn. la.
vern. p. 182.
Masaniello, siehe Aniello.
tllasar, der Haupt-flecken eines thals in Graubnndten ohn-wcit dem Vogelberg gelegen, von welchem eine theils Freyhcrr-liche, theils Gräfliche linie von Masax, so sonstcn aus demRheinthal herstammet, und vom Kayser Sigismundo zu die-ser würde erhaben worden, den nahmen hat. Tjchudi histor.Rhcet. Stumpf. &c. *
MASBOTHiEI, gewisse ketzer in der alten kirche, die auchunter die schüler und Nachfolger Simonis des zauberers gezehlelwerden. Wiewol einige anmercken, daß sowol bey den Ju-den eine stete dieses nahmens, als bey den Christen gewesen,welche letztere von der ersten entsprossen seyn soll. Man giebtfür, daß sie mit verläugnung der Göttlichen Vorsehung demblinden glück alles zugeschrieben, auch die Unsterblichkeit der sec.len geläugnet. Eufibtui , üb. IV. c. 22. bist. eccles. Theodo-retus , hasset, fabul. üb. I. c. 1. IfiAmis , originum üb. I. c. 4.Baronius, annal. Scaligtr, in elencho trihaeres. c. Z. Ittigius ,de Hseresiarchis sevi Apoll . fest. I. c. 3.
Mascalat, ein Königreich in dem glückseligen Arabien, nebsteiner stadt gleiches nahmens, so der vornehmste ort darin» ist.
Sans»? r geograph.
Mascardi, (Augustinus ) einer der besten Redner seiner zeit,wurde an. 1391. zu Sarzana , einer stadt in dem Genuesischengebiethe, gebohren. Sein vatter, Alderano Mascardi, warein Rechtsgelehrter, und starb an. 1608. ctmge lutistischeschriften nach sich lassend. Sein groß - vatler , IosephusMascardi, ein berühmter Jurist, war Froconotasius Aposto-licus, und schrieb drey volmnina unter dem titul: (.'onclusionesomnium Probationum , quas in utroque Foro quotidie vetfan-tur, worauf er an. 1588. gestorben. Augustinus Mascardi,von dem allhier die rede, brachte seine ersten lahrc bey den Je suiten zu, und wurde hierauf von dem Papst Urbano VIII . zuseinem Cämmerer ernennet. Eben dieser Papst ließ auch feinet*
wegen