Stützung in Not und Krankheit zu den Zwecken derVereinigung. Diejenigen aber, welchen ein solcherRückhalt fehlte, mussten bei der Kirche ihre Zufluchtsuchen, welche allerdings durchaus in der Lage war,eine weitgehende Wohlthätigkeit ausüben zu können.Abgesehen davon, dass hei jeder Pfarrei ein Teil derEinkünfte (ursprünglich ein Viertel des Zehntens) fürdie Armenpflege bestimmt war, hatte der fromme Sinndes Mittelalters eine gewaltige Menge von frommenStiftungen geschaffen, deren Hauptzweck die Pflegevon Kranken, Pilgern und Armen war. Die katholischeKirche liebte es, ihr Vermögen als den Armen ge-höriges Gut zu bezeichnen, und stellte an die Gläu-bigen die Anforderung, sich des Überflusses zu ent-äussern und den Armen zu gehen, worauf diese nachGottes Gebot einen Anspruch haben. Nach und nachtrat aber der Zweck der Unterstützung, die Erhaltungdes Nächsten, vor der Verdienstlichkeit der Gabe inden Hintergrund. Man gab, um ein frommes Werkzu tliun, um seine Seele zu retten, um seine Sündenzu büssen, mit einem Wort, um sich die Gnade Gotteszu erwerben. Diese Auffassung, dass die Wohlthätig-keit mehr um Gottes willen, als zur Linderung derArmut und Verhinderung ihres Eintritts ausgeübtwerde, steigerte zwar die Gaben, liess dagegen ihreVerteilung ausser acht. Die wohlorganisierte kirchlicheHausarmenpflege der früheren Jahrhunderte, von wel-cher uns Ratzinger (Gesch. der kirchl. Armenpflege)berichtet, war im späteren Mittelalter schon längst ver-schwunden und konnte durch die Thätigkeit der Klöster,Hospitäler, Orden und Vereine keineswegs ersetztwerden. Es fehlte eben an jeder Einheit und Organi-sation. Jedes Kloster, jedes Hospital unterstützte jeden,der sich meldete; so konnte von einer Kontrolle keine
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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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5
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