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Unterstützung der Klöster angewiesen, welche sichallerdings im Bernerlande in solcher Menge vorfanden,wie wohl kaum anderswo in einem Gebiete von gleicherAusdehnung. Man sah hier fast alle Orden der abend-ländischen Christenheit vertreten, die fruchtbarstenTeile des Landes gehörten Klöstern und geistlichenStiftungen an. Aber diese Keichtümer wurden mehrund mehr ihren ursprünglichen frommen Zwecken ent-zogen und oft geradezu verprasst und verschleudert.Ja, das Treiben der Geistlichen war an einigen Ortenderart Anstoss erregend, dass die heimische Regierungschon lange vor der Reformation dagegen einschreiteumusste. Dass unter solchen Zuständen auch die Ar-menpflege bedenklich litt, braucht wohl kaum beson-ders hervorgehoben zu werden. Als nun um die Wendedes 15. und 16. Jahrhunderts die Zahl der Armen,wie wir sehen werden, in ganz bedenklichem Massezunahm, vermochte die kirchliche Armenpflege durchausnicht mehr den Anforderungen zu genügen, so dass,wenn wir auch von der Reformation absehen, eineneue Organisation des Armenwesens durchaus not-wendig war, wie dies übrigens auch das Beispiel derkatholisch gebliebenen Staaten beweist.
Wirtschaftliche Umgestaltungen vom 15. zum16. Jahrhundert.
Suchen wir die Frage zu beantworten, warum dieReformationszeit so grosse Veränderungen im Armen-wesen mit sich brachte, so haben wir vor allem ausauf die tiefgreifende wirtschaftliche Umgestaltungum die Wende des 15. und 16. Jahrhunderts hinzu-weisen.