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noch andere Umstände angeführt *). So wird z. B.darauf hingewiesen, dass die unentbehrlichen Hand-werke nun nicht mehr ausschliesslich in den Städten,sondern auch auf dem Lande betrieben werden. Da-mit nahmen aber auch die so häufigen Besuche derLandleute in den Städten ab, was für diese eine be-deutende Yerminderung ihrer Einnahmequellen zurFolge hatte. „Thun war eine grosse Niederlage fürdas Oberland und hatte eine Menge Handwerker; vondiesen haben sich nach und nach mehrere, sowie vieleKrämer in den Bergthälern selbst niedergelassen.Manche Manufaktur- und Handelszweige, welche vor-mals in einigen Städten betrieben wurden, sind aufdie benachbarte Landschaft verlegt; andere sind ein-gegangen und manche neuere haben die Städte selbstvon sich abgehalten. Fremde Waren wurden vormalshauptsächlich nur in den Städten auf den grossenJahrmärkten zum Verkauf gebracht, welches eine grosseMenge Menschen zum Verkauf herbeizog. In neuerenZeiten setzen sich Krämer auf dem Lande und bietenHausierer die fremden und einheimischen Waren häufigzu jeder Jahreszeit an, so dass der Landmann sie ingrösserer Nähe findet und hier mit geringem Kostenerhält.“ Einige Gewerbe gingen aus dem Grundezurück, weil die Waren zu einem viel billigeren Preiseaus dem Ausland bezogen werden konnten. So wurdenz. B. die Messerschmiede in Aarau aufs schwerstedurch die deutsche und englische Konkurrenz geschädigt.Indessen hätte sich bei gehöriger Energie doch noch
Vergl. z. B. die Preisschriften „von den Ursachen desVerfalles des Nahrungsstandes in den Städten“ (Abhandlung derökonomischen Gesellschaft, 1766), sowie auch die Darstellungenvon Normann, Heinzmann etc. Bei Normann ist das Materialtrefflich zusammengestellt.