Buch 
Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
Entstehung
Seite
213
JPEG-Download
 

213

Ersatz der grossen Ausflüsse beitragen; dass auch diejährlich bar ins Land kommenden Zinsen für beträcht-liche Kapitalien in auswärtigen Fonds den sonstigenYerlust an barem Geld minderen.

Heinzmann macht in derBeschreibung der Stadtund Republik Bern auf den Umstand aufmerksam,dass ein grosser Teil der eingeführten Artikel nichtfür Schweizer, sondern für die hier im Land sich auf-haltenden Fremden angeschafft werden müssen, diemit ihren Reichtümern einen ungemeinen Aufwand inunsern Städten machen, zum Teil auch an derherrschenden Teurung schuld sind, obgleich sie auchwieder einem grossen Teil der Einwohner Nahrungund Beschäftigung geben. Die Zahl der in derSchweiz lebenden" Fremden schätzt Heinzmann auf200,000 und stellt die Frage:Sollte man diese nichtin der Handelsbilanz spüren? Sollte man nicht dievielen Reisenden spüren, die alle Jahre scharenweisedaher geflogen kommen ? Wie viel haben nicht unsreGeldwechsler mit allen diesen Fremden zu thun? Welcheungeheure Summen laufen nicht in einem Jahr durchihre Hände .... ein ansehnlicher Teil dieser Gelderbleibt bei uns und ein anderer ansehnlicher Teil wirdwieder durch den Kaufmann für Waren verwandt,die eben diese Fremden brauchen. Zum Beweis führtHeinzmann an, dass gerade das Waadtland und Genf,wo die Zahl der Fremden ganz auffallend gross sei,die stärkste Einfuhr haben. Diese Fremden seien aberauch schuld, dass dort das Leben so teuer sei, währendman an den Orten, wo keine Fremden und Reisenden

J ) Im Waadtlande zählte man in den neunziger Jahren 547fremde Gliterhesitzer, deren Grundeigentum sich auf beinahe9 Millionen (alte) Franken belief.