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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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ist. Aus andern Gemeinden lauten freilich die Be-richte weniger günstig.

In Laupen scheint noch etwas mehr Handwerkbetrieben worden zu sein als in den übrigen Städtchen,dagegen wird über die vielen Wirtshäuser geklagt,welche zur Liederlichkeit Gelegenheit gehen. DieNeuenegger werden als sparsame, gute Haushaltergerühmt, die sich trefflich auf den Landhau verstehen,aus Mühleberg dagegen hört man Klagen überSchwelgerei und schlechte Erziehung 1 ).

Die Bevölkerung des Kantons Bern war keinesehr dichte; im Jahre 1764 wird sie (mit Einschlussvon Waadt und Aargau, soweit das Gebiet unterbernischer Herrschaft steht) auf 336,689 Seelen an-gegeben. Über die Bevölkerungsziffern in den späterenJahren schwanken die Angaben zwischen 375,000und 400,000. Einzelne Schriftsteller geben sogar nochhöhere Zahlen an. Auf jeden Fall darf man fürdas Ende des Jahrhunderts gut 400,000 annehmen.Während die Bevölkerung in einzelnen Gegenden, be-sonders im Emmenthal, sehr stark zunahm, blieb sie

0 Leider sind keine Berichte aus dem Amt Schwarzenburgvorhanden, was um so mehr zu bedauern ist, als gerade über dieeigentümlichen Verhältnisse in Guggisberg und Küschegg etwasgenauerer Aufschluss wünschenswert wäre. Das Fehlen der Be-richte aus dieser Gegend erklärt sich aus dem Umstand, dass dieHerrschaft Schwarzenburg (früher Grasburg) gemeinschaftlich mitFreiburg verwaltet wurde, zu den sog. Mediatlanden und nichtzum eigentlichen bernischen Gebiet gehörte. Nach andern Be-richten muss es in Schwarzenburg und Guggisberg im letzten Jahr-hundert relativ nicht schlimm ausgesehen haben.