anderwärts stationär oder schien sogar abzunehmen 1 ).Diese Erscheinung rief in den ökonomischen Schriftenjener Zeit eine lebhafte Diskussion hervor; man suchtedie Ursachen der Yerschiedenheit in der Bevölkerungs-bewegung zu ergründen und Mittel anzugehen, wie dieHindernisse, welche der Yermehrung im Wege standen,wegzuschaffen seien.
Die Regierung sah es nicht gern, dass diese An-gelegenheit einer öffentlichen Besprechung unterzogenwurde; denn wie Tillier mit Recht sagt, hörte manin einem Zeitalter, wo Vermehrung der Bevölkerungfür das Merkmal einer guten Verwaltung galt, ungernüber Abnahme der Yolkszahl klagen. Der ökonomischenGesellschaft und dem Pfarrer Muret von Yivis wurdedeshalb das Missfallen der Obrigkeit darüber ausge-sprochen, dass in ihren Veröffentlichungen Stoffe be-handelt werden, die in den Bereich der Regierungs-thätigkeit gehören. Allerdings wurden in diesenSchriften verschiedene Missstände im öffentlichen undwirtschaftlichen Leben sehr freimütig hervorgehoben.Doch beschränken sich die Abhandlungen nicht aufblosse Kritik, sondern es werden auch Vorschläge ge-macht, wie da und dort eine Besserung herbeizuführensei. Hierbei werden allerdings hauptsächlich die Zu-stände in der Waadt besprochen; einzelne Bemer-kungen passen aber auch für den deutschen Kantons-teil, so z. B., dass die Schuld- und Kapitalzinse häufigim Verhältnis zum Ertrag der Güter zu hoch seien,
') Die letztere Tliatsache glaubte man besonders in der Waadtzu beobachten. Vergl. die Abhandl. von Muret in den Schriftender ökonomischen Gesellschaft von 17G6. Übrigens befand sichMuret im Irrtum; statt einer Verminderung ist auch im Waadt-land für die zweite Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts eine Zu-nahme zu konstatieren.