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Man würde am besten tbun, liederliche Haushal-tungen, die nur Pflanzschulen der Armut sind, aufzu-lösen, und die hülfsbedürftigen Glieder in richtige Pflegegehen. „Aber der schlechte Yater nimmt lieber dieHelfte von dem, was ein einziges Kind recht zu ver-pflegen und zu erziehen kosten würde, und behält siealle bei sich, zwingt sie durch Hunger, dem Bettelnachzugehen und das Brot zusammenzutragen, von demauch er sich nährt.“
Auf der andern Seite rechnet der Bauer mit denLebensrnitteln, welche seine Frau an der Thüre aus-teilt, nicht und hält nur das für ein segenhringendesAlmosen, wofür ihm Yergelt’s Gott! gesagt wird.
Dagegen sind ihm die Steuern zuwider, die ernach Verhältnis seines Vermögens an barem Geld indie Spendkasse zahlen muss, weil dies von Rechtswegen gefordert wird und ihm niemand dafür dankt,wenigstens nicht so laut und so oft.
Besser angewandt ist nach der Meinung des Ver-fassers der Preisschrift dasjenige, was man an Kost-geldern für Verpflegung und Erhaltung von armen Kin-dern, Kranken und Gebrechlichen ausgiebt, besonderswenn die Pfleglinge bei Leuten aus dem Mittelstandund nicht bei ganz Dürftigen untergebracht sind.
Dies ist ein Schaden für die Pfleger wie für dieVerpflegten. Im allgemeinen sind, wie der Verfasserausführt, die Kostgelder niedrig. Eine Gemeinde, dieer genau kenne, habe etwa 30 Kinder zu versorgen,dieselben seien recht gut gehalten, trotzdem für Nah-rung und Kleidung nicht mehr als 6—7 Kronen andie Pflegeeltern bezahlt werde. Diese letztem leistenin diesem Falle weit mehr als die Gemeinde.
Hingegen fehle es auch nicht an Beispielen, dassdie Pflegekinder dem Bettel nachgeschickt werden.