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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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rz Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

wick/Oornick/Meenen/Rissel/winoxberg/Douap/la Bassee/Grevelingen/ Arinentie-res / vpnkerken. In dem HeryogthuinLäyenburg/ Dredenhofen/ Montinedi/Ivoir/ Dainvillers/ Marvrlle/ Stenap;VieGrassschafftRoußillon/ samt seinen zu-gehörungen besitze.

Silldunzrr- Mit diesen und andern neuerworbenenlandschafften hat es die sonderbare bewandniß/Cr«n. daß solche der Lron aussewige und unzer-

trennliche weise incorporirt/ und des Bö-nigs willen und verordnung schlechterdings eigen gemacht worden.

Verse«« Die vornehmsten berge in FrankreichFranckreich.^^ ohne das Alpen-und Pyrenäische ge-bürgt/ die berge Sevennes/der Berg Juraoder 8. clauäe gegen die Schweitz/ der VogesusSlüffk. gegen das gebiete Langres u. a. m. Unter denffüssen aber feynd folgende die berühmtesten:Die Loire/ in welche die Allier/Eher/Vicnne/und dieMayenne flieffen/die Rhone/ mit welchersich die Sone bey Lyon/die Jsere nebst der Dracoberhalb Valence/und dieDurance unterhalbAvignon vermischen. In die Garonne fallendie flüffe Tarn/ Lot/ Dordogne/ u. a. m. In dieSeine aber dieJonne/ Marne/Oyse/ Eureu.a.m.

Ser-häftn. Die sce-hafen an dem Oceano siynd krclk,

Llgvet, X1orbi2n,8.p3u1 clel>eon, N>ucon, la R.o-cbelle, Lrouaße, !e Ii3vre cie 6rgce, vicppe, La-Ul5,8. V.ilertz'i'report.u. a.m. An dem Mittel-ländischen meer aber Marstille und Toulon.Andere städte zu erzehlen/ würde zu weirläuff-tig werden/in dem einige derselben über zoc-o/grosse und kleine/ und in denselben wie auch auffdem land soooo volckreiche kirch-spiele odermärckte rechnen.

Länder in In America besitzet der König Neu-America. Frankreich/ welches grosse stück landes Kö-nig Frantz l aüffsuchen lassen; einige kleine Jn-sulen/ wie auch unter denen so genannten La-ribischen Eylanden folgende: 6u3äeloupe,^3l--tinic^us, 8. Lroix, 8. Lgrtliclemi, 8. /zlourie undlortge , nicht weniger die Nordseite von »l-tpaniol-r, lerra novs.wie auch , 6re-

naäe, und ktariAglante. 8. Martin aber besitzen sienebst den Holländern.

I« Aftica. In Zlfrica haben die Frantzosen auch aufder grossen JnsulMadagascar/welche sie Dau-phins nennen/ in dem südlichen theile etlicheörter und festungen auffgebauet / darun-ter das Fort Dauphin das imposantste ist/ undseynd sothanc Plätze mit Franhöischen Coloni-en besetzet.

N.'türUHt Die lttsft / gewitter / fruchtbtrrkeit undhci?de?Pro- Wachsthum ist in diesem Königreiche und dar-»itttzicn. zu gehörigen Provinhien nicht einerley/ jedochistdergröste theil frucht-und tragbar; der wemwächst in gantz Franckreich gut/ausgenommendie Hrcardie und Normandie.

Die gelinde und attemperirte lufft verur-sachet/ daß alle früchte allda wolgeschmackteruitd lieblicher werden/als in Teutschland: Ab-le^ dieses / was man nicht nur zur leibes nah-rrütg und nothdurfft/ sondern auch zum Wohl-stände/ beqvemligkeit und galanterie gebrau-chet/ wächst und wird kabnciret in Franckreich/wein/ brandtewein/korn/ öl/ wandeln/ro-sincn/ c.rffanieu/ granaten/ reiß/fcigen/sa-

fran/ saltz/ Hanf/ und eine unbeschreiblichemenge von unterschiedenen mgnukäöluren/und andern waaren/ darunter die degen-klingen von Vienne/die hüte von Caudebec/die etoffes von Lyon/die serges vonNismes/rc.werden aus diesem Reiche zum nutz undprachtder andern länderweg-und grosse sumen geldesin diese lande dargegen eingeführet/und habeneinige ausgerechnet/ daß Franckreich jährlichvon fremden an sich ziehet für stoffe a la mode4O Millionen Frantzöische gülden / für wein rfMillionen/ für brandtewem 5 Millionen/fürsaltz 10 Millionen u. s m.

An metallen / gold/ silber und derglei-chen inangelts ihnen; die sinnreiche Nationaber weiß durch ihre curiöse arbeit und manu-facturen/ auch durch die übrigen exportancia die-se köstliche metallen häufig von anderwerts ansich zu ziehen/und sich damit zu bereichern. Undwas vor ein größ geld wird in Franckreich vonder fürnehmen jugend fremder lande von aller-hand nationen/ welche sich in der spräche undcxercitus, wie auch sonst in morlbur und guterconöuitc zu erbauen suchen/aber auch öffters anstet und leib verderben/ verzehret. Denn wieFranckreich eine schule der rügenden undlaffer/ und also das grosse theatrum ist / dar-aufjunge leure sehen können / was sie imgan-tzen leben zu erlang-und erhaltung ehre undglücks zu thun oder zulassen haben; also liegtdieses Reich so beqvem / daß die commercienund schiffahrt allerdings in gutem flore stehenmüssen/ wann zumahl ein Lolbert/ oder der-gleichen grosser Minister/die auffsicht darüberführet. Denn es wird von 4 haupt.ffröh-men/der Seine/der Loire/ Garonne undRhone/ durchstrichen/und hat das unvergleich-liche werck des grossen Canalsdie kauffmann-schafften zu befördern dienen sollen/ welchermittelst zwölffschleusen die Garonne und Au-de/mithin das Mittel-meer und den Ocean zu-sammen bindet; wiewol/ wie oben gedacht/nicht zu leugnen/ daß dieses Dessein grösser ge-wesen / als der nutzen / angesehen sothanerCanal zum öfftern von dem schlam und sandeunbrauchbar gemachst wird. In Europa istwol kein Reich oder proviny / welchesnicht mehr geld in Franckreich schicke / alsvon daher empfange. Ausserhalb abersind die Frantzosen nicht so glücklich gewesen.Verzug und absehen aussGrgery ist verroh-ren/und in Off,Indien können sie keine grosseeüeüen thun/weil ihnen dieHolländerzu mäch-tig sind ; es sey denn/daß die fachen numehronach der grossen Spanischen Staats-verände-rung in einen andern stand gesetzet werdenmöchten.

Die Frantzosen sind den gemüths - regun-gen nach insgemein leichtsinnig und unbestän-migunge«.dig / gleichwie der Himmel in Franckreich sichauch bald zu verändern pflegt; dahero sie einding bald anfangen/ auch wieder davon ablas-sen. Und obwol Petrus Lancreus in seinembuch von beffändigkeit der Nationen diesespgrs6oxon fürgegeben/ es waren die Frantzo-sen weit beständiger / als die Teutschen/Spanier/Engelländer/u.a.m. ist doch solchesmehr vor curieux, als wahrhafft/angenommenworden. Ihr geiff ist mehrentheils lu-