84
Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
sten auf die durch hcyrath an das Herzoglichehauß gelangte landschafften als erbe pr^tenäpren. Zumahl die ehe - aliiantz zwischen derpcinceßin Marien Adelheid und HertzogLudwigen zu Burgund auf eine fast gefährlicheweise also bedinget worden / daß sie keinen ehe-oder braut-schah mitbringen solle/ welchen dieFranhosen künsstig samt zinstn und Unkosten ho-len möchten.
PrZcedtlltz- Wegen der prTceäenr hat der köniA in-Im Kayftr Franckreich mit niemand streit/ als mit demun-Lönis Aayser und dem Könige in Spanien. Vonin oben etwas berühret/ der rang aber
niemahls eingeräumet worden.
Don denen Von denen königlichen FrantzöischenKbiiigl. Rit-Witter - Orden ist noch folgende anzeige zu- 7 s-N thun: Der Orden von, heiligen Geist ist§es zwar einer der jüngsten/ doch aber der fürnehm-
ste. Sein Urheber ist Henrich m, König inFrankreich und Hohlen/ welcher an, erstenPfingsttage 2 l.,s 79 zu Paris/olchen neuenOrden mit sonderbarer solcnnitat eingeführet/und auff gewisse gesetze gegründet; absonder-lich aber/ daß die Könige in Franckreich ieder-zeit Großmeister des Ordens seyn sollen. DerRitter waren iOO und darunter auch der Königselbst als Haupt des Ordens/4 Cardinälc/ 4Ertz-Bischöffe/ der Groß-Allmosenirer/ Groß-Schatzmeistcr/ Gressier/Herold/und thürhü-ter. Den nahmen soll er/ GOtt dem heili-gen Geiste zu ehren/daher genommen ha-ben/ weil ihm des Pfingst-fests erster tag soglücklich gesallen Lindem er daran gebohren/zum König in Polen erwchlet/ und auch an ebenselbigem tage auff den Königlichen Frantzöi-jchen thron gediehen. Das Ritterliche zei-chen ist eine güldne Hals-kette aus zusammen ge-löteten lilien-blumen/ mit güldenen roth emmllir-ten flammen vermischet/und dem buchstaben H/und gegen einander gesetzten doppelten L/allesaus gelencken bestehende / und bedeutet das Hden nahmen Henrich/das L aber den nahmenseiner gcmahlin Loyse von Lotharingen. Kö-nig Hcnrich ,v hat etwas daran geändert/ undschilder/ waffen/ und dergleichen sieges-zeichennebst untermischten gekröneten Buchstaben Hhinein setzen lassen. Auff dem forne herab-hangenden Malteser-crcutze oderstern von goldeerscheinet auff beyden seilen der heilige Geist indem bilde einer schwebenden taube. Dieses aneinem himmelblauen bände Hangende creutz istan den enden weiß emsilliret/ und hat in denwinckeln lilien. Die Ritter tragen einen schwac-hen langen sammet-mantel übersäet mit lilienund flammen/borcbret von golde und silbcr/undforne ein silbergesticktes Crcuhe auffder linckenfeite des mandelsund kleides/in der mitten descreuhcs aber eine von siiber gestickte taube/ undan den vier ecken vier lilien nebst silbernen strah-len. Den 17 Decemb. A. 167s trug der Königund die Ritter das blaue band über dem rock/welche manier einige nach der zeit behalten; an-dere aber tragen es noch/wie vor alters/unterdem rock.
Hundert und zehn jähr vor dem Ursprung desundlEtz- heiligen Geist-Ordens/ nemlich ,469/ hat k.Engels M,- Ludwig X! zu Amboisedem Ertz-EngelMi-«hatt. cha el zu ehren einen Orden gcstifftet/ weil er
dafür gehalten/daß dieser heilige beschützen,,
den damahligen ässserZten Englischen kriegendie Monarchie in Franckreich erhalten/ und daßdie wunder-heldin/ la Pucelle d' Orleans/ alleihre empfindungen und die tapfern Heldentha-ten diesem Erß-Engel zugeschrieben : Über die-ses auch sein Herr Vater König Carl vil dasengelische bild in feiner fahne geführet/ nachdemer in der belägerung Orleans dicken enget auffder brücken wahrgenommen. Diesen Ordenhat Pabst Alexander vi 2l.r496 am is Nov.conürmiret. Die Ritter tragen eine kette mitan einander gehangenen Muscheln/ daran einemeäsille mit des H. Michaelis bilde/ wie er den-satan aus dem hiinmel stöst/ mit dieser über-sthrifft: Immenü rremor Oceuni ; weil dieEngel als beherrschere des meers geachtet wer-den. Obgedachte güldene Muscheln warenvormahls mit güldenen liebes-skricken oderzwei-fels-knoten untermischet/ an deren statt aber K.
Franh i güldene Francistaner-skricke Mxrdne-te/ weil erden nahmen des Stissters dreses Or-dens führete. Zlnfangs waren der Ritter nurz6/ nun aber so viel als dem Könige gefälligist; so gar/ daß auch auswärtige Prinhcn undgrosse Helden damit pflegen reggürt zu werden.
Sie haben ihrenCanhlar/Schahmeister/Stock-träger/ und 8ecret3num. Und sind die meistenRitter auch in dem vorher beschriebenen Ordendes H. Geistes; daher sie sich ohne bemerckungdes nahmens bloß hin Chevaliers des Ordresdu Roy schreiben. Denn alle Ritter des H.
Geistes empfangen den Orden St. Michaelis/ehe sie mit jenem begnadiget werde»/ und hatder König A. 1664 den heiligen Geistes-Ordenauff hundert Ritter feste gcstellet. Wann esivahrist/ daß A.i68r am neuen jahrstagedcrKenig dem Dauphin diesen Orden mit großersolennität/in beyseyn aller auswärtigen Poten-taten Abgesandten/ darunter auch des Käysersvon Marocco seiner sich befunden/ con 5 -rirethabe; so fehlet/ was BrianvilleJeu d' Slrmoir.p. m. ,2 schreibt/ daß der Dauphin und diesöhne von Franckreich, diesen Orden alsobaldnoch in der wiegen bekamen.
Ubcrdieses hat auch der ictztregierende Kö-Orden St.nig A- ,69z den Orden St.Ludovicigestiff-^E"'tet/ welcher ganh mili^rjsch ist/ und zur beloh-nung derjenigen Qfficiers dienen soll/die sich Zuwaffcr und lande wohlgehalken. Diesen Or-den begnadigte lcr mit zc-c-Oc-o pfund jährli-cher einkünffte/und wurde selbst dcffn Gross»
Äleister und Oberhaupt/ Monsieur de Pon-chartrain aber Cantzlar. Die Ordens Perso-nen seynd acht Grands-Croix/ deren ieglichcr6QOO livres zur jährlichen pcnüon bekommet;vier und zwantzig Commandeurs/ von wel-chen achte 4020/ sechzehn aber zQQO livreöjähr-lich zu gemessen haben; und so viel Ritter alsder König zu schlagen beliebet. Diese letztemsind wegen ihrer penlioncn wiederum in ver-schiedene clstlen abgetheilet/inmasscn etliche20OO/ andere,soo/ andere 1200/ andere 8c-olivres/ andere noch weniger jährlich erheben.
Sie tragen alle ein güldenes weiß emsilig-tesund in denen vier winckeln mit so viel güldenenlilien geziertes creutz / über welchem auff dereinen stiten das bildniß 8. l.uclovici mit einemgüldenen küraßund Königlichen mantel ange-than/ in derrechten Hand einen lorber-krantz/in
der