Band 
Zweiter Theil.
Seite
109
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des Paul von Samosirra. 109

Anm. Bey dieser Klage entstehet die Frage: ob diese Un-gerechtigkeiten Paul in feinem obrigkeitliche»; oder bi-schöflichen Amt begangen? ich halte das leztcre vorwahrscheinlicher, weil sonst der Ausdruk: er hielteSie Gottseligkeit vor einen Gewinn; oder brauchtedie Religion zum Mittel reich zu werden, keinen schikli«chen Verstand hatte. Es ist bekannt gnug, daß die al-ten Christen auch in bürgerlichen Angelegenheiten öf-ters sich an ihre Bischöffe, als Schiedsrichter, gewen-det. S- Bingham oriß«. eccies. vo/.I. p. 12z. lg.

II. Daß er seinen Stolz und Hochmuhtnicht allein durch die Annehmung; sondern auchdie Art der Verwaltung des Ducenarienamtsverrahten. Er gieng in Begleitung vieler Be-dienten auf der Straße: nahm daselbst die ihmüberreichte Schriften an und ertheilte daraufAntworten. Dieses erwekte bey den HeydenNeid und Haß gegen die christliche Religion.

Anm. Von dem Amt selbst haben wir oben geredet. Esscheinet im Anfang, als wenn diese Klage unerheblichsey, weil ein Bischof doch wol öfentliche Aemter anzu-nehmen, und wenn er sie hat, die damit verbundene au«ßerliche Ehreiizeichen zu genießen, berechtiget ist. Al-lein wie überhaupt ein Bischof in seinem Amt gnug zuthun hat, und vielleicht Niemand weniger zweien Her-ren dienen kan: als ein gottesdienstlicher Lehrer: sosind auch hier die Umstände der damaligen Zeiten inBetrachtung zu ziehen, welche vorzüglich von den Vor-stehern der christlichen Kirchen Niedrigkeit und Demuhtverlangten. Paul hat hier sehr gefthlet.

III. In den gottesdienstlichen Versamlun-gen suchte er eben so seinen Stolz zu befriedigen.Er saß auf einem prächtigen Stuhl und hatte eineigenes Audienzzimmer, wie die andern Obrig-keiten zu haben pflegten.

Annl.