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Praxis geometriae : worinnen nicht nur alle bey dem Feld-Messen vorkommende Fälle, mit Stäben, dem Astrolabio, der Boussole und der Mensul, in Ausmessung eintzeler Linien, Flächen und ganzer Revier, welche wenn deren etliche angränzende zusammen genommen, eine Land-Karte ausmachen, auf ebenen Boden und Gebürgen, wie auch die Abnehmung derer Höhen und Wasser-Fälle, nebst beygefügten practischen Hand-Griffen, deutlich erörtert, sondern auch eine gute Ausarbeitung der kleinesten Risse bis zum grösten, mit ihren Neben-Zierathen, treulich communiciret werden / von Joh. Friedr. Penther
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79
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Pars II. Cap.V.

79 §.471. Tab.XX.

damit man bey selber wieder anfangen könne, schraubet dergestalt die beyde Bogen, wohlangebogen,mir Hülste der kleinen Schraub.Slöckgcn, auf der Xlensul, und arbeitet auf demangeleimten Bögen fort, ja man kan ;. 4. oder mehr Bogen, nachErfodcrung der Sache,anleimen, und über und unter einander gelcger, aufdcrxienlul aufschrauben, wie ich dennbisweilen Riste verfertiget, so über;. Ellen lang und 2. Ellen breit gewesen, doch habe, wenn!sie gar so groß worden, und mich mit solchem Bansen überlegtes Papiers nicht schleppen Iwollen, den R's; in der Gegend, wo schon alles aufgetragen gewesen, nach kenntliche Sics.icin Stücken geschnitten, und dasiemge auf feie Mensul geschraubt, wo noch mehrers aufzu-tragen gewesen, nachher^die glücke wieder zusammen geleimer.

X.

Alle solche Auszeichnung, vornemlich, wenn sie einen grossen Rist imporrirct, kan [§.472.zwar accurat, aber Nicht sauber seyn, indem dit Zuzammenlciinung des Papiers, Item dievielfache Zusammenlegung desselben, mir den Runtzeln eine schlecht machen kan;selbst das Papier, was man zu solchem Brouillon nimmt, ist nur dünne und schlecht, auchcorrichret man wahrender Operation eines und das andere , daß man also, wenn dieAusrarbeitung auf demselben solle vorgenommen werden, sich jchlechr damit recommenä,rcnwürde. Demnach will) meinenXloäum communioren,wiedas starckcReiß-Papier,worauf der gröste R>ß kommen solle, zur Dauer und Loniervatiun.voro erst aufLemwandgezogen, und wie nachhrro die gantze Arbeit ins Reme gebracht.

XI.

Wie groß das Papier oder wie viel Bogen desselben zu jedem Riß seyn sollen, $ c igcf L 47 ,das Drouillon (welches derjenige Riß ist, den man auf der Mensul verfertiget, und hernachins Reine gebracht werden soll). Diesem nach habe mir ein recht glatt gehobeltes Brett,sonder rauhe Aeste, oder Ungleichheit, von Linden oder andern weichen Holtz, mit guten Lei-sten versehen, daß es sich nicht biege, machen lassen .und zwar zwey Hände, breit langer undbreiter, als der Riß werden sollen, denn habe ein Stück Leinwand/so ehncKnokKcn, undNicht schlecht gewesen, in Grösse des Reiß.Bretts genommen, (wenn auch eine Breite nichtzugelangt, zwey Breiten an der Kante zarte zusammen nahen lassen, daß keine dicke Nadworden) nachbcro diese Leinwand mir Buchbinder Kleister, so von K rafft Mehl bereitet,ein oder zwey Finger breit am Rande des Reiß-Bretts wohl angezogen ankleistern lassen,wenn in etlichen Stunden der Kleister gantz trocken worden, und die Leinwand vest gesessen,habe einen oder, nach Erfodrrn, mehr Bogen Holländischen grossenReiß-Papiers zurHandgelegt, das Rauhe am Rande abgeschnitten, und denn einen Bogen auf der einen Sc»te^

Mit vorgenannten Kleister, über und über bestrichen, wie auch die Leinwand, alödcnn die bekleisterte Seite des Papiers auf die Leinwand gelegt, und an allen Orten so viel aus eman-bw gezogen, als sich hat lbun lassen, wenn dieser Bogen zum Risse noch nicht groß genug,babc einen andern bekleisterr,neben den ersten gelegt, daß er ihn etwa emcs Stroh .^almsbreit bedeckt, auch so starck aus einander gedchnet, als möglich gewesen, nach diesem habemit einem seinen Schnupff Tuch das Papier allgemach auf die Leinwand angedruckt, undangerieben, die Anrcibung aber nicht so schlechterdings auf dem blossen Reiß-Papstr vorge-nommen, sondern auf selben einen Bogen schlechtes trockenes reines Papier gclegcr, und aufdiesem mit dcr Anrcibung, vornemlich, wo das Reiß Papier etwas runtzelich geschienen,nach und nach conrmu ict, bis das Reiß-Papicr meist trocken worden ; Je mehr es nungtt rockncr, ,e gleicher ist es auch worden, und darauf hätte schon die Aufzeichnung vornch-nien k önnen, ich habe aber zu noch mehrerer Nettigkeit, ehe an das Zeichnen gedacht, dasgan>«e Reiß Papier mit emem Faltz Beine, wie es die Buchbinder haben, oder mit einergla>crncn mailivenKugel geglättet, da denn nicht anders worden als ein sauberes Pergamcnt.

Xll.

26 aS nun die Onpirung oder Austragung vom Brouillon anlanget, so habe solche I&474.dergestalt verrichtet; Über das Rciß-Papier bade daSBromllnn ausgebreitet, und so weittteruckct und gedreher, daß der auf dem Bromllon enrworffene Riß aller Orten von, Reiß-brett wenigstens eine Hand breit Raum übrig gelassen, wie denn darnach die Grösse desReiß BretkS schon eingerichtet worden,draus habe das Brouillon wohl aus einander gedeh-nt, mir reinem wcisscm Wachs an unterschiedenen Orten auf dem Rciß-Papicre bcvestiget,

"ud mit einer zarten L»p>er Nadel von allen Stücken, welche auf dem Brouillon befindlichkiesen, den Ansang und das Ende, inglcichcn andere Ecken und die geringste BiegungenDurchstochen, e? haben aber die Puncte im Reiß Papier nicht grösser seyn dörffen, als daßdi«, nur hat ** chfn können. Ist solche Durchstcchunq aller Orten verrichtet gewesen,habe«v r!m l "" ,)n wieder abgenommen, und vor mir gelegt, darauf nach demselben alle auf demckieiß Papier zusammen gehörige Puncte um zarten Blcyweiß Strichen zusammen gezo-Lm, und die Ausarbeitung vorgenommen, von welcher tz.466. Meldung geschehen.

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