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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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46
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46 Erster Abschnitt.

Vorzüglich wird sie aus den Pflanzen gewonnen, in de-ren Asche sie nach dem Verbrennen zurückbleibt. Manglaubt, sie habe Ähnlichkeit mit der Kalkerde, und kön-ne aus einer Verbindung derselben mit dem Stickstoffbestehen; allein diese Meinung bedarf noch Bestätigung *).

§ 59 -

2) Die Soda ist der Potaschc sehr ähnlich, sie färbtdie blauen Pflanzensaftc grün, und wird in einem heftigenFeuer in Gas verwandelt. Im Wasser lößt sie sich miterböbctcr Temperatur und mit einem unangenehmen Ge-rüche. Mit bcn Oclcn macht sie Seifen, und verbin-det sich leicht mit dem Schwefel. Die Soda hat eine we-niger große Vecwandschaft zu den Sauren, als die Pot-asche, und zerfallt an der Luft, ohne zu zerfließen, wo-durch sie sich von der Potasche unterscheidet. Man wür-de beide Laugensalze miteinander verwechseln können, wieauch lange Zeit geschehen ist, wenn nicht die Soda mitden Sauren ganz andere Salze, als die Potaschc, bil-dete. Man hat die Soda für eine Zusammensetzung ausBittercrde und Stickstoff gehalten, weil die bitlerartigenSalze oft mit den Sodasalzen in Verbindung vorkommen.

§. 6o.

z) Das Ammoniak oder flüchtige Laugen-salz**) unterscheidet sich merklich von den beiden vorher-

*) Ist jetzt nun aber anerkannt, so wie auch bei der Sodaoder dem Natron. ,

**) S. Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, me-tallurgischen und pharmaceutischen Litteratur, von v.S. F. Hermbstedt, Berlin 1787. D. IV. S. 165.