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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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454
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454 Fünfter Abschnitt. Hüttcnökonomic.

§. 396 .

s und b.) Die meisten Frisch!,ecrde werden aus dreivder vier gegossenen Eisenplattcn formirt; drei davon bistden ncmlich die Seiten und Wände des Hccrdcs, undsind länglicht vierseitig; die vierte bildet den Boden bestselben, und ist meistens quadratförmig, man hat sie vo»Gußeisen und auch von Stein, ncmlich von Granit,Tbon oder Sandstein, Die eisernen Scircnplatten sindgewöhnlich r 4 bis 2 Zoll, und der Boden 2 und mehrereZoll stark. Die Platten selbst werden nach den verschic*denen Seiten des Feuers benannt; die, welche an betSeite der Form steht, heißt die Formplatte*); die,welche der Form gegen über, an der Wind» oder Gicht*seite, die Gicht platte; und die der Arbeitsseite gegc»*über stehende, die Hinterplatte; die unten wird delFrischboden genannt.

Man sieht aus der Anzahl der Seitcnplattcn u»dder Figur des Feuers, daß eine Seite desselben unbesetztund offen bleibt; dies ist die Arbeitsstile, wo n»^nasse Kohlenstübbe hingestürzt wird, Ware diese Sei"ebenfalls besetzt, so würde die Bearbeitung des zu fr>*schcndcn Roheisens im Heerde für den Frischer beschwer*sich seyn.

Nach der Verschiedenheit der Menge des Roheitpichtet sich die Größe und Gestalt des Hecrdcs,

Bei grauem Roheisen macht man den Hecrd rt*was groß, aber nicht tief, weil alsdann der Wind l>^

*) Auf vielen Hütten nennt man diese Platten: Zacketund sagt: der Form- Gicht, und Hinlerzacken.

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