Buch 
Über den Betrieb der Hochöfen, Cupolöfen ect. mit erhitzter Gebläseluft : nebst 3 lithogr. Taf. / Carl Hartmann
Entstehung
Seite
36
JPEG-Download
 

36

Der Hohofen zu Dienne, am linken Ufer deS Gire-Flusses,H Stunde von der Rhone entfernt, wird seit Anfang des Jahres1832 ebenfalls mit erhitzter Gebläseluft betrieben. Das Gebläsewird durch Wasserkräfte bewegt und besteht aus zwei Cylindernvon 4 Fuß Durchmesser und 3z Fuß Höhe. Die Deupen hat-ten früher 21, seit Erhitzung der Luft aber haben sie 30 Linienim Durchmesser; sonst betrug die Windpressung 3z Zoll, jetzt be-trägt sie nur 2z Zoll.

Der Apparat ist dem in Fig. 1. und 2. Taf. I. abgebildetenähnlich. Gußeiserne, 9 Zoll weite Röhren sind in einer Höhevon 4§ Fuß über der Sohle des Ofens, um sein Rauhgemauerheruml angebracht, und haben im Ganzen eine Länge von 75Juß. Diele Röhren sind mit einem Mauerwerk von Ziegelsteinenso umgeben, daß ein Raum für den Durchzug der Flamme unddes Rauches bleibt. In der Nähe des Regulators und in derNähe einer jeden von den beiden Formen hat man Flammöfenangebracht, auf deren Rosten Steinkohlen verbrannt werden.

Die einzelnen Röhren sind 5 Fuß lang und haben 9 LinienEisenstärke. Sie sind mit Rändern versehen, deren Fläche abge-dreht ist. Zwischen zwei Ränder wird eine Eisenscheibe gelebt unddie Verbindung geschieht mittelst Bolzen und Schrauben. Nach-dem die letztem fest angezogen worden sind, hämmert mair dieeisernen Scheiben noch dicht, um jedes Entweichen von Luft zuverhindern. Auch hat man einige Compensatoren angebracht; die.ses sind Röhren, deren genau ausgebohrte und abgedrehte Endenin einander greifen. Die Röhren liegen auf gußeisernen Wal-zen, welche ebenfalls die durch die Ausdehnung und Zusammen-ziehung erfolgenden Bewegungen gestatten.

Eine einzige 50 Fuß hohe Esse führt die heiße Luft und denRauch von den Flammenöfen ab. Diese werden mit Staubkoh-len von Saint-Etienne gefeuert und verbrennen in 24 Stundenungefähr 40 bis 43 preußische Scheffel. Dieser bedeutende Brcnn-materialienaufwand rührt wahrscheinlich daher, weil der Raumzwischen der Röhre und dem umgebenden Mauerwerk der Ent-wickelung der Flamme und des Rauches kcmen hinlänglichen Raumgewährt und das letztere auch nicht stark genug ist. sodaß vielHitze verloren geht.