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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Fig. 325 u. 326 zeigt einen solchen Kolben. Der Kolbenkörper L ist miteiner Nut versehen, in welche die Packung k aus Eichen- oder Ahornholz ineinzelnen Segmentstücken eingelegt wird. Ein vorschraubbarer Deckel O schließtdie Nut. Die einzelnen Holzstücke werden durch eine hintergelegte Stahlfeder l?gegen den Cylinderumfang gepreßt.

Scheibenkolben mit Metallpackung.Diese Kolben sind die weitaus am häufigstenverwendeten und sind entweder mit beson-deren Liderungsringen versehen, oder abersolche sind nicht vorhanden, wonach man

1. Kolben mit Liderungsringen und

2. ohneunterscheidet.

1. Kolben mit Liderungsringen.Von den Scheibenkolben mit Metall-packung kommen diese am meisten vor- Sie dichten durch besondere eingelegteRinge aus Gußeisen, Rotguß oder Stahl gegen den Cylinderumfang ab. Pros.Bach sagt in seinenMaschinen-Elementen":Bronze hat sich infolge deshöheren Materialpreises nur da zu halten vermocht, wo chemische Einflüsse, wie

sie z. B. bei den Warmwasserpumpen der Kon-densationsmaschinen, bei Druckpumpen für sauereGrubenwässer usw. auftreten, gußeiserne Lide-rungsringe, welche sich sonst sehr gut haltenund den aus Bronze hergestellten nahezu gleich-wertig sind, nicht rötlich erscheinen lassen. FürDampfkolben finden fast ausnahmslos Ringeaus zähem, jedoch nicht zu weichem GußeisenVerwendung. Ringe aus Stahl werden seltenerbenutzt."

Die Ringe legen sich entweder durch ihreeigene Federkraft gegen die Cylinderwandungoder aber werden durch besondere hinter-gelegte federnde Stahlringe oder durch ein-zelne Blattfedern oder sonstwie gegen die Cy-linderwandung gepreßt.

Ein einfacher Kolben mit Liderungsringenist in Fig. 327 dargestellt. Es ist der so-genannte schwedische Kolben, wie er bei Loko-motiven Verwendung findet. Der Kolbenkörperwird entweder aus Schmiedeeisen gepreßt oderaus Stahl gegossen. Die beiden Liderungsringe liegen in zwei Nuten des Kolben-körpers. Die Ringe sind, damit sie federn können, an einer Stelle aufgeschnitten.Man hat darauf zu achten, daß diese beiden Stellen um 180° versetzt zu einanderstehen, damit nicht Dampf durch sie von der einen auf die andere Kolbenseite