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sich das Laufrad über dem Unterwasserspiegel, so bildet sich dort ein lufterfüllterRaum, während der Wasserstrahl auf die gegenüberliegende konkave Schaufelflächedrückt, was seine Bewegung nicht beinflußt. Taucht dagegen das Laufrad ins Unter-wasser, so füllt sich auch jener Raum bei i> mit Wasser und es entsteht dort einkraftverzehrender Wasserwirbel, der den Wirkungsgrad der Turbine beträchtlichvermindert. Aktionsturbinen ohne besondere Vorkehrung gegen den Eintritt desWassers in die Zellenerweiterungen dürfen daher nicht in das Unterwassertauchen. Bei den Reaktionsturbinen füllt dagegen das Wasser zufolge der inden Zellen herrschenden hydraulischen Pressung diese ganz aus, die beschriebenenWasserwirbel können sich nicht bilden und daher können Reaktionsturbinen auchbeim Eintauchen ins Unterwasser richtig arbeiten. Nimmt die Betriebswasser-menge durch Witterungsverhältnisse ab, so muß man sich auf partielle Beauf-schlagung der Turbine beschränken, indem man einen Teil der Leitradzellen
-verschließt. Dies ist aber bei
den Reaktionsturbinen ohne be-deutenden Effektverlust nicht mög-lich, weil die hydraulischePressung in den Zellenräumenverloren geht, sobald sie unterverschlossene Leitradzellen tretenund ihr Zusammenhang mit derdarüberstehenden Wassersäule auf-gehoben ist. Bei Aktionsturbinen,wo eine hydraulische Pressung inden Zellen nicht besteht, trittwenn die Leitradzellen während derAbdeckung ventilieren, d. h. mit der äußeren Atmosphäre in Verbindung gesetztwerden, so daß das in der darunter befindlichen Laufradzelle enthaltene Wasserungehindert abfließen kann. Aktionsturbinen mit gewöhnlicher Schaufelung sinddaher für konstantes Gefalle, namentlich konstanten Unterwasserstand und ver-änderlicher Wassermenge, Reaktionsturbinen dagegen für konstante Wassermengeund veränderliches Gefalle geeignet."
Da aber oft Wasserkräfte benutzt werden müssen, bei denen beides ver-änderlich ist, war man bestrebt, die Aktionsturbinen auch hierfür geeignet zumachen. Auf eine sehr einfache Weise geschieht dies durch sogenannte Rück-schauseln (Fig. 587), indem man die Laufradschaufeln an den weiteren Stellender Zellen dicker macht oder verdoppelt, so daß die Zellenräume durchaus nahezugleich großen Querschnitt erhalten. Die konkave Schaufelseite, welche den Wasser-strahl leitet, läßt man hierbei unverändert; die konvexe Seite aber, welcher derStrahl doch nicht folgt, wird entsprechend umgestaltet und damit die Wirbel-bewegung in den Zellen ausgeschlossen.
Die Girard-Turbinen sind Aktionsturbinen, bei denen die Laufradkanäle,radial gemessen, unten weiter sind als oben, damit die nötige Größe der Aus-trittsöffnung erreicht wird und mit ihr die Geschwindigkeit des austretenden
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ein solcher Effektverlust nicht ein, zumal