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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Es soll hier gleich ein Feuergeschränk für ein Flammrohr dargestelltwerden (Fig. 639 bis 641). Die Feuergeschränke werden wohl meistensaus Gußeisen, nur selten aus Schmiedeeisen, hergestellt. Sie sind je nachder Größe des Flammrohres mit einfachen oder Doppelthüren versehen. DieAnbringung der Feuergeschränke selbst an den Kesseln erfolgt auf sehr ver-schiedene Art.

In Fig. 639 bis 641 ist das Flammrohr über den Boden des Kesselshinaus verlängert, auf diese Verlängerung ist das halbmondförmige Feuer-geschränk k ausgeschraubt. Die einflügelige Feuerthür D hängt in Angeln undist etwas schräg gestellt, damit sie sich durch ihr Gewicht von selbst wiederschließt, wenn sie aus Versehen offen gelassen werden sollte. Das Auflassender Thür bedeutet immer eine ganz beträchtliche Abkühlung des Brennmaterialsdurch die einströmende kalte Luft. Damit die Wärme nicht direkt gegen dieFeuerthür 1 schlägt und diese stark erhitzt, wird immer in einer Entfernungvon 80 bis 100 nun von derselben eine schmiedeeiserne Platte 8 vorgenietet,welche die erste Hitze aufnimmt. Den Zwischenraum zwischen Thür D und

Platte 8 füllt man mit Chamottemörtelaus. Die Aschenfallthür L, aus Blechhergestellt, hängt an dem Feuergeschränkin zwei Angeln. Diese kann durch einhalbkreisförmiges verzahntes Eisen U inihrer jeweils geöffneten Stellung fest-gehalten werden, indem die Zähnedieses Eisens D hinter den vorstehendenFlammrohrrand gebracht werden. Ein-flügelige Thüren sind gewöhnlich 300 bis375 mm breit und 250 bis 350 imm hoch;zweiflügelige Thüren 450 bis 550 mmbreit, 300 bis 350 nain hoch.

Bezüglich der Größe und Leistungeines Rostes giebt Lueger ,Lexikonder gesamten Technik", folgende Angaben:Die Leistung einer Feuerung derMenge nach ist abhängig von der Größe der Rostfläche, der Stärke des Zugesund der Art des Brennstoffes. Unter gewöhnlicher guter Zugstärke verbrennenstündlich auf der Rostflächeneinheit von 1 gm rund 80 irZ Koks, 100 ÜA schwereSteinkohle, bis 140 leicht brennbare Steinkohle, 180 böhmische Braun-kohle, 300 l-A erdige Braunkohle. Im großen Durchschnitt kann man also mitjeder Kohle auf 1 gm Rostfläche stündlich 750000 Wärmeeinheiten entwickeln.Die Länge eines Rostes soll der Bedienung wegen 2 m nicht überschreiten, diefür eine Feuerthür zulässige Breite ist 1 m. Die Höhe des Rostes über demFußboden ist am bequemsten 0,7 m, nicht unter 0,6 und nicht über 0,8 m.Die Höhe des Verbrennungsraumes über dem Rost wählt man bei kleinstückigerKohle 0,4 m, bei großstückiger Kohle 0,5 m. Die Feuerthür macht man 0,4 mbreit und 0,3 m hoch.

Fig. 64!.