431
verengt, daß nur ein ringförmiger Spalt frei bleibt, eine Drosselung des Dampfesfindet nicht statt, denn die Summe der ringförmigen Spalte ist ungefähr gleichdem Querschnitt des Zuführungsrohres; jedoch wird durch die Einrichtung er-reicht, daß der Dampf gezwungen ist, sich auf jedes einzelne Rohr gleichmäßigzu verteilen.
Für jede Rohrmündung ist in der äußeren Wand der Dampfkammer einegleiche Öffnung mit Verschlußkopf und Gewinde vorgesehen.
Der Dampf wird dem Kessel in der gewöhnlichen Weise durch ein Dampf-ventil entnommen und in die Dampfkammer des Überhitzers geleitet. Durchdie erste Kammerabteilung strömt er durch die Röhren und von der letzten wirder der Verwendungsstelle zugesührt.
Dieser Überhitzer kann ebenso leicht an jedem Kessel anderen Systems an-gebracht werden.
Eine ähnliche Konstruktion zeigt auch der Überhitzer der Deutschen Bab-cock L Wilcox Dampfkessel-Werke, A.-G. in Oberhausen , welcher indoppelter Anordnung die Erreichung einer Dampftemperatur von 300 bis 350° 0.gestattet.
Wir hatten schon weiter oben bei Besprechung des Wasserröhrenkessels derRather Dampfkesselfabrik vorm. M. Gehre, A.-G. in Rath b. Düssel-dorf , den Überhitzer, welcher in Fig. 695 u. 696 eingebaut war, erwähnt.Dieser Überhitzer zeigt eine etwas abweichende Anordnung. Die Überhitzerröhrenwerden hier, wie aus Fig. 695 u. 696 ersichtlich ist, in Bündeln von 3 oder4 Stück an Stelle je eines Wasserrohres angeordnet. Den Abschluß gegen dievordere und Hintere Wasserkammer bilden kurze Rohrstücke, durch welche dieÜberhitzerröhren hindurchgeführt und mit ihren Enden in schmiedeeiserne Sammel-kästen, welche außerhalb der Wasserkammern liegen, eingewalzt werden. DerDampf tritt aus dem Oberkessel durch ein der Dampfentnahme entsprechendweites Rohr in den vorderen Sammelkasten, von wo aus er den Verbrauchs-stellen zugeführt wird. Für besonders hohe Dampftemperaturen wird der Über-hitzer in doppelter Rohrreihe angeordnet. Der Dampf nimmt zunächst denselbenWeg wie beschrieben und gelangt an das Hintere Ende des Kessels, wird aberdann durch eine zweite Rohrreihe nach dem vorderen Ende des Kessels zurück-geleget und hier entnommen.
Die Dampfüberhitzung ist bei dieser Anordnung auch noch durch die höhereoder tiefere Lage der Überhitzerröhren innerhalb der Wasserröhren regulierbar,indem dieselben näher oder entfernter von der Feuerung gelegt werden können.
Die Dampfüberhitzung beträgt je nach der Anzahl und Anordnung derÜberhitzerröhren 20 bis 180° 0.
Soll aus irgend welchen Gründen zeitweise ohne Überhitzung gearbeitet,der Dampf also direkt aus dem Oberkessel entnommen werden, so läßt sich derÜberhitzer hierfür ausschaltbar einrichten. Die Überhitzerröhren werden alsdannvermittelst einer Füllleitung mit Wasser aus dem Oberkessel gespeist und arbeitenwie die Wasserröhren als Dampfentwickler.
Fig. 709 u. 710 zeigt die Anordnung eines Überhitzers von E. Willmann