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Steuerschieber aufnimmt, ist an dem Cylinder angegossen, was man bei kleinerenMaschinen meist macht. Bei größeren Maschinen wird der Schieberkasten auchan den Cylinder besonders angeschraubt. Der Schieberkasten ist durch denSchieberkastendeckel verschlossen und besitzt eine Stopfbüchse, welche den Durchtrittder Excenterstange gestattet, die zum Hin- und Herbewegen des Schiebers dient.Im Schieberkasten find Führungsleisten für den Schieber vorgesehen. Wir be-merken nun zwei Kanäle a und ar, die vom Schieberkasten nach den Enden desCylinders hinführen und einen Raum d in der Mitte des Cylinders. Durchdie Kanäle a und tritt der Dampf durch Vermittlung des Schiebers baldvor bald hinter den Kolben und aus dem Cylinder wieder heraus in denAuslaß 6, an den sich die Abdampfleitung « anschließt. Der Dampfeinlaß inden Schieberkasten erfolgt durch die Leitung ä, auf der das Dampfeinlaßventilsitzt. In welcher Weise diese drei Kanäle durch den Schieber in Verbindungmiteinander gebracht werden, werden wir später sehen. Wie wir bemerken, istdie Bohrung des Cylinders an den beiden Enden etwas größer als in der Mitteder Lauffläche des Kolbens. Wäre dies nicht der Fall, so würde sich durchdie Kolbenringe an den Enden ein Grad anschleifen. Die Kolbenringe müssenvielmehr in den Totpunktslagen noch etwas über die Lauffläche des Kolbens imCylinder hinausragen. Man macht diese Ausbohrungen b bis 10 nun weiterals den Cylinderdurchmesser. Der Kolben soll nun in seinen Totpunktslagenso nahe als möglich an die Deckel herangehen. Man bezeichnet den Raum, dermit Dampf ausgefüllt werden muß, der nicht zur Wirkung kommen kann, alsden schädlichen Raum der Maschine. Dieser Raum ist in der Figur durchPunkte gekennzeichnet. Steht natürlich der Kolben im rechten Totpunkt, soliegt der schädliche Raum im rechten Dampfkanal Ni- Der schädliche Raum istnun so klein als irgend möglich zu halten, was man dadurch erreichen kann,daß man den Schieberspiegel ?, d. h. die Fläche, auf der sich der Schieber bewegt,so nahe als möglich an den Cylinder heranrückt und daß man den Kolben bisnahe an den Deckel herangehen läßt, so daß zwischen Deckel und Kolben höchstens5 mm Zwischenraum verbleiben. Dieser schädliche Raum bietet stets eine Flächefür die Abkühlung des Dampfes.
Wie wir später sehen werden, verlängert man die Kolbenstange nach hintenüber den Kolben hinaus, um so das Gewicht des Kolbens nicht nach unten aufdie Lauffläche im Cylinder wirken zu lassen, wodurch einseitige Abnutzung ein-tritt. Der Deckel 6 muß dann mit einer Stopfbüchse versehen sein.
Die Cylinder kleineren Durchmessers, wie Fig. 735, hängen frei an derGeradführung. Größere Cylinder erhalten zu ihrer Unterstützung einen besonderenFuß, der so hoch sein soll, daß die Cyliuderachse 600 bis 1000 mm über demFußboden liegt. Es ist zweckmäßig, bei der Verbindung des Fußes mit demFundament auf die Ausdehnung des Cylinders Rücksicht zu nehmen. Zur Ab-leitung des sich im Cylinder bildenden Kondenswassers sind unten an den Endendesselben kleine Hähne anzubringen. Um die Dampfmaschine jederzeit auf ihreLeistungsfähigkeit untersuchen zu können, sollten an den Enden jeden Cylindersan der vorderen Seite Jndikatornocken I vorgesehen werden. Diese Nocken