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als ein dreipoliger Ausschalter, der so lange geschlossen bleibt, wie der Motorläuft.
Um der Mühe enthoben zu sein, im geeigneten Zeitpunkt durch Umlegungdes Hebels die Gegenschaltung aufzuheben, und um ferner eine falsche Einstellungdes Hebels beim Einschalten oder ein dauerndes Verbleiben in der Gegenschaltung,wie es bei unzuverlässiger Bedienung vorkommen könnte, zu verhüten, ist vonder Firma Siemens L Halske ein absolut sicher wirkender, ebenfalls durchPatent geschützter Zeutrifugalkurzschließer konstruiert, der bei einer gewissen Ge-schwindigkeit des Motors die Kontakte selbstthätig rasch und sicher schließt, siedagegen ebenso schnell wieder weit öffnet, sobald die Geschwindigkeit durch Aus-schaltung oder Ueberlastung des Motors unter jenen Betrag herabsinkt. DenMotor mit selbstthätiger Gegenschaltung stellt Fig. 1254 dar.
Wie bei Drehstromdynamo sich die Wechselzahl aus Polzahl und Um-drehungen ergiebt, so folgt bei den Drehstrommotoren die Umdrehungszahl inder Minute n aus der Wechselzahl in der Sekunde 2 und der Polzahl desMotors p in folgender Weise:
60 - 2
Da nun die Polzahl immer eine ganz bestimmte ist, nämlich zwei, vier,sechs, acht u.s. w., so sind bei gegebener Wechselzahl nur ganz bestimmte Umdrehungs-zahlen möglich, also bei 100 Wechseln in der Sekunde nach obiger Formel 3000,1500, 1000, 750 u. s. w- Umdrehungen in der Sekunde. Diese theoretische Ge-schwindigkeit erreicht jedoch der Drehstrommotor nur annähernd bei seinem Leer-lctuf. Bei Belastung bleibt er hinter derselben um einen gewissen Betrag zurück,was man mit Schlüpfung bezeichnet, und zwar wächst die Schlüpfung mitder Leistung und beträgt bei Vollbelastung ca. 5°/«, sodaß die thatsächlichenUmdrehungszahlen der Motoren hierbei ca. 2700, 1425, 950, 720 u. s. w. in derMinute sind.
Wirkungsgrad der Drehstrommotoren. Der Wirkungsgrad der Dreh-strommotoren ist annähernd derselbe wie bei Gleichstrommotoren, sodaß alsokleinere Motoren einen ungünstigeren Wirkungsgrad haben als große und daßein und derselbe Motor bei geringerer Belastung nicht so günstig arbeitet alsbei voller Leistung. Der Wirkungsgrad selbst ergiebt sich aus den geleistetenPferdestärken und den dabei verbrauchten wirklichen Watt folgendermaßen:
— U8 X 736
^ gebrauchte wirkliche Watt'
Bei einer Drehstromkraftübertragungsanlage ist aber außer dem Wirkungsgradnoch der Leitungsfaktor von großer Wichtigkeit, da dieser auf die Dimensionierungder Dynamomaschinen, Leitungen und Apparate von wesentlichem Einfluß ist.Je schlechter, d. h. je kleiner der Leitungsfaktor ist, desto ungünstiger wird dieDynamo und mit ihr das ganze zusammenhängende Leitungsnetz ausgenützt.Hervorgerufen wird der Leitungsfaktor hauptsächlich durch die Motoren. Es istdaher von größter Bedeutung, daß er bei der Konstruktion der Motoren genügendberücksichtigt wird.