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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Die Primärstation.

v. Anwendung und Behandlung der Elektromotoren.

Bet einer elektrischen Kraftübertragungs-Anlage, ganz gleich um welchesStromsystem es sich handelt, unterscheidet man drei Teile: Die Primärstation,die Leitung und die Sekundärstation. Die Primärstation enthält die strom -erzeugenden Maschinen, während die Sekundärstation, die sich naturgemäß ausviele Stellen verzweigen kann, die durch die Leitung empfangene elektrische Energiemittels der Elektromotoren wieder in Arbeit umsetzt.

Die Primärstation,die man auch als Zen-trale bezeichnet, kann sichin demselben Gebäude be-finden, oder in derselbenStadt oder aber vieleKilometer weit entfernt.

Sie besteht aus der An-triebsmaschine, die mittelsDampf, Wasser, Gas usw.betrieben werden kann,und der Dynamomaschine.

Die Verbindung der letz-teren mit der Betriebs-maschine geschieht ent-weder indirekt durchRiemen- oder Seiltrans-mission oder aber durchdirekte Kuppelung beiderMaschinen. Bei letztererAnordnung wird derAnker der Dynamo direktauf die verlängerte Welleder Betriebsmaschine ge-

setzt oder durch eine feste Ms-

Kuppelung mit ihr ein-heitlich zu einem Ganzen vereinigt. Bei den größten Maschinen hat sich diese Ver-bindung ausschließlich eingebürgert. Fig. 1255 veranschaulicht den Schnitt einerfür direkte Verbindung mittels fester Kupplung (links) Gleichstrommaschine derE.-A. vorm. Lahmeyer L Co.

Für die Unterbringung der Schwungmassen zur Erzielung eines bestimmtenUngleichförmigkeitsgrades ergeben sich bei derartigen unmittelbar gekuppeltenMaschinen zwei Möglichkeiten: Entweder kann die Maschine mit einem besonderenSchwungrade versehen werden, oder das nötige Schwunggewicht kann in denrotierenden Teil der Dynamomaschine verlegt und so ein weiteres Schwungrad