94
Bart
ssw, um sich ein ehrwürdiges Ansehen zu geben. DieMethode, den Bart zu faireren, war tzersckieden. Au-gust ließ ihn bisweilen abzwicken, bisweilen abschern«.Einige rissen die Haare im Gesicht und an den Beinen,vermittelst eines Zängelchens (Volsslla) mit der Wur-zel aus. oder brannten sie mit einer glühenden Nuß,schaale weg, wie der Tyrann Dionvsius, oder manbediente sich zu dem Zwrcke einer gewissen Salbe, auchdes heißen Pechs, oder Harzes. Dies verrichteten ge-wisse Frauenzimmer, die I7strivulas hießen. Das Aus-reißen der Haare hielt man für ein Zeichen der Weich-lichkeit, so wie auch den Gebrauch des Spiegels beimBartscheerm, wenn ein Sclav dies Geschäft verrichtete.Zn großen Familien hielt man einen Sclaven zum Zu-rechtmachen der Haare, und zum Scheersn des Bartes,der lonsor hieß. Für die ärmern Römer gab es öffent-liche Vardierstuben (st'onntrinas), die stark besucht wur-den. — Ehe die Gallier vvm Cäsar unterwürfig ge-macht wurden, trugen sie kurze Barke, auch Schnurr-bärke, aber nachher wurden sie von den Römern ge-zwungen, sich den ganzen Kops zu scheeren, und selbigebehielten allein das Vorrecht, lange Bärte zu tragen.Nach Einführung der christlichen Religion wurde dieseFreiheit auch aus die Geistlichen ausgedehnt, die ge-born? Gallier waren, und endlich auch auf die vornehm-sten der ganzen Nation. — Wahrend aber die Geistli-chen in dem einen Lande Bärte kragen durften, wurdeihnen solches in andern Ländern verboten. Die römischenBischöfe, Anacletus uüd Anicetus, untersagten denGeistlichen, einen langen Bark zu tragen. — DieFranken, alS neue Eroberer von Gallien , eigne-ten sich auch "dieses Zeichen der Herrschaft zu. Sobaldaber die Dleustdarksit in Frankreich ganz aufhörte, so