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Erster Band.
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Blumen

angenehmen Geruchs, in unsern Lustgarten gezogen wer.den» sind zum Theil aus den bei uns wild wachsendenPflanzen entstanden, und durch die Kunst der Gärtnerverändert oder verbessert worden. Aber die allermeistenstammen aus fremden Landern her, wo sie eben so gut,als die erster» bei uns, ohne Beihülfe der Menschen, vonjeher wild wachsen. Die Griechen und Römer scheinensich fast nur mit denjenigen Blumen begnügt zu haben,welche in ihrer Nachbarschaft wilv wuchsen. Bon Anle,gung besonderer Blumengärten, und deren Bereicherungmit ausländischen Pflanzen, findet man keine Nachrichtbei ihnen. Die heutige Blumenliebhaber« ist wahrschein-lich aus Persien nach Constantinopel, und von da nachEuropa gekommen, und zwar erst im XVl. Jahrhundert.Wenigstens sind die meisten Blumengewächse auf diesemWege zu uns gekommen. Bornämlich hat Elusius,ein Arzt, der zu Arras 1Z26 geboren, und i6oy zuLeyden verstorben, viel dazu beigetragen. Es lebten auchdamals schon einige geschickte Gärtner, Jean, undVespasian Robin zu Paris , und Emanuel Sweert in Wien , welche mit Blumen-Zwiebeln undSaamen einen ausgebreiteten Handel trieben. Unsre meh-resten Gartenblumen haben wir aus der Levante erhalten.Die orientalischen Völker, und vorzüglich die Türken, ha-ben zuerst ein Vergnügen und eine Pracht darin gesucht,eine große Mannigfaltigkeit und Menge schöner Blumenin den Gärten zu ziehen. Aus ihren Gärten stammenwenigstens die meisten ab, welche jetzt die unsrigen zie-ren. Beckm. Erf. I. 22z. Das Leuchten derBlumen hat Linus zuerst im Jahre 1762 an der indi-anischen Kresse bemerkt. Haggren in Schweden hat es 178z auch an der Ringelblume, an der seu-rrgelben Lilie, an der Sammetrose, und an der