Bücher-Verbot
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Bücher von der Obrigkeit verboten, (s. Bücher, Censur)»auch zum Feuer verdammt worden. Schon im altenGriechenland , und im alten Nom geschahe dies oft.In Athen wurden die Schriften des Protagvras,eines Weltweiscn von Addern (ohngefahr 400 I. vorCh. G.) verbothen, und alle Abschriften derselbe» ver-brannt. In Rom wurden die Schriften des Numa,die in seinem Grabe gefunden waren, weil sie der, vonihm eingeführten Religion zuwider waren, nach demBefehle des Raths verbrannt. Kaiser AugustuK ließauf einmal mehr als 2000 abergläubrge und Wahrsager,Bücher verbrennen. Unter eben diesem Kaiser wurdendie anzüglichen Schriften des T't. LabienuS zumFeuer verdammt, welches da« erste Beispiel dieserArt gewesen seyn soll. Als etwas Sonderbares wird da-bei erzählt, daß wenige Jahre nachher auch die Schrif«tm desjenigen, welcher jenen Befehl ausgewirkt hatte,ebenfalls öffentlich verbrannt worden sind. So wurden dieSchriften des Ben. Arias Montanus , der daserste Verzeichniß verbothener Bücher in denNiederlanden machen half, auch hernach in ein solchesVerzeichniß gesetzt. Antiochus Epiphanes ließ dieBücher der Juden verbrennen'; und in den ersten Jahr-hunderten ging es den Büchern der Christen nicht besser.Diokletian ließ die Bücher der heiligen Schrift ver-brennen. Die Schriften des Arius zu Nicaa, wurdenzum Feuer verdammt, und Constantin drohete denVerhehlern sogar Todesstrafe. Dies mag hinreichendseyn zur Ueberzeugung, daß Dücherverbote und Bücher-verbrennen schon in den ältesten Zeiten statt gesundenhaben. In den folgenden Jahrhunderten fehlt es eben-falls nicht an Beispielen. Beckm. Erf. II, 246, —Fabric. III. im Register unter Verbrennung.