Cochenille
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mes oder Alkermes so allgemein geworben zu seyn.—Die Cochenille, welche sich an den Wurzeln einiger Pflan-zen befindet, scheint von den Alten gar nicht bemerktworden zu seyn, ist aber schon im XII. Jahrhundert inDeutschland gesammelt, und in spätern Zeilen nur vonNaturforschern-erwähnt; hat auch sowohl wegen der beiihm minder vorhandenen färbenden Substanz, als dermühseligen Einsammlung, seine Achtung verlohren. —M-xico und Neuspanien, das eigentliche Vaterland derächten Cochenille, ward von den Spaniern ig>8 undin den folgenden Jahren entdeckt. Wer daselbst dieseinträgliche Product zuerst bemerkt, und in Europa be-kannt gemacht hat, ist nicht bekannt; dock ist die Co-chenille schon vor 1Z40 ein Handelsartikel daselbst, undeine Waare gewesen, welche Antwerpen damals ausSpanien erhielt. — Vermuthlich hat man im Orientsehr früh die Kunst erfunden, den Kermes zu einer vor-züglich schönen rothen Farbe anzuwenden, worüber manendlich den eigentlichen Purpur ganz vergessen hat. Inspätern Zeiten, nachdem bekannt gewo-den war, daßdie schöne orientalische Kermesfarbe nicht eigentlicher Pur-pur sey, hat man sie auch nicht weiter Purpur genannt,sondern man hat für die neue Farbe auch neue Benen-nungen, als Lcarlsta, LcliLrlutica, u. s. w. g-nommen;und da diese Wörter mit unserm Scharlach verwandtsind, so scheint auch die erste Abstammung dieser Be-nennung daher zu nehmen zu seyn, wiewohl dieselbenoch ganz anderer Ableitungen fähig ist. Uebrigens fin-det sich die Benennung Scharlach nicht nur im XII.Jahrhundert nicht selten, sondern schon Kaiser HeinrichIII. schenkte in der Mitte des XI. Jahrhunderts demGrafen von Eleve das Burggrafthum Nimwegen mit derBedingung, daß er jährlich z Stück Scharlachtuch