Eis
ter allen aber hat keiner eine größere Aufmerksamkeit aufdie Entstehung und Bildung des Eises, und alle dabeiobwaltende Umstände gerichtet, als Mairan, dessenSchrift sur la glacs zum ersten Male 1716 herauskam,und von der Akademie zu Bourbeaux den Preis erhielt.Gehler I. 671. — Fischer. I. 797. — FischerGesch. d. Physik. II. 211. III. 288.
Eis, künstliches. Daß gestoßener Salmiak im Was,s,r aufgelöst, endlich eine solche kalte Mischung giebt,daß man in selbiger Wasser zu Eis bringen kann, hatBoerhave zuerst gefunden. — Cullon war der erste,der chiese Erscheinung aus der Verdunstung der Wasser-theilchen herleitete, wobei Warme verbraucht werde. -Fischer Gesch. d. Phys. V. Zi. §5.
Eis, künstliches, wohlschmeckendes» ist eine ita-lienische Erfindung. Ein Florentiner, Procope Con>teaux, gericth ums Jahr 1660 aus den Einfall, Li-wonadenartige Getränke ganz in Eis zu verwandeln.Ihm folgten seine Mitmeistcr Le Fevre und Foi, unddiese drey hatten einige Jahre den Alleinhandel mit die-ser neumodigen Waare. Aber ums Jahr 1676 müssendie durch Eis abgekühlten oder gefrornen Getränke, schondie vornehmste Waare der Limonadiers gewesen sey»;denn als sie damals Jnnungsrechle erhielten, wurdenin dem Bestatigungsbriese unter ihren Waaren saux äsAsls er tzlaosn äs krarts st äs üsurs, ä'anis et äscanslls, Irsncliipans, ä'aiZrs äs cstrs, äu sor-i>äs u. a. genannt. Damals hatte Paris schon 250Meister in dieser Kunst. Am Ende des Jahrhunderts1690 als de la Quintiny schrieb, waren die gefror»rien Liqueurs schon ganz gewöhnlich. Inzwischen standman lange Zeit in dem Wahne, als ob solche nur inden heißesten Sommermonathen genießbar seyn wogten,