24» Kugelbüchse.
Jahre nachher überließen sie schon den Schweizern eiserneKugeln. In den Jahren 1517 und 1528 führte dieHansa eiserne Slückkugeln nach Spanien , doch erstbeim Jahre 1550 wird ihrer zuerst in England gedacht;aber immer noch in Verbindung mit den steinernen Ku-geln. Selbst 1640, bei dem Zuge gegen die Schotten,waren die steinernen Kugeln neben den eisernen im Ge-brauch. Die großem Stücke zu Schweidnitz hatten 1566steinerne Kugeln; das kleinere Geschütz aber, als: Schlan-gen, Falkaunen und Falkpnetten, blos eiserne Kugeln.Nach iZ77 wurden von den polnischen Völkern großeSteinkugeln in die Stadt Danzig geworfen; und dieTürken bedienen sich noch in der neuern Zeit der steiner-nen Kugeln. In Schlesien wird des Gebrauchs der stei-nernen Kugeln zuletzt beim Jahre 1642 erwähnt, als dieSchweden Brieg belagerten. Diese warfen Steine in dieStadt, wovon einer igo schlefische Pfunde wog. Die„och zu Breslau am Zuchthause vorhandenen Steinku-geln sind aus Granit gehauen. Kugeln von flüssigenSchlacken wurden 1570 aus dem Harzer Eisen-Hütten-werke Gittelde gefertigt; auch ließ Herzog Julius vonBraunschweig , der 1589 starb, in den RammelsbergischenHütten, von den flüssigen Kellenschlacken Kugeln gießen,„pd nach seinen Festungen führen. — Beytrage zurGesch. des Pulvers, d. Geschützes u. d. Kugeln.Liegnitz iZri. S. 55. Vergl.^Kartetschenkugeln. Bomben.Glühende Kugeln. Musketenkugeln.
Kugelbüchse. Im XVIII. Jahrh, vervollkommnete ein '
- Scklesier die Kugelbüchsen so, daß die Kugel an einerStellt zugespitzt, hinten abgestumpft, und in ihrem Um-fange mit einer Reihe kleiner Zapfen versehen wurde,welche in die Züge genau einpaßten. Eine Büchse, diesonst nur auf 200 Schritte sicher traf, schoß nun mitunglaublicher Geschwindigkeit 400 bis 500 Schritte weit.