Am Hofe einer Exkönigin.
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Vater sei das ganz etwas anderes; ihm sagte sie, sie sehe es ungern, daß FräuleinMalchey alles ihrem Vater sage; einer Mutter gegenüber wäre das ganz was anderes.Die Prinzeß Charlotte und ihre Mutter waren zwei Köpfe unter einem Hut. Siejammert auch über die Verhältnisse des Königs Järome. Herr Guellö, der ehemaligeGeschäftsträger des Königs von Württemberg in Rom , weiß, wie es mit ihm steht. Ersagt, er habe nur noch Schulden. Welche Aussichten für den Prinzen Louis mit solcheiner Familie auf dem Hals!
Freitag, 12. August.
Die Königin hat uns gesagt, sie habe dem Prinzen schreiben und ihn tadelnmüssen, weil er das Geld mit vollen Händen auswerfe. Er hat in einem Monat mehr als6000 Fr. in den Bädern von Baden ausgegeben. Das ist zu arg. Sie hat ihmgeschrieben, sie seien nicht reich genug, um so dreinzufahren. . .
Samstag, 13. August.
Valerie an ihre Schwester:
Herr Conneau ist im Begriff abzureisen. Die Königin wird ihm die Reise ver-güten, und, um zu prästieren, was sie an andern zu viel tut, versagt sie sich alles. Siewird nicht nach Jnterlaken gehen, aus Sparsamkeitsrücksichten, und verkauft ihre Pretiosenum jeden Preis. Ich bin untröstlich, zu sehen, wie alle diese Sachen die Juden vonPretiosenhändlern bereichern. Die Herzogin von Ragusa' kommt in diesen Tagen undwird das schöne Diadem, von dem ich neulich sprach, nach Paris mitnehmen. Gesternhabe ich meine Aufschneiderei ^ für den Prinzen beendet und ihr mit einem Blumen-strauß gebracht.
Baden, Montag, 29. August.
... Ich habe einen liebenswürdigen Bries erhalten von der Königin und einenvon Elise, die mir schreibt, der Fürst von Montfort komme mit seiner Tochter. Dafreut es mich sehr, daß ich nicht dort bin. Sie müssen auch Thun passieren, um denPrinzen zu sehen. Die Königin schreibt mir:
Ich hoffe, daß Sie aus den Bädern zu Baden neugestärkt zu uns zurückkommenwerden . . . Mein Sohn meldet sich heute an . . . Pflegen Sie sich gut und kommen Siebald zurück und zählen Sie stets auf mein Vergnügen über Ihr Kommen und auf meineGesinnung für Sie; es wird mir eine Freude sein, die zärtliche Mutter, die Sie verlorenhaben, zu ersetzen, soweit das bei einer so zarten Sache möglich ist. Hortense.
Areiieuberg, 29. August.
Soeben ist Louis angekommen, sehr zufrieden mit seiner Reise.
Baden, S. September.
Valerie ihrer Schwester:
Gestern Sonntag abend, liebe Fanny, habe ich Deinen Brief erhalten. Laura^langweilt sich hier sehr, und ich möchte ihr gerne ein wenig Zerstreuung bieten. Wirhaben schon eine Fahrt nach Schinznach unternommen, um die Habsburg zu besuchen und
' Gemahlin des Marschalls Marmont.
- Frau von Franqueville, ihre Schwester, weilte mit ihr zur Kur in Baden.
" Vgl. Seite 73 unten.