Am Hofe einer Exkönigin.
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der päpstlichen Sache solchen Verteidigern anvertraut worden seien. Die Franzosen be-schlossen, beim geringsten Alarmzeichen sich in der Akademie ^ zu versammeln, um sich daauf eignem Boden zu verschanzen und zu verteidigen. Die Russen, die von Barrikadennichts wissen wollen, zeigten uns lange Gesichter. Aber, da das Gerücht von einerSchilderhebung in St. Petersburg umlief und nichts Unwahrscheinliches an sich hatte, undda in den Zeiten, in denen wir leben, niemand sicher ist, beobachteten sie eine artigeReserve und wagten nicht, sich als unsere offenen Feinde zu erklären.
Die Prinzeß v. Musignano, in höchstem Schrecken und die Augen voller Tränen,sprach von Abreise nach Amerika oder wenigstens nach Florenz , wo man so still undglücklich lebe. Die Königin zeigte eine Sorglosigkeit, die ich nicht teilen konnte; denn,war sie nicht mehr als irgend jemand bloß gestellt, wenn der Pöbel gegen die Franzosensich waffnete? Alexander Torlonia, mit dem ich darüber sprach, anerbot sich, sie unterseinen Schutz zu nehmen. Der schöne Prinz Ruspoli bezeugt den nämlichen Eifer, undein dritter Italiener, dem wir vor einigen Tagen in Tordinoni begegnet waren und derseither sehr aufmerksam war auf meine Gemütsbewegungen, kam auch herbei und erklärtesich bereit, mich mit seinem Leibe zu decken. Ich bat ihn nicht sehr darum. Ich gewahrtegerade in seinem Eifer, mich zu verteidigen, die Gefahr eines heimtückischen Angriffsund die Spitze einer andern Gefahr. Die Königin lachte darüber hinter ihrem Fächerund sagte, diese drollige Revolution werde am Ende noch mit meiner Verheiratungenden. Sie selbst sollte übrigens bald genug eine noch romantischere Hingebung ein-flößen, als diejenige, deren Gegenstand ich war.
Sie hatte am Fastensamstag ihren Wagen auf 3 Uhr befohlen und wartete nurnoch auf den Augenblick des Ausgangs, als ein unbekannter junger Mann sich an derPforte einfand und vorgelassen wurde, weil er vertrauenerweckend aussah und sehr darumbat. Er brachte die Kunde, daß die Unruhen jeden Augenblick auf dem Korso aus-brechen konnten und bat die Königin, sich nicht vors Haus hinaus zu wagen.
Ein Befehl des Gouverneurs, den man eben angeschlagen hatte, befahl sofort alleKarnevalsbelustigungen zu unterbrechen, und schon hatte das Publikum vielleicht wenigeraus Disziplin, als aus Furchtsamkeit gehorcht. Der Korso mit seinen geschmückten Balkönenund ausgerichteten Estraden blieb vollkommen öde. Als wir durchs Fenster blickten, sahenwir nur zwei Spaziergänger in der Wüste, welche, indem sie uns gleicherweise erblickten,eilig zu uns heraufkamen. Es war Herr v. Bressieux und Frau Horace Vernet .
Sie sagten uns, die Russen versammelten sich auf ihrer Gesandtschaft; da sie allefranzösisch sprechen und deshalb fürchteten, für Franzosen gehalten zu werden, hatten siedie russische Kokarde aufgesteckt. Frau Vernet gestand, sie habe ihre Dienerschaft veranlaßt,die unsere abzulegen. Indem sie von den Vorbereitungen zum Widerstand sprach, die man inder Akademie getroffen, ging sie nicht so weit, uns einzuladen, uns dorthin zu flüchten.Herr v. Bressieux dagegen, als er sich nach der Hilfe erkundigte, auf die wir rechnen könnten,war bewegt, als er vernahm, daß unsere beiden Diener krank seien; einer lag krank anden Masern im Bett, der andere in seinem am Rheuma leidend. Alsbald anerbot er mitritterlicher Artigkeit seine Dienste der Königin, die sie ohne Umstände annahm.
Nachdem er also Frau Vernet nach Hause begleitet hatte, kam er bald zurück, in-dem er uns seinen Reisekameraden, Herrn Hesse, einen großen jungen Mann von24 Jahren mit frischem Gesicht und, wie man sagte, talentvollen Maler vorstellte. Sie