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F. Schaltegger.
20. März sei. „1815", murmelt sie, „die Rückkehr des Kaisers!" Dann bleibt siestill wie eingeschlafen oder wenigstens gelähmt vor Ermüdung und Frost.
Wir fahren durch Fossombrone, Fano und sind um 6 Uhr in Pesaro . Ein Offizier,der in der Nacht uns erwartet hat, stellt sich am Kutschenschlag vor. Er will sofort denPrinzen Louis benachrichtigen, der den Abend zuvor mit seinem Vetter Rasponi ange-kommen ist und in einem benachbarten Gasthof übernachtet. Ein Gemach steht.für dieKönigin bereit, im Palast ihres Neffen, des Herzogs v. Leuchtenberg . Wir heben sieaus dem Wagen, Herr Cailleau und ich, und tragen sie auf ihr Bett.
Was mich betrifft, ist mir nicht einmal der Gedanke gekommen, mich niederzulegen.Ich habe begriffen, daß ich an der Türe der Königin Posten stehen und über ihre Ruhewachen soll. Die gute Gesundheit, die mir Gott gegeben, in Ermanglung anderer Fähig-keiten, die ich nicht habe, hat mir gestattet, diesen Wachposten bis zum Abend zu beziehen.
Sie hat jedermann sehen wollen. Jeder Besuch, der angekündigt wurde, war einneuer Schlag; aber als sie wieder weinen konnte, tröstete sie sich an deu Tränen derandern und erwachte zur Mutterliebe, als sie die einmütige Trauer sah, die Napoleon erweckte.
Am 11. ist er krank geworden in Forli , unmittelbar nachdem er den abschlägigenBescheid Armandis inbezug auf jenen Platz, den er bei den Vorposten verlangte, bekommenhatte. Es betrübte ihn lebhaft, als er an jenem Morgen den Oberst Cataneo ohne ihnnach Lugo abreisen sah und er blieb ganz fieberig auf seinem Zimmer im Hotel del Capello.Bald trat eine Lungenentzündung auf und zwang ihn am 12. das Bett zu hüten. Dadie folgende Nacht sehr schlimm verlief, kam der Arzt am 13. morgens zum erstenmal.Es war der Doktor Versari, sehr angesehen in der Stadt, der aber nichts getan hat,um seinen Ruf unter diesen Umständen zu rechtfertigen. Ein Aderlaß, den er verordnete,brachte einige Erleichterung; am Abend wurden die Schmerzen auf der Brust, im Kopfund in den Augen so heftig, daß der Prinz eine Ohnmacht hatte. Ein heftiger undanhaltender Husten schüttelte ihn die ganze Nacht. Versari, der ihn sehr beengt undangegriffen fand, verordnete Blutegel, aber wollte noch nicht die Masern erkennen, ob-wohl der Ausschlag bereits begonnen hatte. Am 14. abends Erstickungsanfall, neuerAderlaß; die einzige Erleichterung des Kranken war die beständige Gegenwart seinesBruders, der ihm die Zeitungen vorlas/ um den Schlaf herbeizuführen oder wenigstensum seine Gedanken von seinem Übel abzulenken. Dieser letzte Trost fehlte ihm am 15.Versari hatte endlich die Masern erkannt, zu spät um zu wehren und namentlich sie zuheilen. Der Kranke selbst gestattete aus Furcht vor Ansteckung nicht mehr, daß seinBruder seinem Bette nahe. Am 17. morgens schon verließ ihn das Leben; er sah dasFenster nicht mehr; drei Tage Fasten, Leiden und Schlaflosigkeit hatten ihn aufs äußersteerschöpft, ohne daß er aufhörte, die Fortschritte seiner Krankheit aufs genaueste zu ver-folgen. Er verlangte von Versari die Wahrheit über seinen Zustand, und Versari konntesie ihm nicht sagen, weil er sie selbst nicht erkannte. Roccaserra, halb gewonnen durchdie Versicherung des Arztes, übernahm nun allein die Pflege des Kranken. Gegen Mittag,erschrocken über die Veränderung, die seit dem Morgen eingetreten war, holte er nochschnell Versari, konnte ihn nicht bewegen, kam allein zurück und fand bei der Rückkehr
i Welche Idee, einen Fieberkranken mit politische» Nachrichten noch mehr aufzuregen! ! DerPrinz Louis dürfte, ohne eine Ahnung davon, wesentlichen Anteil am schlimmen Ausgang der Krankheitdes Bruders gehabt haben.