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F. Schaltegger.
Jeder Ausgaug ist untersagt; man muß den Kranken zudecken, um ihn zum Schwitzenzu bringen. Man errät die Bewegung der Königin. Die Österreicher vor den Toren!Ihr Sohn gelähmt durch Krankheit! Wie ihn heilen? Wie ihn verbergen? Wie ihnvon da retten?
k) Flucht nach Frankreich ' März-April 1831).
Dienstag, 29. März 1831.
Die Übereinkunft, welche die Delegierten der provisorischen Regierung soeben mitdem Kardinal Benvenuti abgeschlossen und unterzeichnet haben, bestimmt, daß alle beider Revolntion kompromittierten Fremden sich nach Wunsch einschiffen können und daßihnen kostenlos Pässe zugestellt werden sollen. Danach machen sich die meisten unterihnen bereit, Ancona zu verlassen; die kleinen Boote, die in der Reede liegen, werdensie nach Korfn und den Mischen Inseln bringen.
Die Königin hat beschlossen, diesen Umstand zu benutzen, um das Gerücht zuverbreiten, ihr Sohn sei mit ihnen abgereist. Sie schickt Karl auf die Polizei, umeinen Paß für den Prinzen zu fordern, und läßt durch den Diener des Herrn Bendonisich nach dem ersten Schiff erkundigen, das unter Segel geht. Taddeo kam gerade vonFlorenz an mit einem von Schmerz überströmenden Brief des Königs Ludwig über denTod Napoleons und auch voll guter Räte in bezug auf die Reise Louis' nach Korfu .In einer im Namen der für krank ausgegebenen Königin geschriebenen Antwort versicherteich den König, er habe nichts zu fürchten und sein Sohn sei bereits auf dem Meere.Ich zeigte Taddeo durchs Fenster ein abfahrendes Schiff, auf welchem der Prinz sicheingeschifft haben sollte. Die Tränen des armen Menschen bewiesen mir, daß er über-zeugt war. Endlich, um die nämliche falsche Nachricht in Rom zu verbreiten, schriebich an unseren Gesandten, die Herzogin von St. Leu, krank und verlassen, bliebe in derGewalt der Österreicher und ich rufe seinen Beistand an, sie an sichern Ort gelangenzu lassen.
Armandi, der allein ins Vertrauen gezogen wurde, ist auch der einzige, dem siedie Türe öffnet. Er erzählt ihr sehr umständlich den Gang der Ereignisse. Am 4. Februarbrach die Revolution in Bologna aus; der Schrecken des Kardinals Clavelli gab hierden Gradmesser für die päpstliche Kopflosigkeit. Von da griff die Insurrektion nachParma hinüber. Marie Louise? floh nach Piacenza, Franz IV von Modena nach Mantua ,wohin er seine Gefangenen bringen ließ, um Louis XI nachzuahmen, der La Ballue ineinem Käfig mitschleppte. Acht Tage später waren wir Zeugen der Demonstration aufdem Platz Colonna in Rom . Eine neue Woche war noch nicht verflossen, als unserePrinzen sich zur Sammlung nach Terui begaben. Alle Hoffnungen waren damalserlaubt, sofern die von General Sebastiani einen Monat vorher abgegebene Garantie
l Die Königin Hortense hat in ihren im Jahr 1834 herausgegebenen Memoiren ihre Abreisevon Italien und ihre Flucht nach Frankreich mit ihrem Sohne selbst erzählt; aber der Bericht vonFrl. Masuyer, obwohl sie in den meisten Punkten den der Königin bestätigt, ist doch keine bloße Wieder-holung desselben. Der Ton ist verschieden; sie bringt Selbsterlebtes. Die Einzelheiten sind viel umständ-licher erzählt; man merkt, daß er auf täglichen Aufzeichnungen beruht und unter dem unmittelbaren Ein-druck der Ereignisse geschrieben ist, während derjenige der Königin, später mit Klugheit und Reserveredigiert, nicht ganz frei ist von einer Beabrcitung, in der sie ihren Ansichten Ausdruck verliehen hat.