Am Hofe einer Exkönigin,
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der Nichtintervention sich bewahrheitet hätte. Die Kardinäle fühlten das so gut, daß einervon ihnen von unserm Arzt, Herrn Verhulst, ein Verfassungsprojekt ausarbeiten ließ, dasdieser der Kritik der Königin unterbreitete. Der Kardinal Benvennti selbst, obschonseine erste Mission darin bestanden hätte, die Gegenrevolution zu organisieren, bot sich,einmal in Osimo aufgegriffen und in die Hände Armandis gefallen, als Mittler an undversprach zum voraus Zugeständnisse im Namen seiner Heiligkeit,
Ein solches Anerbieten konnte die Hoffnungen des Generals bestärken und ihnermutigen in seinem Kampfe gegen die Schwierigkeiten aller Art, von denen er umringtwar, wie: Mangel an Geld und Waffen, Unwissenheit seiner Kollegen, Mangel anZusammenhang in ihren Vorschlägen. Mit sehr geringen Mitteln hat er in sehr kurzerZeit Maßregeln getroffen, die nicht so ungeschickt waren, da die Österreicher darüberunruhig wurden. Eine Intervention im Herzogtum Modena war der erste diplomatischeKöder gewesen, den Metternich dem Marschall Martin hinhielt und ddn er an unbestimmteHeimfallsrechte knüpfte, mit denen die Habsburger seit dem Wiener Vertrag sich trugenin bezug auf dieses Herzogtum. Die Intervention im Staate Parma verstand sich dannvon selbst. Der dritte Akt, die Antwort auf den Hilferuf des Papstes, konnte erfolgen,ohne daß es des Strohhalms der Barrikaden bedurft hätte zur Geltendmachung desGrundsatzes, dem sein Minister geschworen hatte Respekt zu verschaffen. Von da abwurde der Kampf unmöglich, und für Armandi gab's keinen andern Ausweg als zuunterhandeln. Aber da der Stand der Unterlegenen nichts Angenehmes an sich hat, undweil man für die Übel, unter denen man zu leiden hat, stets einen andern verantwort-lich machen muß, ist er der Sündenbock derjenigen geworden, die ihn mit der Aufgabebetraut und ihm die Ehre erwiesen haben, ihm zu gehorchen.
Der Haß, der ihn verfolgt, zwingt ihn Ancona zu verlassen; er wird ihn hindern,künftig die Domäne Mont-Sanvito für die Königin zu leiten. Er zieht sich in dieWüste zurück beladen mit allen Sünden Israels und denkt, was er für die Sache derÖffentlichkeit geleistet, gebe ihm das Recht, an seine eigene Sicherheit zu denken. Erverteidigt namentlich seine gestrige Kapitulation mit dem Kardinal Benvennti. Er erklärt,er sei des Kardinals sicher gewesen aus Grund der vorher zwischen ihnen gepflogenenUnterredungen. Mit den Österreichern zu unterhandeln war ihm unmöglich, da dieseHerren zu dünkelhaft waren, um in Unterhandlungen mit armen Insurgenten einzutreten,deren Fahne nicht anerkannt worden war. Sich an Benvennti zu wenden gab ihm dagegendie Mittel an die Hand, dem Papst eine ebenso kostspielige als demütigende Interventionzu ersparen und dadurch bessere Bedingungen zu erlangen. Die Königin tröstet ihn,so gut sie kann. Sie spaßt über Benvennti, den das Gefängnis zu christlichem Verzeihengeneigt gemacht habe, und räumt ein, eine gute Kapitulation mit heilen Leben, mitPässen für jedermann, sei alles gewesen, was unter solchen Umständen zu erreichenwar. So muß sie, immer als Schiedsrichter angerufen durch die Konstitutionellen,in Ancona ihr Friedensprojekt gutheißen, wie sie in Foligno ihren Kriegsplan gutge-heißen hatte.
Sie muß ihnen auch mit ihren Finanzen helfen; denn schon am Samstag morgen,auf das einfache Gerücht, daß eine Kapitulation in Vorbereitung sei, haben sich die ammeisten bei der Revolution beteiligten Insurgenten auf die Flucht vorbereitet; man sahsie in Masse zum Palast Leuchtenberg heranfluten, Unterstützung begehrend und klagend,sie hätten kein Geld, um einen Platz auf den Schiffen zu bezahlen.