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Veränderung der Erdoberfläche innerhalb des Kantons Thurgau in den letzten 200 Jahren / von H. Wegelin
(Frauenfeld)
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bei Arbon ausgegraben, um Material zum Ausfüllen dessumpfigen Baugrundes für die Stickerei Heine & Co. zu be-kommen. Durch Hineinleiten des Fallentürlibaches verwandelteman das „Loch“ in einen zirka 2Vs ha großen Weiher, deraber nach und nach ein im Sommer übelriechender Sumpfzu weiden drohte, so daß der Besitzer vor die Alternativegestellt wurde, entweder den Weiher zu reinigen oder ihnaufzufüllen. Mit großen Kosten, an welche die Gemeinde einenBeitrag leistete, wurden im Winter 1913/14 die Reinigungdurchgeführt, Zu- und Ablauf durch Schleusen reguliert, dieUfer befestigt und mit schönen Spazieranlagen versehen, sodaß jetzt der Weiher mit dem daranstoßenden Waldpark desYerschönerungsvereins eine Zierde des Quartiers bildet (Mit-teilung von Herrn A. Oberholzer).

E. Wirtschaftliche Benutzung des Wassers,

a. Zu industriellen Zwecken.

In unserm zerschnittenen Hügelgelände mit dem regen-reichen Klima hat das fließende Wasser von alters her einebequeme und billige mechanische Triebkraft geliefert, zunächstzum Mahlen des Getreides, später auch zum Sägen des Holzes,zum Pressen des Oels, zum Hanfreiben, zum Lohestampfen u. dgl.

Die Arbeit war bis ins 19. Jahrhundert hinein meistensSaisonarbeit, gebunden an die schwankende Wassermenge undan die Zeiten, da Rohstoff zur Verfügung stand. Es gabMühlen, die nur wenige Monate des Jahres in Tätigkeit waren.

Um sich von der Wasserführung der Bäche etwas un-abhängiger zu machen, legten die Müller an geeigneten OrtenWassersammler an, meist durch Talsperren kleinen Formats —als Schutz vor Wassermangel — oder sie leiteten das Wasserdurch Kanäle von bestimmtem Profil und regulierbarer Füllungvom Flusse oder Bache her — als Schutz vor Hochwasser-schaden.

Solche Vorrichtungen finden sich schon in den Kartendes 17. und 18. Jahrhunderts eingetragen:

1) Künstlich gestaute größere Mühleweiher:a. Auf Gygers Grundriß der Herrschaft Wynfelden 1663:Der große Weier zur Kemmenmühle und östlich davonein „alter Weyerdamm.“