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Veränderung der Erdoberfläche innerhalb des Kantons Thurgau in den letzten 200 Jahren / von H. Wegelin
(Frauenfeld)
Entstehung
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48
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Zwischen den Gemeinden Hauptwil und Waldkirch fandein interessanter Tausch statt. Der ersteren war in derStocketen ein Grundstück zugeschieden worden, ohne daßauf der beiderseitigen Grenze ein Ausgleich möglich war.Der letztere wurde dann aber dadurch bewerkstelligt, daßWaldkirch von der Gemeinde Gottshaus das Widenhuber Hölzlierhielt und dafür von Hauptwil mit 1000 Fr. entschädigtwurde (Thurg. Großratsverhandlungen vom 30. März 1915und Mitteilungen des Kantonsgeometers).

III. Die Gewässer.

Das Wasser spielt in der Veränderung der Erdoberflächeeine gewaltige Rolle: es wirkt auf die feste Erde lockernd,lösend, entblößend, abtragend, deckend, anhäufend. Die meistendieser Wirkungen steigern sich mit dem Böschungswinkel desGeländes und verringern sich mit der zunehmenden Dichteder Pflanzendecke.

Der Thurgau ist größtenteils eine sanft geböschte, mitVegetation bekleidete Landschaft. Darum können die Wasser-wirkungen im allgemeinen keine sehr stark in die Augenspringenden sein; erst nach langen Zeiträumen treten sieso hervor, daß sie auf den Karten zum Ausdruck gelangen.

Der Mensch läßt aber die Natur nicht selbständig walten;er kämpft gegen die verderbliche Wirkung der Hochflutenund nützt die Energie des fallenden Wassers aus. Er ändertden Lauf der Gewässer, leitet lästige Nässe ab und stautVorratswasser.

Dieses Eingreifen des Menschen ist uralt, aber vielfachmit großen Enttäuschungen und Mißerfolgen verknüpft ge-wesen, teils weil die Naturgesetze zu wenig erkannt undbeachtet wurden, teils wegen der unendlichen Interessenzer-splitterung früherer Zeiten. Große, zweckmäßige Werke vondauerndem Werte gehören fast alle der neueren Zeit an, demZeitalter des gesteigerten Naturerkennens, des Dampfes, derElektrizität und der Wasserwirtschaft.

Wenn wir die geographischen Quellen speziell nach denVeränderungen unserer Landschaft in hydrographischer Hin-sicht vergleichen, so wird sich ergeben, daß die natürlichen