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Veränderung der Erdoberfläche innerhalb des Kantons Thurgau in den letzten 200 Jahren / von H. Wegelin
(Frauenfeld)
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genommen war, ja, daß die hohen Erträge guter Weinjahredazu verleiteten, den Rebbau übermäßig auszudehnen auf Un-kosten des notwendigeren Ackerlandes. Im Jahre 1571 wuideder Antrag des thurgauischen Landschreibers, keine neuenWeingärten, am wenigsten in den fruchtbaren Ebenen, an-zulegen, vom Landvogt aller Aufmerksamkeit gewürdigt (Pupi-kofer, Geschichte des Thurgau II, S. 498).

Aus der Ansicht von Dießenhofen in M. Merians Topo-graphia Helvetiae (Fig. 24) geht hervor, daß diese Stadt imJahre 1643 nicht nur im Breitenweg und in der Setzijenseits des Rheins Reben hatte, sondern auch in der Hutzlen,südlich Yogelsand, bei der hintern Mühle, westlich derSäge an der Chrieshaldenstraße, ja sogar noch innerhalbder Mauern, östlich vom Rathaus.

Allzugroße Ausdehnung des Weingebietes wurde aber vonselbst korrigiert durch Fehljahre, namentlich wenn mehreresolcher rasch aufeinander folgten, wie z. B. 1566, 1572, 1573(Pupikofer Geschichte II, S. 499).

Die Gygerkarte von 1667 zeichnet die Rebberge ganzdeutlich, wenn auch deren Größe kaum zuverlässig ist, undgibt für das von ihr dargestellte Gebiet wertvolle Auskunftüber den damaligen Weinbau.

Im untern Thurgau bestanden 1667 schon überall diegroßem Rebgelände, die bis in unsere Tage hinein den kräf-tigen Thurgauerwein geliefert haben, z.B.: Am rechten Rhein-ufer bei Dießenhofen von der Lag bis Obergailingen, auf derKantonsgrenze bei Paradies-Langwiesen, bei den drei Schlatt ,im Dickehof, bei Willisdorf und Eichenbühl, zwischen Basa-dingen und Schlattingen und am Rodenberg bei Schlattingen ,ferner am Xeunfornerberg von der Kantonsgrenze bis gegenOchsenfurt, am westlichen Seerücken von Stammheim bisHerdern , am Nordhange des Thunbachtales, am Immenbergvon Stettfurt bis Zezikon, am Tuttwilerberg bei Wittershausen ,Maisehhausen und Eschlikon, nördlich Ettenhausen und zwischenAawangen und Egghof.

Bei Gyger fehlend, aber von Peyer 1685 eingezeichnetsind die Reben nördlich und östlich Paradies, östlich Dicke-hof, bei St. Katharinenthal und am Breitenweg bei Dießenhofen.

Bei Gyger fehlen auch noch die Reben in Wagenhausen ,von Etzwilen über Bleuelhausen bis Hüttenberg , im Kalchen-